/// Rubrik: Kultur

Letzte Fasnacht der Welt

Ermatingen – Während andernorts schon lang gefastet wird, feiert das Schweizer Dörfchen Ermatingen die letzte Fasnacht der Welt. Die Groppenfasnacht findet immer drei Wochen vor Ostern statt. Höhepunkt des närrischen Treibens ist der große Umzug am Sonntag, den 15. März. Dabei wird eine riesige Fischfigur, der Gropp, mit goldenem Krönchen durchs Dorf gezogen. Ihm folgen stolze Fischer, allerlei Seeungeheuer, Schilfhexen, Frösche und Zwerge. Der kuriose Brauch geht auf ein Ereignis vor genau 600 Jahren zurück: Die Ermatinger boten im Jahr 1415 einem Papst auf der Flucht Unterschlupf und verköstigten ihn mit einem Groppengericht.

KONZ_2015_Groppenfasnacht_3Vier Tage lang steht Ermatingen ganz im Zeichen des kleinen Raubfisches aus dem Bodensee, des Gropps, der heute kaum noch gegessen wird. Der Legende nach kam Papst Johannes XXIII. auf seiner Flucht während des Konstanzer Konzils bei einem Ermatinger Pfarrer unter. Der bot ihm nicht nur ein Dach über dem Kopf, er servierte ihm auch heimischen Fisch. Aus Dank erlaubte der Papst dem Dorf am Schweizer Bodensee ein Fest mitten in der Fastenzeit, die Groppenfasnacht war geboren und wird bis heute gefeiert. Die Freude des Papstes dagegen hielt weniger lang an, er wurde kurz nach seinem Ermatinger Zwischenstopp auf der Flucht geschnappt und bald seines Amtes enthoben.

Der große Jubiläumsumzug am Sonntag startet Punkt 14.01 Uhr. Zu Ehren der 600-jährigen Geschichte der Groppenfasnacht wird eine riesige Mittelalter-Szenerie durchs Dorf ziehen. Immer mit dabei ist der Gropp, außerdem gibt es traditionell auch frühlingshafte oder satirisch geschmückte Wagen. Zum Abschluss der Groppenfasnacht feiert Ermatingen nach dem Umzug unter freiem Himmel auf dem Bahnhofsplatz, 25 Guggenmusiken pauken und trompeten hier um die Wette.

Weitere Informationen: www.groppenfasnacht.ch

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