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«Lengwil bleibt Lengwil»

Lengwil – Nach vier Amtsperioden gibt der Lengwiler Gemeindeammann David Tschudi seinen Posten an Ciril Schmidiger ab. Wie Schmidiger die Entwicklung, den Status Quo und die Zukunft von Lengwil sieht, verrät er im Interview.

Ciril Schmidiger, ab dem 1. Juni der neue Gemeindeammann von Lengwil. (Bild: Donato Caspari)

Ciril Schmidiger, ab dem 1. Juni der neue Gemeindeammann von Lengwil. (Bild: Donato Caspari)

KLZ: Herr Schmidiger, bei der Wahl waren Sie zwar der einzige Kandidat, dennoch sind 70 Prozent der Stimmen immernoch ein Glanzresultat. Woher kommt diese Zustimmung?
Mittlerweile bin ich ja fast ein Eingeborener. Ich bin im Dorf aufgewachsen und seit acht Jahren im Gemeinderat tätig. Es freut mich natürlich, auf so einen Rückhalt zählen zu können, gleichzeitig verpflichtet dieser aber auch.

Wollten Sie schon immer in die Politik gehen?
Nein, das war nicht geplant. Aber als Not am Mann war, habe ich angefangen mich mit dem Thema zu beschäftigen. Im Nachhinein bin ich froh, diesen Schritt gewagt zu haben. Es täte jedem mal gut hinter die Kulissen einer funktionierenden Gemeinde zu schauen. Ich auf jeden Fall habe dabei viel gelernt.

Neben der Arbeit für die Gemeinde sind Sie auch Präsident der Jugendmusik Kreuzlingen. Woher kommt ihr Engagement?
Ich denke, aus dem Vereinswesen. Dort habe ich gelernt, die Gemeinschaft zu schätzen. Wenn jeder nur an sich selbst denkt funktioniert diese nicht. Es ist schön zu sehen, welcheZiele man gemeinsam erreichen kann.

Was für Ziele haben Sie für Lengwil?
Der Leitsatz des Gemeinderats lautet: «Lengwil bleibt Lengwil.» Das Dorf soll als attraktiver Standort bestehen bleiben, in dem Wohnen, Gewerbe und Landwirtschaft Platz haben. Das ist ein Spagat, den wir zu meistern versuchen. Auch will ich die Nähe zum Bürger und das kollegiale Verhältnis im Gemeinderat wahren, um zusammen gute Lösungen zu finden.

Das scheint zu funktionieren, die Finanzen sind stabil und die Bevölkerung zufrieden. Gab es auch Rückschläge?
Leider konnten wir das Projekt «Wohnen im Alter» nicht realisieren. Wichtig ist, dass aus solchen Begebenheiten Lehren für die Zukunft gezogen werden.

Bei der Fahrt durch Lengwil fallen vor allem die vielen Baustellen auf. Die Gemeinde gehörte letztes Jahr mit fünf Prozent Bevölkerungswachstum zur Spitze im Thurgau. Soll das ein Ende finden?
Wir wollen eine Grösse halten, die für unser Dorf verträglich ist. Das Wachstum können wir aber nur begrenzt steuern. Zurzeit stehen einfach viele Bauflächen zur Verfügung. Wir rechnen damit, dass die rege Bautätigkeit noch rund zwei Jahre anhält und danach ein merkbarer Rückgang zu verzeichnen sein wird.

Warum ist Lengwil denn so attraktiv?
Bei uns gibt es halt alles aus der Region. Die Nähe zur Stadt, den See zur Erholung und das ländliche Leben.

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