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Kampf um Parkplätze

Kreuzlingen – Das Kreuzlinger Hafenfeld mit Bodensee-Arena ist als Veranstaltungsort äusserst beliebt, viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander. Damit entstehen Konflikte, wie etwa der Kampf um Besucherparkplätze zwischen Gewa und FC Kreuzlingen.

FCK-Präsident Daniel Geisselhardt. (Bild: Archiv)

FCK-Präsident Daniel Geisselhardt. (Bild: Archiv)

Die Gewerbeausstellung Gewa Kreuzlingen/Konstanz findet dieses Jahr vom 7. bis 10. Mai statt. Just am Samstag, 9. Mai, aber ist ein Heimspieltag des FC Kreuzlingen. Zwei Juniorenteams spielen und die 1. Mannschaft empfängt zum Lokalderby in der 2. Liga Interregional um 16.30 Uhr den FC Amriswil.

Wer die Parkplatzsituation im Kreuzlinger Hafenfeld kennt, der weiss, dass an einem Samstagnachmittag dank Einkaufstouristen so gut wie gar nichts mehr geht. Und jetzt kommen sich auch noch Gewerbler und Fussballer zusätzlich ins Gehege. Doch damit nicht genug: Die Stadt Kreuzlingen veranstaltet am Freitag und Samstag auch noch den Aktionstag «schweiz bewegt», allerdings im Seeburgpark.

Hunde auf dem Sportplatz
Gewa-Präsident Werner Meister machte die Posse anlässlich der Jahresversammlung vergangene Woche öffentlich (wir berichteten) und brachte damit FCK-Präsident Daniel Geisselhardt gegen sich auf: «Von uns aus war eigentlich alles geklärt.» Der FCK habe Hand geboten, damit die Gewa ihre Aussenaktivitäten durchziehen könne. Dabei handelt es sich um Vorführungen der Hundestaffeln von Zoll und Grenzschutz, die gemäss Messe-Leiterin Renate Giger grösster Aussteller an der Gewa sind, sowie Helikopterflüge.

Giger hatte im September 2014 eine Anfrage an den FCK als eigentlichen Nutzer gestellt, ob die Gewa den Fussballplatz 2 für die Hundevorführungen verwenden könne. «Wir haben den Platz bisher immer für Aussenaktivitäten gebraucht, das war nie ein Problem», so Giger auf Anfrage. Jetzt aber schon.

Denn auf dem Platz finden diesmal die Juniorenspiele statt. Nach einigem Hin und Her einigten sich die Verantwortlichen von Gewa und FCK darauf, dass jeweils vor und nach den Spielen die Vorführungen stattfinden können. Das Kunstrasenfeld bleibt im übrigen während der ganzen Zeit unberührt.

Auch das Spiel der 1. Mannschaft auf dem Hauptplatz ist der Gewa-Leitung ein Dorn im Auge. «Wir sind alles andere als glücklich», so Renate Giger nach einem eigentlich konstruktiven Treffen der Verantwortlichen Ende Februar in einer E-Mail an Daniel Geisselhardt. Man habe ohnehin schon zu kämpfen mit den Besucherparkplätzen am Samstag und die Gewa-Leitung habe zusätzliche Verkehrskadetten engagiert, was einen finanziellen Mehraufwand bedeute. «Wir wären dankbar, wenn ihr einen Teil dieser Kosten am Samstag übernehmen könntet», so Giger an Geisselhardt.

Verband legt Spiele fest
Das lehnt dieser rigoros ab und ärgert sich schon sehr über die öffentliche Kritik des Gewa-Präsidenten: «Wer ist der Eindringling, wer sorgt für Probleme?» Die Fussballspiele würden vom Verband in der Sommerpause festgelegt. «Wir können während der Saison immer nur ein Wochenende angeben, an dem kein Heimspiel ausgetragen werden kann. Das ist in Kreuzlingen seit Jahr und Tag das Seenachtfest.» Somit hatten die Fussballer keinen Einfluss auf den 9. Mai.

An diesem Tag hat der FCK in der Halbzeitpause des 2. Liga-Spiels noch etwas ganz besonderes vor – ein Torwandschiessen mit einem Preisgeld von 10000 Franken. «Wir möchten unseren Besuchern einfach mehr bieten», sagt Geisselhardt. Die Fussballer wollen mit Flyern dafür werben, dürfen das allerdings nicht an der Gewa. «Es kann nicht sein, dass die Gewa als Plattform für den Profit Dritter benützt wird», schreibt Giger an den FC-Präsidenten.

Aussteller im Mittelpunkt
Man habe an der vergangenen Gewa eine «schmerzliche Erfahrung» gemacht mit der Initiative «autofreier Boulevard», welche nur zustande gekommen sei, weil vor dem Gewa-Gelände Unterschriften gesammelt worden seien. Geisselhardt antwortet kurz und knapp: «Wir brauchen keine Bewilligung, um rund um unsere Heimspiele Flyer zu verteilen.»

Bleibt die Frage, weshalb die Fussballspiele nicht Bestandteil der Gewa-Aktivitäten sein könnten. Für Renate Giger ein klarer Fall: «Die Gewa ist eine Gewerbeausstellung und kein Stadtfest.» Sie möchte, dass die Gewa-Besucher ihren Fokus klar auf die Aussteller legen.

Fussballer leiden
Die Fussballer und ihre Fans müssen im Hafenareal zunehmend enger zusammenrücken. An Samstagen ist die Zufahrt immer öfter gesperrt, wenn die Parkplätze belegt sind, und in der Bodenseearena sind nach der Gewa weitere Grossveranstaltungen geplant, die zahlreiche Besucher anziehen. Der Kampf um Parkplätze ist hier also vorprogrammiert. Für Geisselhardt zwar ärgerlich, aber kein Grund zum Verzagen: «Wir sind es gewöhnt, zu improvisieren.»

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