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Spital Thurgau: Anspruchsvolles Jahr sauber gemeistert

Frauenfeld – Das Umfeld für Schweizer Spitäler ist seit längerer Zeit alles andere als einfach und wurde 2014 nochmals anspruchsvoller, hauptsächlich durch die finanziell stetig engeren Spielräumen der Leistungserbringer. Trotz diesen schwierigen Rahmenbedingungen konnte das Tagesgeschäft der Spital Thurgau über das ganze Jahr und in allen Bereichen mit hoher Qualität und einem Jahresergebnis von 3,651 Mio. Fr. erfolgreich abgeschlossen werden. Neben der Vorbereitung auf die Immobilienübertragung per 1. Januar 2015 wurden nicht nur markante Fortschritten bei den ganz grossen und den kleineren Bauten erreicht, sondern auch bei diversen Qualitätsprojekten mit entsprechenden Prozessverbesserungen. Die Spital Thurgau kann und will kräftig in die Zukunft der Spitalversorgung der Region Thurgau investieren!

Am Tag der offenen Tür «3i Osttrakt» vom vergangenen Samstag hatte die Bevölkerung die Möglichkeit den neuen Anbau des Kantonsspitals Münsterlingen zu begehen. (Bild: zvg)

Am Tag der offenen Tür «3i Osttrakt» vom vergangenen
Samstag hatte die Bevölkerung die Möglichkeit den neuen Anbau des Kantonsspitals Münsterlingen
zu begehen. (Bild: zvg)

Die behandelten stationären Fälle stiegen in den beiden Akuthäusern um 3,7 Prozent in der Rehabilitation um ca. vier Prozent und in der Psychiatrie ganz leicht um rund 1,5 Prozent. Was uns besonders freut, ist das bereits seit 2012 festgestellte, kontinuierliche und überproportionale Wachstum der ausserkantonalen stationären Patientinnen und Patienten von je ca. zehn Prozent pro Jahr (natürlich bei eher kleinem Gesamtvolumen), speziell in der
Psychiatrie (Forensik) und der Rehabilitation. Ambulant wurde formell ein Anstieg von über 10 Prozent erzielt, darin enthalten sind aber auch national vorgegebene, rechnungstechnische Verschiebungen in der Psychiatrie – real ergibt sich ein ambulantes Wachstum von ca. 6,5 Prozent analog der Vorjahre. Allerdings sanken die abrechenbaren TARMED Werte für sehr viele Bereiche ab dem 1. Oktober 2014 um ca. sechs Prozent durch die vom Bund verordneten Senkungen zur Kompensation der Verbesserungen für die Hausärzte. Das war insbesondere in den technischen Disziplinen (Radiologie, Pathologie, OPS, Endoskopie, etc.) schmerzhaft spürbar. Ziel ist und bleib die hochwertige und kosteneffiziente Versorgung der Bevölkerung im Kanton Thurgau und in den angrenzenden Gebieten. Dies ist auch 2014 gelungen, wie diverse Messungen zur Qualität und Kundenzufriedenheit belegen. Es zeigt sich, dass die Patienten die möglichen Risiken, aber auch die erreichten und spürbaren Verbesserungen in den Abläufen der Betreuung sehr wohl wahrnehmen und auch sehr wertschätzen. Zahlreiche positive und nur ganz wenig negative Feedbacks von Mitarbeitenden und Patientinnen und Patienten beweisen dies. Ein bekannter, aber weiter stetig zunehmend wichtiger Erfolgsfaktor ist die Attraktivität für überdurchschnittlich qualifizierte und motivierte Mitarbeitende. Bei der Spital Thurgau spüren wir diese Engpässe im Quervergleich eher weniger und können nach wie vor gut rekrutieren – der Aufwand für die Rekrutierung steigt allerdings und es dauert oft etwas länger. Echt schwieriger ist allerdings die Verfügbarkeit einiger Spezialisten im Ärztebereich, wo wir zudem auch gewisse Führungseigenschaften voraussetzen. Da gibt es zunehmend Engpässe, gerade auch bei den Kaderärzten. Dieses Thema wird alle Leistungserbringer in den
nächsten Jahren leider wohl zunehmend beschäftigen.

Operationssäle, Anästhesiebereich, Intensivstation, zentrale Sterilgut-Versorgung und einiges mehr konnte besichtigt werden. Mitarbeitende der Spital Thurgau standen für Auskünfte zur Verfügung. (Bild: zvg)

Operationssäle, Anästhesiebereich, Intensivstation, zentrale Sterilgut-Versorgung und
einiges mehr konnte besichtigt werden. Mitarbeitende der Spital Thurgau standen für Auskünfte zur Verfügung. (Bild: zvg)

Ein Themenbereich war im Berichtsjahr 2014 und ist in den nächsten Jahren speziell herausfordernd: Die Vorbereitung der Immobilienübertragung per 1. Januar 2015 und die dazugehörigen Grossprojekte und kleineren Bauvorhaben an allen Standorten. Etwas Sorge für die nächsten Jahre bereiten uns aber die nationalen politischen Rahmenbedingungen, welche die Spitäler nicht überall gleich fordern und alle Zentrumsspitäler wie die Spital Thurgau tendenziell eher immer mehr benachteiligen.

Ausblick
Nach dem klaren Entscheid des Grossen Rates des Kantons Thurgau zur  Immobilienübertragung per 1. Januar 2015 steht noch viel Arbeit zur detaillierten Vorbereitung und Umsetzung an, welche parallel zur Detailplanung und Realisierung der Grossbauten laufen müssen. Das Grossbau-Projekt «3i» in Münsterlingen wurde eben eröffnet, die Vergabe für den Erweiterungs- und Erneuerungsbau «Horizont» in Frauenfeld vor wenigen Wochen vergeben. Das fordert viele Mitarbeitenden – neben den eigentlichen Kernaufgaben eines Spitals – sehr, aber wir machen das gerne, mit viel Elan und zukunftsorientiert für die gesamte Bevölkerung der Region Thurgau. Qualität und Patientensicherheit bleiben aber auch weiterhin die dominierenden Themen in der Spital Thurgau. Es ist uns wichtig, dass diese aus Patientensicht entscheidenden Faktoren und die dazugehörigen Ergebnisse bei all den anspruchsvollen Diskussionen um Tarife und Immobilienprojekte nicht zu kurz kommen. All das geht nur weiter so gut, wenn wir auch künftig attraktive Arbeitsplätze mit anspruchsvollen Aufgaben, ein zeitgemässes Umfeld und interessante Rahmenbedingungen bieten können. Bei all der komplexen Aufbauarbeit und den damit erforderlichen strukturellen Anpassungen ist deshalb klar hervor zu streichen: wir können und wollen in die Zukunft der Spitalversorgung in der Region investieren, was längst nicht mehr überall in der Schweiz gleichwertig der Fall ist!

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