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Unterschiedlich grosse Brötli für Frauen und Männer

Kreuzlingen, Romanshorn, Weinfelden – Auf den statistisch belegten Lohnunterschied zweischen Männern und Frauen haben am 9. März Frauen vom Verein BPW Oberthurgau, BPW Kreuzlingen und von der Frauenzentrale Thurgau mit einer Aktion an den Bahnhöfen Romanshorn, Kreuzlingen und Weinfelden hingewiesen. (BPW Oberthurgau, BPW Kreuzlingen und Frauenzentrale Thurgau)

Interessante Gespräche zum Thema Lohn von Frauen. (Bild: zvg)

Interessante Gespräche zum Thema Lohn von Frauen. (Bild: zvg)

BPW ist ein parteipolitisch und konfessionell neutraler Verein. Dieses Jahr engagierten sich die Oberthurgauerinnen erstmals an der vom BPW International begründeten jährlichen Lohngleichheitsaktion – dem Equal Pay Day. Neben der Abgabe einer rot leuchtenden Tasche wurde die Diskussion mit den Passanten durch die Rollenumkehr bezüglich Brötligrösse angeregt: die Männer erhielten kleine und die Frauen die grossen Brötli. Denn: 69 Tage musste dieses Jahr jede Frau in der Schweiz im Durchschnitt zusätzlich tätig sein, um dasselbe Gehalt auf dem Lohnkonto zu haben, welches Männer bei gleicher Arbeit und Qualifikation vergangenes Jahr überwiesen erhielten.

Viele Menschen sind kaum informiert über die Lohnungleichheit
Ziel der organisierenden Frauen war das Sensibilisieren bezüglich des geschlechtsspezifischen Lohnunterschiedes. In den zahlreichen Gesprächen wunderten sich sowohl zahlreiche Frauen wie auch Männer, dass in der Schweiz noch immer eine markante Lohnungleichheit von fast 20 Prozent besteht. Die Aktion mit den verschieden grossen Brötli wurde von den meisten Leuten wohlwollend aufgenommen.

Frauen sind bei der Lohnfrage oft genügsamer als Männer
Einige Frauen kamen an die Aktion, um ihre Erfahrungen in der Lohnwelt kundzutun. So erzählte eine Frau, dass sie zufällig auf einen Lohnbeleg eines Arbeitskollegen gestossen sei. Sie sei völlig perplex gewesen, als sie sah, dass ihr männlicher Mitarbeiter trotz geringerer Qualifikation und Erfahrung 800 Franken mehr Monatslohn erhält. Als sie ihren Vorgesetzten darauf ansprach, sah dieser zwar die Ungleichbehandlung ein, erhöhte jedoch den Lohn um lediglich 100 Franken, da dies für eine Frau genüge.

In einem anderen Gespräch erzählte ein vor kurzem pensionierter Personalverantwortlicher einer grossen Firma, dass Frauen in aller Regel bei einer Anstellung viel geringere Lohnansprüche hätten als Männer und somit dieselbe Qualifikation weniger hoch eingestuft würde. Auch gingen Frauen viel weniger häufig zu ihren Vorgesetzten, um über eine Lohnerhöhung zu sprechen.

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