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Büecherbrugg feiert das 20-Jährige

Kreuzlingen – Vor 20 Jahren haben sich die städtische Volksbibliothek und die Berufsschulbibliothek zusammengeschlossen. So entstand die «Büecherbrugg». Ihre Anfänge reichen indes fast 100 Jahre zurück.

Sie verleihen liebend gerne Bücher: Monika Pugl, Leiterin Büecherbrugg, Bea Niedermann und Fränzi Siebenmann (v.l.). (Bild: sb)

Sie verleihen liebend gerne Bücher: Monika Pugl, Leiterin Büecherbrugg, Bea Niedermann und Fränzi Siebenmann (v.l.). (Bild: sb)

Die Stadtbibliothek Büecherbrugg ist ein echtes Kreuzlinger Kleinod. Sechs Mitarbeiterinnen unter Leitung von Monika Pugl kümmern sich hier um ihre Leserinnen und Leser. Zur Ausleihe stehen Bücher, Videos, Hörbücher, CDs, DVDs oder E-Books – ein umfangreiches Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Hinzu kommen die beliebten Anlässe, die das Team der Büecherbrugg jedes Jahr organisiert, unter anderem Bücherflohmarkt, Ferienpass oder Bücherabend, die bereits zur Tradition geworden sind. Daneben ergänzen Lesungen, Führungen oder Kinderanlässe das Programm.

In diesem Jahr finden alle diese Events im Rahmen des 20-jährigen Jubiläums statt, in dessen Zentrum die Feierlichkeiten mit anschliessender Lesung am 30. April stehen (s. Kasten).
Die ersten Anfänge  reichen indes noch weiter zurück.

Bescheidene Anfänge
Am 17. Juni 1920 eröffnete in Kreuzlingen die sogenannte «Volksbücherei». An der Säntisstrasse 2 konnten Lesebegeisterte immer samstagnachmittags Bücher ausleihen. Später zügelte die kleine Bibliothek ins Alte Schulhaus Egelshofen und erhielt dort für viele Jahre eine Bleibe.
Richtig Fahrt bekam das Projekt ab 1981. Ab dann war sie im Untergeschoss des früheren Löwensaals beheimatet. Lesungen und Ausstellungen lockten die Leute an. Und die Bibliothek wuchs: Nach 14 Jahren an der Löwenstrasse wurde der Platz langsam knapp.

Zusammenzug brachte Vorteile
Da traf es sich gut, dass die Berufsschulen vom zuständigen Bundesamt angewiesen wurden, eine Bibliothek zu führen. Im Zuge des Ausbaus der Berufsschule Kreuzlingen entstand die Idee, die neu aufzubauende Bibliothek mit der Volksbücherei zusammenzulegen. Die Verantwortlichen der Stadt als auch von Primarschule, der Trägerin der Berufsschule, waren froh über die Vorteile, die sich daraus ergaben. Sie wollten die Öffnungszeiten aber auch das Bücherangebot erweitern.

Zusammenlegung und Neuaufbau erforderten viel Arbeit: Fleissige Hände bauten den Bestand auf und bereiteten die Bücher für die elektronische Ausleihe vor. Im April 1995 war es dann so weit: Im Untergeschoss des Berufsschulhauses an der Gaissbergstrasse 8 öffnete die Stadtbibliothek Büecherbrugg ihre Pforten.

1996 wurde als Trägerin die gleichnamige Stiftung gegründet. Der erste Präsident, Heinz Schmid, blieb es 20 Jahre lang und übergab sein Amt erst 2014. Der Bestand an Medien hat sich während seiner Amtszeit mehr als verdoppelt, die Ausleihen pro Jahr gar verdreifacht. Im 2014 gab es 24’687 Medien; sie wurden 88’531 Mal ausgeliehen.

Finanzielle Unterstützung kam in der schwierigen Anfangszeit von der Stadt Kreuzlingen und von der Schulgemeinde, die keinen Mietzins für die Räumlichkeiten erhob. Aber auch Nachbargemeinden beteiligten sich und es gelang der Stiftung, Sponsoren an Land zu ziehen. Heute steht die Bibliothek auf sicheren Beinen.

Knapp 47’000 Franken werden durch Nutzerbeiträge selbst erwirtschaftet. Gesichert wird der Betrieb durch die Primar- und Sekundarschulgemeinde Kreuzlingen. 115’000 Franken zahlten sie im 2014. Die Beträge der Nachbargemeinden beliefen sich auf rund 48’000 Franken.
Dank der Beteiligung zahlreicher engagierter Personen, aber auch der Gönner und Institutionen im Hintergrund wurde die Büecherbrugg zu dem, was sie heute ist: Eine kleine, aber feine und sehr beliebte Bibliothek. Ein Umstand, der am 30. April gebührend gefeiert wird.

Jubiläumsfeier
Am Donnerstag, 30. April, feiert die Stadtbibliothek ihren runden Geburtstag mit Freunden und Gönnern. Ab 20 Uhr ist jedermann eingeladen zur Lesung mit Lara Stoll im Stucksaal des Museums Rosen­egg. Die Poetry-Slammerin und ehemalige PHTG-Studentin nimmt den Zeitgeist unterhaltsam und wortgewaltig aufs Korn. Die Platzzahl ist beschränkt, bitte reservieren unter Tel. 058 345 63 22.

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