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«Es ist Zeit zu investieren»

Kreuzlingen – Das Jahr 2014 ist finanziell sehr erfreulich für die Stadt Kreuzlingen ausgefallen. Statt einer budgetierten schwarzen Null weisst die Rechnung einen Überschuss von 8,1 Millionen Franken aus. Grund dafür sind überraschend hohe Steuereinnahmen und einmalige Sonderfaktoren.

(Symbolbild: Archiv)

(Symbolbild: Archiv)

«Selbsterwirtschaftet haben wir 2014 nur drei Millionen Franken», setzte Stadtammann Andreas Netzle den hohen Gesamterfolg in Relationen. Die restlichen 5,1 Millionen Franken sind auf einmalige Faktoren zurückzuführen. So wurde nach der Ablehnung der Schwimmhalle die Vorfinanzierung für das Projekt in Höhe von 4,6 Millionen Franken aufgelöst. Auch konnten  zurückgestellte Mittel in Höhe von 600000 Franken für eine allfällige Sanierung der Pensionskasse wieder frei gemacht werden.

Gründe für den mit drei Millionen Franken so hoch ausgefallenen operativen Betrag sind die besser als erwarteten Steuereinnahmen (+2,1 Mio. Franken), ein geringerer Personalaufwand (-430000 Franken) sowie ein überraschend hoher Soziallastenausgleich vom Kanton (+360000 Franken). Die juristischen Personen (Unternehmen) konnten dabei 30 Prozent mehr Steuern (+1,5 Mio. Franken) ausschütten als im Vorjahr. «Hier spielt die Aufhebung des Euro-Mindestkurses jedoch noch nicht mit hinein», gab Netzle zu bedenken.

Dadurch konnten jedoch Abschreibungen auf die Planungskosten für die Schwimmhalle sowie eine Neubeurteilung von Vermögenswerten, welche zusammen mit einer Million Franken zu Buche schlugen, gut verkraftet werden.

Investitionsstau
Der erneute Ertragsüberschuss reiht sich in eine lange Strecke fetter Jahre für Kreuzlingen ein. Seit 2007 lag dieser konstant über zwei Millionen Franken und übertraf damit auch jeweils um mehrere Millionen das Budget. «In der Finanzplanung müssen wir besser werden», gab Netzle zu. Geschuldet seien diese Abweichungen der jeweils sehr vorsichtigen und zurückhaltenden Budgetierung, aber auch ausbleibenden Investitionen. «Zwei davon gehen auf die Kappe des Volkes», gab Netzle mit Verweis auf den abgelehnte Busbahnhof und die Schwimmhalle zu Bedenken. Gleichzeitig seien geplante Projekte im Strassenbau oder in der Abwasserbeseitigung schlicht noch nicht realisiert worden. «Wir haben ein sehr schwaches Investitionsvolumen», sagt auch Thomas Knupp, Leiter der Finanzabteilung. Die Gewinne der vergangenen Jahre seien aber auch für den Abbau von Schulden genutzt worden.

Grosses geplant
«Eigentlich müssten wir schon längst runter mit den Steuern», wandte Netzle ein, doch dies sei eine Diskussion für das Budget 2016. Zudem hätte der Stadtrat noch Grosses geplant. So geht er bei einer Annahme des Stadthausprojekts längerfristig immer noch von einer Erhöhung der Schulden aus. Beim Gemeinderat wird am 7. Mai beantragt, den Überschuss als Gewinnvortrag zu verbuchen. Mit den freien Mitteln soll ein Zeichen gesetzt werden, dass der Stadtrat in Kreuzlingen etwas Realisieren möchte. Die Rahmenbedingungen dafür seien Aufgrund der konstanten Einnahmen und den historisch tiefen Zinsen so gut wie noch nie. «Wenn wir jetzt nicht in etwas investieren, machen wir einen Fehler», appellierte Netzle noch einmal an die Stimmbürger.

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One thought on “«Es ist Zeit zu investieren»

  1. Yvonne Müller

    Ich würde mich auch wünschen, dass die Steuern etwas gesenkt werden. Der Überschuss sollte uns allen zu Gute kommen. Erfreulich ist dieses Ergebnis auf jeden Fall.

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