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Licht und Schatten für Thurgauer Wirtschaft

Weinfelden – An der diesjährigen Firmenkundenumfrage der Thurgauer Kantonalbank (TKB) haben rund 500 Unternehmen aus dem Kanton Thurgau teilgenommen. Das vergangene Geschäftsjahr beurteilt die Mehrheit der befragten Firmen als gut. Nicht ganz so positiv fallen die Prognosen für das laufende Jahr aus: Hier zeigt sich die Ungewissheit über die Folgen der Aufhebung des Euro-Mindestkurses.

2014 war für die Thurgauer Wirtschaft insgesamt ein gutes Jahr. Das zeigen die Ergebnisse der diesjährigen TKB-Firmenkundenumfrage. Erfreuliche Ergebnisse verzeichneten insbesondere das Baugewerbe und der Dienstleistungssektor. So bezeichneten 70 Prozent der befragten Bauunternehmen 2014 als gutes Jahr. Davon zeugen die positive Gewinn- und Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahr sowie die bessere Auslastung und ein höherer Personalbestand. Bei den befragten Dienstleistungsunternehmen blicken ebenfalls fast 70 Prozent auf ein gutes Jahr zurück. Der erfreuliche Geschäftsgang zeigt sich in höheren Umsätzen und Gewinnen.

Industrie gut ausgelastet
Die Unternehmen der im Kanton Thurgau stark vertretenen Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM-Industrie) blicken ebenfalls auf ein mehrheitlich befriedigendes bis gutes Jahr zurück. Das grundsätzlich positive Bild zeigt sich in höheren Umsätzen und Gewinnen und einer besseren Auslastung. Die befragten Firmen in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie die Landwirtschaftsbetriebe haben vor allem dank gesteigerter Arbeitsproduktivität ein leichtes Gewinnwachstum verzeichnen können.

Mindestkurs-Aufhebung bereitet Sorgen
Die Freude über das ordentliche Geschäftsjahr 2014 wird allerdings über sämtliche Branchen hinweg getrübt durch den im Januar 2015 getroffenen Entscheid der Schweizerischen Nationalbank, den Euro-Mindestkurs aufzuheben. Gerade die zahlreichen exportorientierten Unternehmen im grenznahen Thurgau haben ihre Prognosen revidiert und rechnen im laufenden Jahr mit tieferen Umsätzen. Die Planungssicherheit, welche der Mindestkurs den Unternehmen in einem rauen Wirtschaftsumfeld gegeben habe, sei nun weggefallen, sagt Heinz Huber, Vorsitzender der Geschäftsleitung der TKB. «Die Unternehmen müssen auf einer höchst unsicheren Basis neu kalkulieren, das ist eine grosse Herausforderung.» Allerdings sei es noch zu früh, um konkrete Aussagen zu treffen. «Der Konsolidierungsdruck dürfte aber zunehmen», sagt Huber.

Thurgauer Wirtschaft im Fokus
Die Ergebnisse der nicht repräsentativen TKB-Firmenkundenumfrage sind in der Broschüre «Wirtschaft Thurgau» zusammengestellt. Neben dem Schwerpunktthema, das sich der Vernetzung der Thurgauer Wirtschaft widmet, findet sich ein Text über die weltweite Entwicklung der Konjunktur. Die aktuelle Broschüre «Wirtschaft Thurgau» wurde erstmals in Zusammenarbeit mit der St. Galler Beratungsfirma Ecopol erstellt.

Die Broschüre «Wirtschaft Thurgau 2014» online unter www.tkb.ch/wirtschaft-tg.

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