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Kreuzlingen muss in sauren Abstiegsapfel beissen

Handball – Mit einem enttäuschenden Auftritt besiegelten die NLB-Männer des HSC Kreuzlingen ihre Relegation aus der zweithöchsten Spielklasse. Vor 365 Zuschauern unterlagen sie dem TV Möhlin im «Abstiegskrimi» diskussionslos mit 23:28 (10:14). Weil die direkten Konkurrenten allesamt punkteten, steht die Rückkehr der Hafenstädter in die 1. Liga bereits vor dem letzten Spieltag fest.

(Bild: Gaccioli)

(Symbolbild: Gaccioli)

Es war aus Kreuzlinger Optik ein bitterer Abend im letzten Heimspiel der NLB-Saison 2014/15. Die Mannschaft von Interimstrainer Alexander Mierzwa agierte im «Spiel der letzten Chance» von der ersten Minute an hypernervös und fehleranfällig. Die routinierteren Gäste schienen ihr Nervenkostüm jedenfalls deutlich besser im Griff zu haben. Möhlin trat wacher und irgendwie auch entschlossener auf, fand sogleich seinen Spielrhythmus und lag angeführt von Spielertrainer und Topskorer Marcus Hock schnell mit 0:2 und 2:4 vorne. Dagegen taten sich die Kreuzlinger im Angriff ungemein schwer, die Lücke in der kompakten und physisch präsenten Gästeabwehr zu finden. Mit unpräzisen und/oder überhasteten Würfen schoss man den gegnerischen Keeper Flavio Wick richtiggehend warm. Dieser kam phasenweise auf eine Abwehrquote von nahezu 60 Prozent. Während sich der HSCK jeden Treffer hart erarbeiten musste, erzielten die Gäste immer wieder einfache Tore aus dem Rückraum. So führte Möhlin zwischenzeitlich mit bis zu fünf Längen (27./8:13). Diesen Vorsprung verwalteten die Fricktaler bis zum Pausenpfiff problemlos. Dem HSCK wollte in den 30 Minuten aus dem Rückstand fast gar nichts gelingen.

Chance verpasst
Wer auf eine klare Leistungssteigerung wie noch vier Tage zuvor in Steffisburg gehofft hatte, wurde dieses Mal enttäuscht. Die beste Phase hatten die Kreuzlinger nach rund zehn Minuten, als ihre Spezialbewachung auf Goalgetter Hock einige Wirkung zeigte und sie wieder bis auf 15:17 aufschliessen konnten. Zweimal besassen sie in der Folge gar die Chance auf den so wichtigen Anschlusstreffer, der vielleicht nochmals Kräfte hätte freimachen können. Aber mit einem Fehlpass leitete ausgerechnet einer der Routiniers die Entscheidung ein. Mit dem Penaltytreffer und einer Zweiminutenstrafe kassierte der HSCK die Höchststrafe für diesen Lapsus. Nach dem 15:18 schien die Moral der Thurgauer definitiv gebrochen zu sein. Weitere Fehlwürfe und Ballverluste sowie clever herausgespielte Treffer der Gäste zum 16:22 (48.) ebneten den Weg in die bittere Niederlage. Der Sieg des TV Möhlin ging am Ende absolut in Ordnung. Er besass in fast allen Bereichen klar Vorteile. Matchentscheidend war rückblickend der Rückraum. Während bei Möhlin Marcus Hock und auch Tobias Stalder für viel Druck und erfolgreiche Abschlüsse sorgten, erzielte die Kreuzlinger Achse Kasumovic-Nikocevic-Kozak aus 30 Würfen lediglich acht Treffer.

Vermehrt eigene Talente einbauen
Für den HSC Kreuzlingen ist der Abstieg aus der Nationalliga B zwar eine sportliche Enttäuschung, aber kein Weltuntergang. So oder so will man in der kommenden Saison einen Neustart in der 1. Liga wagen und sich mittelfristig für eine Rückkehr in die zweithöchste Spielklasse empfehlen. Grundsätzlich soll dies aber mit möglichst vielen eigenen Talenten geschehen. Klar ist, dass mit Yves Petrig, Bozidar Nikocevic, Tarek Kasumovic, Marcel Misteli und Lukas Buff mindestens fünf Spieler den Club verlassen werden. «Die Zeit ist reif, dass wird in der nächsten Spielzeit vermehrt auf eigene junge Spieler setzen werden. Sie konnten in der Spielgemeinschaft mit Romanshorn bereits einige Erfahrung auf 1.-Liga-Stufe sammeln,» sieht Kreuzlingens Präsident Patrick Müller in der Stunde des Abstiegs durchaus auch positive Zeichen. So bald als möglich wolle man auch den neuen Trainer vorstellen. Das Kader soll zudem mit einem bis zwei routinierten Führungsspielern ergänzt werden. Aufgrund des radikalen Umbruchs wird die Vorbereitung auf die nächste Saison bereits im Mai beginnen.

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