/// Rubrik: Region

Mittelschulen als Sprungbrett für die Zukunft

Thurgau - Die Mittelschulen bereiten auf anspruchsvolle Aufgaben in der Gesellschaft vor. 703 Jugendliche können einen der attraktiven Ausbildungsgänge antreten.

Die Kandidaten und Kandidatinnen sind startklar für die AP 2015 (Bild: zvg)

Die Kandidaten und Kandidatinnen sind startklar für die AP 2015. (Bild: zvg)

Von der Kanti oder dem Gymi spricht man häufig im Volksmund. Gymnasiale Maturitätsschule, Pädagogische Maturitätsschule, Fachmittelschule und Handelsmittelschule sind die offiziellen Bezeichnungen für die vier Ausbildungen, für welche in diesem Jahr 1145 Thurgauer Jugendliche eine Aufnahmeprüfung absolviert haben. Diese Schulen sind ausbildungsmässig interessant und ermöglichen den Zugang zu einer Vielzahl von anspruchsvollen Berufen. Mittelschulen stellen nicht nur individuell eine Chance dar, sie sind auch eine Chance für die Zukunft unserer Gesellschaft. So ist konkret die gymnasiale Maturitätsschule einer der bedeutenden Orte, an welchen vertieft Mathematik und Naturwissenschaften gefördert und so dem aktuellen Fachkräftemangel, dessen Gefahr für den Wissens- und Innovationsstandort Schweiz schon längst erkannt ist, entgegengewirkt werden kann.

Erfolgsquote wie im Vorjahr
817 Jugendliche aus zweiten und dritten Sekundarschulklassen haben dieses Jahr die Aufnahmeprüfung an die gymnasiale Maturitätsschule und an die pädagogische Maturitätsschule absolviert, 505 mit Erfolg. Damit liegt die Erfolgsquote mit 62 Prozent etwas höher als in den Vorjahren. Diese beiden Schultypen führen zur gymnasialen Maturität und ermöglichen somit den direkten Zugang zu den Universitäten. Während an den gymnasialen Maturitätsschulen verschiedene und auf den späteren Berufswunsch abgestimmte Ausbildungsschwerpunkte zur Wahl stehen, legt die pädagogische Maturitätsschule einen speziellen Fokus auf die Lehrerbildung.

Die Aufnahmeprüfung an die Fachmittelschule, welche ebenfalls eine pädagogische Ausrichtung anbietet, aber auch auf Berufe aus dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie in den Bereichen Information und Kommunikation vorbereitet, haben 162 von 279 Jugendlichen bestanden. Dies entspricht 58 Prozent. Die Handelsmittelschule schliesst mit dem Eidgenössischen Fähigkeitszeugnis und dem kaufmännischen Berufsmaturitätsausweis ab. Für diesen Mittelschultyp haben mit 36 von 49 Schülerinnen und Schüler 73 Prozent die Aufnahmeprüfung bestanden. Die Regierung hat für die HMS eine Beschränkung auf eine Klasse beschlossen. Glücklicherweise können alle erfolgreichen Kandidatinnen und Kandidaten aufgenommen werden.

Potential im Thurgau nach wie vor nicht ausgeschöpft
Mit 13,4 Prozent hat der Thurgau eine der tiefsten Maturitätsquoten der Schweiz (Durchschnitt CH: 19,9 Prozent). Auch die neuen Zahlen der Eintritte an eine Thurgauer Mittelschule zeigen, dass der Thurgau sein Potential im Bereich der Ausbildung des akademischen Nachwuchses und der späteren Spitzenkräfte für den Wissens- und Innovationsstandort Schweiz weiterhin nicht ausschöpft. Auch ein KMU-Kanton wie der Thurgau ist auf Akademiker (z.B. Ingenieure, Ärzte) angewiesen und sollte diese aus der eigenen Bevölkerung rekrutieren können. Der Nachwuchsförderung via Mittelschulen ist deshalb mehr Beachtung zu schenken.

Genauere Informationen zu den Resultaten der diesjährigen Aufnahmeprüfungen sind auf den Homepages der vier Mittelschulen wie auch auf derjenigen des Amtes für Mittel- und Hochschulen www.amh.tg.ch zu finden.

 

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.