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Hohe Perspektiven für Kreuzlingen

Kreuzlingen – Beim Gewerbe-Lunch im Restaurant Fischerhaus vergangene Woche zeigten Bau-Stadtrat Ernst Zülle und Bauverwalter Heinz Theus auf, dass angesichts knapper Landressourcen ein vermehrtes Wachsen der Stadt Kreuzlingen in die Höhe in Zukunft unausweichlich sein dürfte.

Gewerbe-Präsident Andreas Haueter bedankt sich bei Heinz Theus und Ernst Zülle (v.r.) für das informative Referat. (Bild: Thomas Martens)

Gewerbe-Präsident Andreas Haueter bedankt sich bei Heinz Theus und Ernst Zülle (v.r.) für das informative Referat. (Bild: Thomas Martens)

Bis Ende 2017 will die Stadt Kreuzlingen die Ortsplanungsrevision – wie vom Kanton vorgegeben – umgesetzt haben. Teil davon ist das neue Hochhauskonzept, das Zülle und Theus den Gewerbetreibenden vorstellten. Es ist grundsätzlich der Notwendigkeit geschuldet, dass Kreuzlingen über begrenzte Landreserven verfügt und deshalb in bestehenden Wohnquartieren nachverdichten muss, um der anhaltenden Nachfrage nach Wohnraum zu begegnen.

Die Stadt Kreuzlingen rechnet in einem Szenario mittlerer Grösse bis zum Jahr 2030 mit 24000 Einwohnern, bis 2040 mit 25500. Der Kanton ist noch optimistischer und nimmt in einem höheren Szenario 26000 respektive 28000 Einwohner an. Für Theus ein «gewaltiger Unterschied». Dennoch stelle sich die Frage, woher das Bauland genommen werden soll. Beim mittleren Szenario würde Kreuzlingen mit den verfügbaren freien Flächen bis 2040 auskommen, beim höheren Szenario aber müssten zusätzlich verstärkt Lücken gefüllt und neue Gebiete eingezont werden. «Wir müssten dann nach Lengwil hoch weiter wachsen», prognostizierte Theus.

Doch bis es soweit ist, würden eigene Verdichtungspotenziale ausgeschöpft, zum Beispiel durch Hochhäuser, allerdings auf 40 Meter Höhe begrenzt. Während in so genannten Aus- schlussgebieten, wie etwa am See oder am Hang, keine Hochhäuser möglich seien, würden auf Potenzialflächen  verschiedene Kriterien berücksichtigt. Dazu gehören unter anderem Fernbild (Stadtsilhouette) oder Schattenwurf. Beim Fernbild komme es nicht auf die Entfernung an, beantwortete Theus eine Frage von Hans-Jörg Schoop. Es komme vielmehr darauf an, dass aus welcher Perspektive auch immer die Sicht auf die Seerückenkante oder das Seeufer nicht beeinträchtigt werden.

Weiteres Vorgehen
Noch in diesem Jahr soll der Entwurf des Rahmennutzungsplanes (Zonenplan und Baureglement) als Teil der Ortsplanungsrevision stehen. 2016 erfolge die Vorprüfung durch den Kanton unter Einbezug der Grundeigentümer und die Orientierung der Bevölkerung. 2017 ist die öffentliche Planauflage vorgesehen, mit Einsprachemöglichkeit. Dann folgen der Gemeinderatsentscheid und im November die Volksabstimmung. Und zum Schluss die Einreichung beim Kanton. «Dies sollte dann für die nächsten zehn bis 15 Jahre halten, um Planungssicherheit zu ermöglichen», so Theus.

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One thought on “Hohe Perspektiven für Kreuzlingen

  1. Bruno Neidhart

    Können potente Firmen angeworben werden, die stets ein exzellentes Gebiet bevorzugen, um repräsentativ zu sein, bleibt fast nur noch der Hang unterhalb Melgenten-Foren. Hier läge der „Charme“ sogar darin, dass über die kommende OLS (?) ein direkter Anschluss an die Autobahnanschlussstelle Kreuzlingen-Süd bestehen würde (Richtung Zürich-Kloten, resp. Singen-Stuttgart). Insofern liegt Herr Theus mit „nach Lengwil hoch“ richtig.

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