/// Rubrik: Stadtleben

Kleingärtner gegen Agglo-Planung

Kreuzlingen/Konstanz – Die Kleingärtner im Döbeli sorgen sich um die Zukunft ihrer Gartenanlage. Denn das Agglomerationsprogramm Kreuzlingen-Konstanz sieht vor, dass hier Sportstätten entstehen sollen. Für Bau-Stadtrat Ernst Zülle kommt diese Opposition reichlich spät, lag das Programm doch bereits vor fünf Jahren auf. Statt einer Kampfansage wäre ihm konstruktive Zusammenarbeit lieber.

Das Logo des Gartenvereins. (Bild: zvg)

Das Logo des Gartenvereins. (Bild: zvg)

Dieses Schreiben des Gartenvereins Döbeli erreichte uns am Montag.

Wir müssen uns mit einem ernsten Thema an Sie wenden. Die Zukunft unserer Gartenanlage ist bedroht. Die Gemeinde Kreuzlingen plant mittel- bis langfristig, das Gelände für Sportstätten zu verwenden. Dann müsste der Gartenverein weichen. Derzeit berät der Gemeinderat der Stadt Konstanz darüber, eine Vereinbarung abzuschliessen, die dies unterstützen soll. Dem sollten wir nicht kampflos zusehen! Wir haben das anliegende Schreiben an alle Gemeinderäte der Stadt Konstanz gerichtet. Das Thema ist zwar von der Tagesordnung der letzten Gemeinderatssitzung genommen worden, wird aber wohl in der nächsten Sitzung beraten werden. Erste Unterstützung haben wir von einzelnen Gemeinderäten bereits erhalten. In persönlichen Gesprächen mit den Fraktionen wollen wir unser Anliegen erläutern. Weiterhin haben wir uns an den «Südkurier» gewandt, der über das Vorhaben berichten wird. Herr Rauer, der Vorsitzende des benachbarten Vereins Grenzland Döbele e.V., ist einbezogen worden.
Wir brauchen aber auch die Unterstützung unserer Mitglieder. Wenn Sie in Konstanz wohnen, sollten Sie sich persönlich an Ihnen bekannte Gemeinderäte wenden und auf unsere Interessen aufmerksam machen. Sprechen Sie mit Nachbarn, Freunden und Bekannten, die für die Anliegen der Kleingärtner offen sind. Wir müssen versuchen, in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu erlangen. Wenn Sie in Kreuzlingen wohnen, können Sie sich an Ihre Gemeinderäte wenden. Wir brauchen auch nähere Informationen über die vorgesehene Bebauung. Es ist nicht einfach, herauszufinden, was die Gemeinde Kreuzlingen im Einzelnen plant.

Über die Ergebnisse der weiteren Diskussion werden wir Sie rechtzeitig informieren. Wir sehen gute Chancen, unsere Gartenanlage zu erhalten, wenn wir uns gemeinsam für ihre Erhaltung einsetzen.

Baustadtrat Ernst Zülle reagierte prompt mit einer Stellungnahme:

Das Agglomerationsprogramm lag vom 18. Februar bis zum 23. April 2010 in allen Agglomerationsgemeinden öffentlich auf. Jedermann konnte damals seine Einwendungen vorbringen. Zur Umsetzung dieser behördenverbindlichen Agglomerationsmassnahme gibt es noch keine konkreten Resultate.

Es erstaunt deshalb, dass ein seit über fünf Jahren bekannter Tatbestand nun plötzlich grundsätzlich in Frage gestellt wird.

Bei unserem Vorschlag an die Stadt Konstanz, den wir zurzeit ausarbeiten sind wir bedacht, dass die Kleingärten möglichst im gleichen Areal erhalten bleiben. Wenn ein Teil der Gärten wegen Platzmangel aufgehoben werden müsste, so wird für Ersatz gesorgt. Man ist daran eine Bestandesaufnahme der Kleingärten zu erheben und gleichzeitig die Bedürfnisse der Fussbaldvereine abzuklären. Auch soll das Döbeli nebst Sportanlagen  für die Naherholung gestaltet werden. Ebenfalls ist ein neuer Grenzübergang für den Langsamverkehr in Diskussion. Wir erarbeiten diese Planung in enger Zusammenarbeit mit den Konstanzer Behörden. Die jetzige Opposition der Kleingärtner ist wohl nicht zielführend. Eine konstruktive Zusammenarbeit würde die Entscheidungsfindung zum Wohle aller Beteiligen und Nutzer vereinfachen.

Mehr dazu in der Freitagsausgabe der KreuzlingerZeitung.

Nachtrag:
Auch Kollegen auf der Suche nach Geschichten machen sich auf unserer Homepage schlau. So hat die TZ die hier veröffentlichten Informationen für ihre Leser nochmals zusammengefasst.

 

Share Button

One thought on “Kleingärtner gegen Agglo-Planung

  1. Thurau

    Ich bin selber Mitglied in diesen Gartenverein. Das von Herrn Zülle erwähnte Agglomerationsprogramm ist mir und sicher anderen
    Gartenmitglieder nicht bekannt. Ich habe den Garten bereits seit 17 Jahren. Der Verein ist vor 18 Jahren gegründet worden. Wir haben
    aus einer Wildnis eine wunderschöne Oase gemacht und nun soll dies durch Politiker, die keine Ahnung haben, wieviel Herzblut wir in
    den Garten bringen, alles zerstörren. Damit sind wir nicht einverstanden.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.