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Neues Leben für Priesterhaus Bernrain

Kreuzlingen – Drei polnische Patres kommen ab Juni 2016 ins Priesterhaus Bernrain und werden in der Kirchgemeinde beschäftigt. Pfarrer Josef Gander ist froh, dass er dann in Ruhestand treten kann und dass weiterhin Redemptoristen in Bernrain leben.

Pfarrer Josef Gander vor dem Priesterhaus Bernrain. (Bild: ek)

Pfarrer Josef Gander vor dem Priesterhaus Bernrain. (Bild: ek)

Im Priesterhaus Bernrain wohnt Pfarrer Gander mit vier Mitbrüdern. Ihr Durchschnittsalter beträgt 87 Jahre, Pfarrer Gander ist mit seinen 72 Jahren der Jüngste im Bunde. Sie gehören der Ordensgemeinschaft der Redemptoristen an. Weil deren Provinzialleitung entschied, keine weiteren Patres mehr nach Bernrain zu entsenden, muss – so ist es vertraglich festgelegt – die Kirchgemeinde das sanierungsbedürftige Haus zurückkaufen. «Bernrain soll weitergehen», wünschte sich Pfarrer Gander, als am Montagabend an der Kirchgemeindeversammlung über die Zukunft des Priesterhauses Bernrain informiert wurde. An der vergangenen Kirchgemeindeversammlung war das Geschäft vertagt worden.

Kein Geheimnis ist indes die Schwierigkeit, Pfarrer zu finden. Mit der präsentierten Lösung kann Pfarrer Gander in absehbarer Zeit in Pension gehen. Er geht davon aus, dass die drei Ordensleute, welche die Warschauer Provinzialleitung nach Bernrain entsenden will, über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Sie werden priesterliche Aufgaben in Kreuzlingen und der Region wahrnehmen. Alle 14 Zimmer des Priesterhauses wären dann nicht belegt. Sie können weiterhin Gästen dienen, so Pfarrer Gander, für weitere Nutzungsvorschläge habe man ein offenes Ohr. Walter Bieg schlug beispielsweise vor, Flüchtlinge im Haus unterzubringen.
Die Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen muss das Haus – «tolle Aussicht, aber sanierungsbedürftig» – aber in jedem Fall kaufen.

Redemptoristen
Die Ordensgemeinschaft wurde 1732 gegründet. In der Schweiz leben in drei Niederlassungen 24 Glaubensbrüder. Polnische Redemptoristen gibt es rund 500, von denen 150 im Ausland leben.

Stadthaus-Pläne gefallen
Die Pläne des neuen Stadthauses (wir berichteten) wurden von der Kirchenvorsteherschaft ohne Überraschung aufgenommen, berichtete Präsident Thomas Gisler. Denn die Möglichkeit, dieses parallel zum Dreispitz zu platzieren, habe die Kirchgemeinde von Anfang an vorgeschlagen. «Unsere Forderungen und Wünsche sind vollumfänglich umgesetzt worden», erklärte Gisler. «Es gibt keinen Grund mehr, dagegen zu sein.»

Arbeit hinter den Kulissen
Auch die Spannungen zwischen Gemeindemitgliedern und dem konservativen Pfarradministrator Alois Jehle kamen erneut zur Sprache. Die Unzufriedenen hätten sich mittlerweile zu einer Gruppe formiert, erklärte Gisler. Im Dialog versuche die Vorsteherschaft, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Zwei Gesprächsrunden, eine für Angehörige von St. Ulrich, die zweite für alle und «weitere Interessierte», seien am 12. Juni und 24. August geplant. Im August werde auch Bischofsvikar Ruedi Heim teilnehmen. «Wir sind an einer friedlichen Lösung interessiert», sagte Gisler und forderte die Gemeindemitglieder dazu auf, ihre Anliegen bei Pfarrer Jehle zu deponieren. «Damit wir die Gesprächsabende vorbereiten können.»
Kurz emotional wurde es auch: Angesichts der vielen Kirchenaustritte wegen «einer Person» sollten bei der Vorsteherschaft die «Alarmglocken läuten», befand Walter Bieg. Archivar Georg Strasser erklärte daraufhin aufgebracht, dass dies vor allem Deutsche gewesen seien, die Kirchensteuern hätten sparen wollen.

Ja zur Rechnung
Mit nur einer Gegenstimme wurde die Rechnung angenommen. Sie schliesst mit einem Gewinn von 540120 Franken. Yvonne Sanfilippo, Thomas Heidegger, Marcel Goldinger und Bernadette Möckel wurden für ihre zehn- bzw. 20-jährige Tätigkeit geehrt. Hauswart Balzer Cadosch wurde verabschiedet.

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