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«Ein gewaltiger Schritt vorwärts»

Kreuzlingen – Das ehemalige Heimatmuseum im Rosenegg-Altbau bietet nach der Restauration Platz für Dauer- und Sonderausstellungen. Am Sonntag, 19. April, wird ab 11 Uhr die Einweihung gefeiert. Ab 14 Uhr sind alle Ausstellungen geöffnet.

Museumsleiterin Heidi Hofstetter freut sich auf Besucher und zeigt ein Exponat, eine alte hölzerne Wasserleitung («Teuchel» genannt). (Bild: sb)

Museumsleiterin Heidi Hofstetter freut sich auf Besucher und zeigt ein Exponat, eine alte hölzerne Wasserleitung («Teuchel» genannt). (Bild: sb)

In drei der sieben restaurierten Räume des Altbaus der Rosenegg sind künftig Dauerausstellungen beheimatet. Sie behandeln die Kloster- und Siedlungsgeschichte, Kreuzlinger Persönlichkeiten und die historische Küche. Sie alle haben thematische Zusammenhänge mit anderen Ausstellungen, sei es zu Dauerausstellungen im Museum Rosenegg, wie es bei Grossmutters Küche der Fall ist (Ausstellungen «Mass und Gewicht») oder zu externen, wie dem Kirchenmusuem im Fall des Klostermodells.

Die erste Sonderausstellung, sie ist kostenpflichtig, trägt den Titel «Ländliches Leben im späten Mittelalter» und ergänzt die Konzilfeierlichkeiten. «Wir wollten die Wände dieser schönen Räume nicht einfach voll hängen», erklärte Museumsleiterin Heidi Hofstetter anlässlich einer Vorabbesichtigung. Deswegen wurden in der Konzeption aller Ausstellungen neue Wege beschritten. Bekannte Ausstellungsmöbel wie Vitrinen und Banner setzt ein praktisches und flexibles Lichtsystem entsprechend in Szene. Ein vom Rosenegg-Team entworfenes Karussell mit Infotafeln erklärt das bäuerliche Leben. Und das Modell des Klosters hat in seinen Schubladen Überraschungen in Form vom Bild- und Plandokumenten versteckt.

Digitale Technologie
Gleichzeitig ist das ehemalige Heimatmuseum im digitalen Zeitalter angekommen. Am Touchscreen erfahren die Besucher mehr über portraitierte Persönlichkeiten. Film- und Hörbeispiele entführen sie in den Alltag unserer Vorfahren.
Über die Renovation herrscht grosse Freude. «Unter all den Nicht-kantonalen Museen gehören wir damit zu den Grössten», erklärt Heidi Hofstetter. Ein Ziel des Ausstellungskonzeptes sei es deswegen, die «Räume sprechen» zu lassen. Vor der Renovation war hier nämlich das Heimatmuseum, dessen meiste Exponate derweil in den Kulturgüterschutzraum der Stadt Kreuzlingen gewandert sind. Die Wichtigsten – «die müssen gezeigt werden», so Heidi Hofstetter – sind in den Dauerausstellungen zu sehen. Um kommende Ausstellungen zu ergänzen kann die Museumsleiterin aber auch die eingelagerten wieder hervorholen. Ländlich-bürgerliche Wohnkultur von anno dazumal bleibt aber auch ohne sie allein anhand der Wandmalereien und Stuckaturen erfahrbar.

Am 17. Mai findet die erste Begleitveranstaltung statt. Besucher können dem Teuchelbohrer und Nagelschmied über die Schulter schauen.

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