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Bekämpfung der Einbruchkriminalität zeigt Erfolg

Frauenfeld – Ein Rückgang bei der Zahl der Straftaten und eine höhere Aufklärungsquote prägen die Jahresbilanz 2014 der Kantonspolizei Thurgau. Bei der Bekämpfung der Einbruchkriminalität hat die Kantonspolizei Thurgau Fortschritte erzielt. Die Verkehrsunfallstatistik weist weniger Schwerverletzte und Todesopfer aus.

(Symbolbild)

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2014 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik des Kantons Thurgau 11‘551 Straftaten polizeilich registriert. Im Vergleich mit 2013 bedeutet dies einen Rückgang um 271 Delikte oder 2,3 Prozent, sagte Polizeikommandant Hans Baltensperger an der Jahres-Medienorientierung der Kantonspolizei Thurgau. Die sogenannte Häufigkeitszahl, die Zahl der Straftaten pro 1000 Einwohner, sank von 46,1 auf 44,4.

Einen Erfolg habe die Kantonspolizei Thurgau mit der erneut gesteigerten Aufklärungsquote verbuchen können, sagte Baltensperger. 40,9 Prozent der Straftaten wurden aufgeklärt, 2013 waren es 37,4 Prozent.

Konsequente Bekämpfung der Einbruchkriminalität
Fast verdoppelt werden konnte die Aufklärungsquote beim Einbruchdiebstahl, von 14,8 auf 27,8 Prozent. 317 Einbruchdelikte wurden 2014 aufgeklärt, zudem konnten über 100 Einbrüche aus früheren Jahren geklärt werden. Diese erfreuliche Entwicklung sei «das Ergebnis einer konsequenten Bekämpfung der Einbruchkriminalität auf allen Ebenen». Nachdem in den beiden Jahren zuvor die Zahl der Einbrüche deutlich zugenommen hatte, hat der Kommandant die Bekämpfung der Einbruchkriminalität zur Schwerpunkt-Aufgabe erklärt. So habe die Kantonspolizei Thurgau 2014 eine eigene Task Force Einbruchdiebstahl aufgebaut, sagte Baltensperger. «Die Task Force befasst sich in erster Linie mit Einbruchserien und ermittelt über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus.» Die Grenzen stehen im Fokus, nachdem die Analyse von Einbruchsserien aus den Jahren 2010 bis 2013 gezeigt hatte, dass die Täterschaft fast immer Bezüge zum grenznahen Ausland hatte, im Kanton speziell zum Grossraum Konstanz. Deshalb würden in der Task Force Vertreter des Grenzwachtkorps und der Kriminalpolizei Baden-Württemberg mitarbeiten, sagte der Kommandant. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit sei wichtig, um Erkenntnisse über Hintergrund, Organisation, Logistik, Unterkünfte oder Verschiebungsachsen solcher Tätergruppierungen zu erhalten.

Erfolge, wie die fast verdoppelte Aufklärungsquote, kommen nicht von ungefähr. Eine wichtige Grundlage für die erfolgreiche Ermittlungsarbeit werde bereits am Tatort geschaffen, sagte der Kommandant. Die Kantonspolizei Thurgau legt deshalb grossen Wert auf eine professionelle Tatortarbeit, mit einer umfassenden Sicherung von Spuren und Beweisen. Zentral sei danach eine konsequente und rasche Auswertung der Spuren durch den Kriminaltechnischen Dienst der Kantonspolizei Thurgau, betonte Baltensperger. Auch dabei sei der Informationsaustausch über die Grenzen wichtig: «Nur so können Serien erkannt und interkantonale oder internationale Tatzusammenhänge aufgedeckt werden.»

Deutlich weniger Einbrüche, viele Täter verhaftet
«Eine vertiefte Betrachtung der Zahlen zeigt, dass die Massnahmen der Kantonspolizei Thurgau mit Beginn der Periode der Dämmerungseinbrüche zu greifen begonnen haben», sagte der Kommandant. Während über das ganze Jahr 2014 ein Rückgang der Delikte um 2 Prozent zu verzeichnen war, ist die Zahl der Einbrüche von Oktober bis Dezember 2014 um mehr als 30 Prozent zurückgegangen, von 394 auf 260 Delikte. Und die Zahlen der ersten zwei Monate 2015 lassen den Schluss zu, dass die Fortschri tte nachhaltig sind: Im Januar und Februar 2015 ging die Zahl der Einbrüche um fast 40 Prozent zurück (von 269 auf 169 Delikte). Zudem habe die Kantonspolizei Thurgau in den ersten beiden Monaten des Jahres 18 Einbrecher ermittelt, sagte Baltensperger: 14 Täter wurden verhaftet, vier weitere konnten identifiziert werden.

Das Sicherheitsempfinden der Bevölkerung werde auch massgeblich durch die Häufigkeit von Gewaltstraftaten beeinflusst, so der Kommandant. Im Thurgau wurden im vergangenen Jahr 887 Gewaltstraftaten registriert, 3 Prozent weniger als 2013. Baltensperger verwies auf einen Rückgang von 35 Prozent und «erfreulich tiefe Fallzahlen» bei den schweren Gewaltstraftaten. Eine unterschiedliche Entwicklung zeigen die Gewaltstraftaten mit den grössten Fallzahlen: Während die Zahl der Tätlichkeiten leicht zugenommen hat, wurden deutlich weniger einfache Körperverletzungen registriert. Solche Delikte werden meist an Wochenenden, abends und nachts, in den Zentren und in Verbindung mit Alkohol- oder Drogenkonsum begangen: «Die Kantonspolizei Thurgau trägt dem Ausgehverhalten in der 24-Stunden-Gesellschaft Rechnung, indem sie an solchen Brennpunkten verstärkt Präsenz zeigt.»

Trotz mehr Verkehr immer weniger Verkehrsopfer
Gemäss Verkehrsunfallstatistik der Kantonspolizei Thurgau wurden im vergangenen Jahr 1348 Verkehrsunfälle polizeilich bearbeitet, das sind 10 Prozent weniger als 2013. Die Zahl der Verkehrsopfer blieb tief: 753 Personen (740) wurden bei Unfällen verletzt, davon 71 (84) schwer, und wie im Vorjahr kamen auf Thurgauer Strassen acht Personen ums Leben. Bei diesen Zahlen ist zu berücksichtigen, dass der Motorfahrzeugbestand in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 50 Prozent zugenommen hat und die Verkehrsfrequenzen von Jahr zu Jahr steigen.

Trotz des wachsenden Fahrzeugbestandes und des Mehrverkehrs ist das Bussenaufkommen im Kanton Thurgau 2014 zurückgegangen, von 10,5 auf 10,2 Mio. Fr. Diese Zahl beinhaltet sämtliche Ordnungsbussen. Auch bei den Buss en wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen habe es einen Rückgang gegeben, sagte der Kommandant: Die Erträge aus Geschwindigkeits- bussen betrugen 8,1 Mio. Fr. (Vorjahr 8,2 Mio.). 2012 hatte diese Zahl noch bei 8,5 Mio. Fr. gelegen. Für Baltensperger unterstreichen die Zahlen, dass der Vorwurf, die Kantonspolizei Thurgau nutze Geschwindigkeitskontrollen, um die Staatskasse zusätzlich zu alimentieren, ins Leere greift. «Gleichzeitig stellt diese Entwicklung den Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrs- teilnehmern im Thurgau ein gutes Zeugnis aus», sagte der Kommandant.

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