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Bereits zwei Biberfamilien an den Lengwiler Weihern

Lengwil – Im Auftrag von Hallo Biber! Ostschweiz hat Renato Winteler im Januar 2015 die Lengwiler Weiher genauer auf ihren Biberbestand hin untersucht. Die Aussagen, welche sich aufgrund seiner gesammelten Daten machen lassen, sind höchst bemerkenswert.

Abdruck Hinterfuss eines Bibers im Schnee. Die Grösse (17 cm) lässt auf ein erwachsenes Tier schliessen. (Foto: R.Winteler)

Abdruck Hinterfuss eines Bibers im Schnee. Die Grösse (17 cm) lässt auf ein erwachsenes Tier schliessen. (Foto: R.Winteler)

Im Rahmen eines Volontariats hat sich Renato Winteler bereit erklärt, das Bibervorkommen an den Lengwiler Weihern einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Philip Taxböck von Pro Natura Thurgau beschäftigten bereits seit längerer Zeit die Fragen, wie viele Tiere dort leben und ob es sich um mehrere Reviere oder nur um eines handelt. So kam der Lehrer, Ornithologe und ausgewiesener Biberkenner für Hallo Biber! Ostschweiz grade recht. Und Winteler machte sich daran, auf einer Karte detailliert die Spuren der Biber wie beispielsweise Nagespuren, Fällplätze, Bauten oder Fussabdrücke zu notieren.

Beim nationalen Bibermonitoring im Winter 2007/08 konnte noch keine Besiedlung der Lengwiler Weiher nachgewiesen werden. Nachdem aber bei einer Abendexkursion von Pro Natura Thurgau diese viel zu grosse Bisamratte im August 2010 vor der Nase der Teilnehmer vorbei schwamm, überschlugen sich die Dinge im Versteckten scheinbar. Bei der kantonalen Biberzählung im Winter 2012/13 wurde bereits ein Familienrevier am Grossweiher festgestellt und schon jetzt, zwei Jahre später, geniessen offensichtlich zwei Familien in zwei deutlich voneinander abgrenzbaren Revieren die Vorzüge des Naturschutzgebietes.

Fotofallen-Aufnahme eines fressenden Bibers. (Foto: R.Winteler)

Fotofallen-Aufnahme eines fressenden Bibers. (Foto: R.Winteler)

Neben der Kartierung der Biberspuren griff Winteler noch zu einer weiteren Art der Untersuchung: er sammelte die vom Biber abgenagten Stöcke rund um die Weiher. Diesen Stöckchen rückte er dann mit dem Zollstock zuleibe und fand so heraus, dass in beiden Revieren sicher drei markant verschieden grosse Nagezahnpaare die Rinde vom Holz genagt haben müssen. Dies lässt den Schluss zu, dass es sich um mindestens je drei Tiere pro Familie handeln muss. Somit würden zur Zeit mindestens sechs Biber an den Lengwiler Weihern leben. Da das Familienrevier am Grossweiher bereits seit mehreren Jahren besteht, darf auch angenommen werden, dass dort eine vierköpfige Biberfamilie lebt: die Eltern und zwei Generationen Jungtiere. Die Familie am Neuweiher ist vermutlich im Frühling 2014 zur Familie geworden. Das heisst: zwei erwachsene Tiere und ein Jungtier. Macht zusammen sieben!
Die Untersuchung von Renato Winteler ist sehr sorgfältig und mit viel Sachverstand gemacht worden. Zusammen mit ihm freut sich auch Pro Natura über die positive Entwicklung der Biberpopulation im Naturschutzgebiet Lengwiler Weiher. Und es bleibt spannend, wie sich die Situation mit dem nächsten Nachwuchs diesen Frühsommer entwickeln wird.

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