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See-Burgtheater probt verbotene Liebe

Kreuzlingen – Neben Badenixen und Joggern fallen die Schauspieler im Kreuzlinger Seeburgpark schnell auf. Bäuerliche Gewänder mit Schürzen und Strickjacken, ein Geigenspieler, dunkel gekleidet, mit langen Haaren und Hut. Sie alle findet man derzeit rund um einen neu aufgeschütteten Steinhaufen am Ufer. Also an der Bühne für die Sommeraufführung des See-Burgtheaters.

Regisseurin Astrid Keller probt hier mit ihrem Ensemble für «Romeo und Julia auf dem Dorfe».  (Bild: zvg)

Regisseurin Astrid Keller probt hier mit ihrem Ensemble für «Romeo und Julia auf dem Dorfe». (Bild: zvg)

In Gottfried Kellers Version des Shakespeare-Klassikers wird die tragische Liebesgeschichte aufs Land verlegt, sie spielt in der Zeit um 1850. Die Liebenden heissen Vreneli (Anna Blumer) und Sali (Raphaël Tschudi). Dass sie nicht miteinander glücklich werden dürfen ist das Ergebnis eines erbitterten Nachbarschaftsstreits ihrer beiden verfeindeten Bauernfamilien. «Bei den Proben haben wir gemerkt, dass das Thema `verbotene Liebe‘ auch im Jahr 2015 noch aktuell ist», so Astrid Keller. «Fast jeder kennt ein Beispiel, wo ein Paar an den Ansprüchen der eigenen Familie oder an gesellschaftlichen Konventionen zerbrochen ist.» Dass manche Verbindung nicht gut gehen kann, scheint teilweise wie vorherbestimmt.

Zwischen den jungen Hauptdarstellern stimmte die Chemie sofort. Anna Blumer, die gerade in Wien die Schaupielschule abgeschlossen hat, sieht in derben Wanderschuhen, Wollsocken und hellblauem Baumwollkleid aus wie ein waschechtes Landkind. «Für mich ist diese Hauptrolle eine schöne Herausforderung. Die Naturbühne am Wasser ist der aussergewöhnlichste Spielort, den ich kenne.» Ihr Spielpartner Raphaël Tschudi ergänzt: «Das See-Burgtheater hat nicht nur bei den Zuschauern, sondern auch unter Schauspielern einen guten Ruf. Es weht ein guter Geist hier am See.»

Premiere ist am 9. Juli. Der Kartenvorverkauf läuft bereits. Infos unter www.see-burgtheater.ch

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