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Fünf Millionen für Landgeschäfte

Bottighofen – Die Tendenz im Kanton Thurgau, dass Gemeindeversammlungen Kompetenzen zugunsten des Gemeinderates aus der Hand geben, setzt sich auch in Bottighofen fort.

Gemeindeammann Urs Siegfried (li.) verabschiedete Thomas Leu als Gemeinderat, der aus Bottighofen wegzieht. (Bild: Thomas Martens)

Gemeindeammann Urs Siegfried (li.) verabschiedete Thomas Leu als Gemeinderat, der aus Bottighofen wegzieht. (Bild: Thomas Martens)

Hier genehmigten am Mittwoch 72 Stimmbürger nach kurzer Diskussion einstimmig die Eröffnung eines Landkreditkontos. Der Gemeinderat hat künftig die Kompetenz, im Rahmen von fünf Millionen Franken Liegenschaften zu erwerben, um sie danach zu veräussern oder im Baurecht abzugeben. «Wir müssen auf dem Markt schnell reagieren können», begründete Gemeindeammann Urs Siegfried den Antrag.

Mit fünf Millionen Franken liegen wesentlich mehr in der Kasse, als in vergleichbaren Gemeinden, weil die Grundstückspreise in Bottighofen aussergewöhnlich hoch sind. «Mit ein oder zwei Millionen Franken kommen wir nicht weit», so Siegfried.  Ein Antrag aus der Versammlung, nur den Kauf von Liegenschaften zu ermöglichen, Verkauf oder Abgabe im Baurecht aber wie bisher den Stimmbürgern zu unterbreiten, wurde grossmehrheitlich abgelehnt.

Die Rechnung 2014 schloss mit einem Überschuss von mehr als 650000 Franken und wurde einstimmig angenommen. «Ein ausserordentliches, einmaliges Ergebnis», wie Finanzchefin Christina Bührer-Keller bemerkte. Die Gründe sind vor allem höhere Steuereinahmen.
Mit einer Gegenstimme beschlossen wurde auch die Erweiterung der Entsorgungsstelle beim Werkhof. Die Anlage aus dem Jahr 1997 habe beim anhaltenden Einwohnerzuwachs ihre Kapazitätsgrenze schon längst erreicht, sagte Ressortchef Roger Zängerle. Neben der bisherigen Abfallsammlung soll die Anlage künftig Erweiterungsmöglichkeiten für Wertstoffsammlungen haben. «In der Entsorgungswirtschaft gibt es wegen der zunehmenden Ressourcenknappheit grosse Veränderungen», so Zängerle. Er rechnet vor allem bei Kunststoffen mit einer zunehmenden Wiederverwertung. Dafür seien wohnortnah Sammelplätze bereitzustellen.

Damit nahm Zängerle auch der bürgerlichen Vereinigung Wind aus den Segeln, die laut ihrem Vize-Präsidenten Reto Maurer dem Vorhaben kritisch gegenüber eingestellt ist. Maurer verwies an das Regionale Annahmezentrum in Kreuzlingen, wo auch Bottighofer immer wieder entsorgen würden. Ausser ihm waren sich aber offenbar alle Anwesenden einig, dass eine Sammelstelle im Dorf nicht zuletzt aus ökologischen Gründen Sinn macht.

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