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Gemüsegärtner fordern Pappel-Fällung

Tägermoos – Der Berner Spezialist Fabian Dietrich habe ein Gefälligkeitsgutachten für die Pappeln im Tägermoos erstellt, kritisieren Paradieser Gemüsegärtner. Sie beurteilen die alten Bäume als grosses Risiko für die Verkehrssicherheit.

Pappel-Friedhof am Seerhein.  (Bild: Stefan Böker)

Pappel-Friedhof am Seerhein. (Bild: Stefan Böker)

In einem Schreiben fordert Peter Schächtle als Sprecher der Paradieser Gemüsegärtner im Tägermoos, dass keine «Steuergelder in eine zwanghafte Erhaltung von Bäumen» gesteckt werden. Keiner sei so häufig im Tägermoos wie die Gemüsegärtner, ist Schächtle überzeugt. Dort sei zu beobachten, dass die Pappeln «nach jedem Sturm, aber auch unmittelbar» Äste bis zu einem Durchmesser von 20 Zentimetern abwerfen. Dies geschehe unvorhersehbar und sei gefährlich, weil hier ständig «Heerscharen von Menschen mit Kind und Kegel» unterwegs seien.

«Es ist aus unserer Sicht unverantwortlich, diese Situation aus Sicherheitsaspekten weiter bestehen zu lassen», so das Schreiben der Gemüsegärtner. Statt Geld für den Baumunterhalt zu verwenden, wie Dietrich dies in seinem Gutachten vorschlägt, solle dieses liebe für «Schulen und Jugendarbeit» eingesetzt werden.

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7 thoughts on “Gemüsegärtner fordern Pappel-Fällung

  1. Hans Peter Roth

    Das kann nur ein schlechter Witz sein, was die Gemüsegärtner da behaupten. Da muss sofort die Forderung laut werden, dass die unökologischen Gemüsegärten als Fremdkörper aus dem Tägermoos zu verbannen sind!

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  2. Eva Merlina Marcec

    Wer Bedenken hat von Ästen erschlagen zu werden, kann den Weg gerne meiden. Ich nehme das sehr geringe „Risiko“ lieber in Kauf, als in einer städtisch- verursachten Brache spazieren laufen zu müssen oder nur noch in „gesicherten“ für und vorgezeichneten, erlaubten Asphaltwüsten Freigang zu geniessen. Ich frage mich ob inzwischen die tägermooser Gemüsebauern vor den Karren der Stadt gespannt werden, bei der Bevölkerung Ängste zu schüren. Schliesslich pachten sie das Land von dieser. Ein Schelm wer Böses dabei denkt…

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  3. Dr.Henning Hülsmeier

    An die bislang hochgeschätzten Gemüsebauern unseres Tägermooses.
    Seit vielen Jahren spazieren und radeln wir durchs Tägermoos am Rhein entlang und unter den Pappeln, geniessen die besondere Mischung aus Gemüsekultur, einer prächtigen Allee für Bürger mit der wild-natürlichen Uferzone und haben oft und gerne unsere Gurken auf dem Heimweg bei Euch gekauft. Diese Stellungnahme von Herrn Schächtle lässt mich an dessen Sorgfalt und Naturverständnis zweifeln und macht mich sehr misstrauisch gegenüber Eurem Gemüse.
    Immer noch mit Hoffnung auf kluge gemeinsame Lösungen. Euer jetzt sich zurückhaltender Kunde, H.Hülsmeier

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  4. Helga König

    Erstaunlich, dass diese: „Heerscharen von Menschen mit Kind und Kegel“ – nicht zu vergessen die Radfahrer, noch nicht von einer bösen Pappel beworfen worden sind!
    Auch die Platane vor unserem Haus lässt es nicht, unser Auto mit Holz zu bewerfen! Also – weg mit den Bäumen, nur noch Bonsais pflanzen!
    Eigentlich ist mir nicht zum Lachen beim Anblick der ehemaligen Pappelallee im schönen Tägermoos der Gärtner auf Konstanzer Gemarkung.
    Helga König

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  5. Angelika Bernecker

    Um welche Gemüsebauern handelt es sich und wieviele sind es ? Ich nehme an, es geht wohl nur um jene der direkt dort angrenzenden Felder, denn weiter können die Pappeln nicht werfen. Es stellt sich die Frage, warum denn angesichts der „Gefährlichkeit“ dieser Pappeln die Felder direkt bis zur Allee bestellt werden müssen, ich nehme an, diese war vor dem Gemüse da? Wieso war die „Gefährdung“ der Gemüsebauern vor dem geplanten Kahlschlag kein Thema? Schon klar, dass man sich angesichts der geringen Pacht nicht gegen die SV stellt, eine Hand wäscht die andere, aber von einem „Gefälligkeitsgutachten“ zu sprechen, geht zu weit. Auch die plumpe Aussage, das Geld lieber“ für Schulen und Jugendarbeit“ zu verwenden ist ein „Totschlagargument“ nach Art der SV. Dort würde es allerdings ganz sicher nicht landen, steht doch eine weiße Fabrik am Rhein1 Zum geplanten Auenwald: Glauben die Gemüsebauern, andere Bäume werfen keine Äste?

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  6. Fischer

    Herr Schächtle argumentiert nicht, er wirft mit Meinung. Fakt ist, dass in einer so wie hier gepflanzten Allee kein Sicherheitsrisiko für den Weg besteht, die Bäume stehen eng und die Äste wachsen nach aussen. Die Alle ist sicher. Alleebau ist eine jahrhunderte alte Kunst. Es gibt auch keine Vorfälle mit Ästen in der ganzen Zeit. Die Gründe der Verkehrssicherheit sind nicht haltbar, das Gegenteil ist der Fall. Was aber Herrn Schächtle betrifft, so besteht allerdings ein gewisses Risiko auf seinen Feldern, falls diese an die Pappeln heranreichen, dass dort nach einem Sturm mal Äste nach aussen auf die Felder herunterfallen. Er müsste vielleicht seine Arbeiter am Tag nach dem Sturm mit Helm ausstatten und vielleicht direkt nach einem Sturm auch mal nach oben schauen, ob was abgerissen ist, bei Pappeln sieht man alles von unten. Das ist wahrlich kein Grund, zu fordern, die Bäume wegzuhauen. Was er noch nicht besprochen ist: Die Pappeln saugen jeden Tag sehr viel Wasser aus dem Boden, sind die Pappeln weg, kommt das Wasser. Das kann nicht im Interesse der Gärtner sein, wenn die Felder absaufen und das Gemüse verfault. Oder zahlt dann einfach die Versicherung?

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  7. Christine Zureich

    Liebe Tägermoosbauern,

    sehen Sie schon ihre Felder davon schwimmen? Lauchboote, Zwiebelkreuzer…Nicht vergessen, was eine so große Pappel alles wegpumpt bei hohem Pegel!

    Christine Zureich

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