/// Rubrik: Stadtleben

Programm in der Passionszeit

Kreuzlingen – Zur Passionszeit macht die Evangelische Kirche Kreuzlingen ihren Gläubigen und weiteren Interessierten ganz besondere Angebote.

Damian Brot, Gunnar Brendler, Elisabeth Hofmann und Thomas Bachofner orientierten über das Programm in der Passionszeit. (Bild: Thomas Martens)

Damian Brot, Gunnar Brendler, Elisabeth Hofmann und Thomas Bachofner orientierten über das Programm in der Passionszeit. (Bild: Thomas Martens)

Aschermittwoch bis Ostersonntag ist als Fasten- oder Passionszeit bekanntlich für Katholiken eine überaus wichtige Phase des Jahres. Doch auch bei den Reformierten rücken die 40 Tage in den Blickpunkt, auch wenn hier die offizielle, freiwillige Fastenzeit keine Tradition hat und auf nur eine Woche verkürzt wird (13. bis 20. März).

Zwei Schwerpunkte hat sich die Evangelische Kirche Kreuzlingen dieses Jahr gesetzt – die «Brot für alle»-Kampagne und den Tag der Kranken am 1. März. «Bei der ökumenischen Kampagne Brot für alle wollen wir das Thema Überkonsum ansprechen und auf weltweite Zusammenhänge hinweisen», erklärt Pfarrer Gunnar Brendler. So habe der hiesige hohe Fleischkonsum unmittelbar mit der Hungersnot im Süden zu tun.

Grosser Festgottesdienst
Brendler weist auf den wirtschaftlichen Irrsinn hin, dass subventioniertes Fleisch und Gemüse aus Europa billiger sei als einheimisches auf einem Markt in Afrika. «Das ist ein Mitauslöser für den enormen Fluchtdruck aus diesen Ländern», so Brendler weiter. Am Sonntag, 8. März, gibt es dazu um 11 Uhr einen grossen Festgottesdienst in der Evangelischen Kirche.

Tag der Kranken
Immer am ersten Sonntag im März wird in der Schweiz der Tag der Kranken begangen. «Als Kirche möchten wir das Signal senden: Wir haben euch nicht vergessen, ihr seid uns wichtig, ihr gehört dazu», kündigt Pfarrer Thomas Bachofner, Leiter von tecum, an. Tecum ist das Zentrum für Spiritualität, Bildung und Gemeindebau der Evangelischen Landeskirche Thurgau an der Kartause Ittingen.

Seminar zu Heilung
In diesem Jahr heisst das Motto «Heilung des Herzens». «Heilung ist ein urchristliches Anliegen», führt Bachofner aus. Man wolle aber nicht den Arzt oder Psychotherapeuten ersetzen, sondern vielmehr ergänzende Angebote bereitstellen. In einem Seminar am 1. März, von 14 bis 17 Uhr, können sich die Teilnehmer auf einen Weg des Heilwerdens an Körper, Seele und Geist begeben. Eingeladen sind auch Menschen, die mehr über die Biblisch-Theologischen Grundlagen und die praktische Seite des Gebets für Kranke erfahren wollen oder selber in solch einem Dienst stehen und ihr Wissen vertiefen möchten.

Salbung auch bei Reformierten
In diesem Zusammenhang weist Bachofner darauf hin, dass die Reformierten den kirchlichen Akt des Salbens mehr und mehr von den Katholiken übernehmen. Was bei den Katholiken allerdings eines der sieben Sakramente und damit ein zentraler priesterlicher Ritus ist, wird bei der Evangelischen Kirche weiter gefasst: «Bei uns ist die Krankensalbung nicht amtsgebunden», so Pfarrer Bachofner.

Auch kirchliche Laien könnten sie vornehmen, mit handelsüblichem Mandelöl. Allein die körperliche Nähe, das Berühren und Wertschätzen könne bei Kranken bereits wohltuend wirken und Selbstheilungskräfte freisetzen. «Beten allein reicht oft nicht», ist sich Bachofner sicher. Für das Seminar mit Susanna Knutti, Erwachsenenbildnerin und Coach, ist eine Anmeldung erforderlich.

Vortrag von Rupert Neudeck
In Zusammenarbeit mit der Kreuzlinger Initiative Fremde und Wir/AGATHU findet am 1. April, 19.30 Uhr, ein Themenabend zu Syrien und Nordirak statt. Referent ist Rupert Neudeck, Gründer des Hilfsprojekts «Cap Anamur» und des internationalen Friedenskorps Grünhelme. Er berichtet von seiner Arbeit in den Krisengebieten im Nahen Osten mit unsagbarem Flüchtlingselend, Verfolgung und Vernichtung christlicher Gemeinden und anderer Minderheiten sowie islamischem Terror. Katholikin Elisabeth Hofmann von Fremde und Wir freut sich, solch einen profunden Experten für Kreuzlingen gewonnen zu haben.

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