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Pilotprojekt «Schule mit Tagesstrukturen» startet im Oktober

Kreuzlingen – Eine Arbeitsgruppe von Primarschulgemeinde, Stadt und Verein Kreuzlinger Kinderkrippen (VKK) hat das Modell einer «Schule mit Tagesstrukturen» erarbeitet. Es soll im Oktober 2015 im Schulhaus Bernegg als Pilotprojekt gestartet werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 300000 Franken, sie werden von Schule und Stadt gemeinsam getragen.

Blick in ein Hort-Zimmer in der Schule Bernegg. (Archivbild: Thomas Martens)

Blick in ein Hort-Zimmer in der Schule Bernegg. (Archivbild: Thomas Martens)

Schon seit 1995 bietet der VKK im Sinne der schul- und familienergänzenden Betreuung neben der Krippe auch Kinderhorte an schulnahen Standorten an. Aufgrund des vom Kanton verabschiedeten Gesetzes über familienergänzende Kinderbetreuung wurde 2007 ein neues Hortkonzept ausgearbeitet mit insgesamt vier Standorten, zwei mehr als zuvor. Die dafür notwendige Anschubfinanzierung leistete die Primarschulgemeinde. Nach der ersten Versuchsphase, mitunterstützt von Bund und Schule, wurde das Angebot der Nachfrage und den finanziellen Mitteln angepasst. Die Stadt leistete dazu einen jährlichen Beitrag von 180000 Franken, die Primarschulgemeinde 120000.

Eine ad hoc-Kommission der Schulgemeinde prüfte 2014 bedürfnisgerechte Modelle von schul- und familienergänzender Kinderbetreuung. Die Kommission kam zum Schluss, dass das sogenannte St. Galler Modell am ehesten den Bedürfnissen von Kreuzlingen gerecht werde. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt wurde deshalb eine für Kreuzlingen angemessene Variante ausgearbeitet. Diese soll nun mit dem Pilotprojekt umgesetzt werden.

Obwohl das neue Modell vom Gerüst her nicht wesentlich von dem heute vom VKK geführten Kinderhort abweicht, sollen einige Strukturveränderungen und Angebotsergänzungen vollzogen werden. Diese sind sodann auf ihre Wirkung sowie die Erfolgsaussichten zu prüfen. Neben den Erfahrungen des VKK, denjenigen der Stadt St. Gallen oder anderen Anbietern sollen auch «Kreuzlingen-spezifische» Erkenntnisse in das dann zu verabschiedende Gesamtkonzept einfliessen.

Volksabstimmung geplant
Der Hort des VKK im Schulzentrum Bernegg geht als Pilotprojekt in die Verantwortung der Schule über. Nach einem halben Jahr wird der neue Betrieb erstmals evaluiert. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse soll ein Bericht über die flächendeckende Überführung der Horte in die Schule mit entsprechendem Leistungsangebot ausgearbeitet werden. Dieser dient als Grundlage für die in der Schulgemeinde bzw. politischen Gemeinde zu erstellenden Botschaften, worin auch die hierfür notwendigen finanziellen Mittel ausgewiesen werden.

Die Kosten werden weiterhin durch die Stadt und die Schule Kreuzlingen gemeinsam in einem noch definitiv festzulegenden Verteiler erbracht. Nach der Behandlung der Botschaften durch die Schulbehörde und den Gemeinderat, sollen sie dem Souverän im Verlauf des Jahres 2016 zur Abstimmung vorgelegt werden.

Wesentliche Änderungen
Das jetzige Tarifmodell mit 18 Stufen soll auf drei familienverträgliche Tarife reduziert werden, was nicht nur die Administration vereinfacht, sondern auch für die Nutzer attraktiver sein dürfte. So soll beispielsweise der Tarif für den Mittagstisch beim Höchsttarif den Betrag von 15 Franken nicht übersteigen. Durch die Anbindung der Mitarbeitenden an die Schulgemeinde sollen Schnittstellen besser koordiniert und Synergien optimaler genutzt werden. Für die Gesamtleitung der Horte soll künftig eine diplomierte Sozialpädagogin oder ein Sozialpädagoge verantwortlich sein, deren bzw. dessen Aufgabenbereich reduziert auf die familienergänzende Betreuung einer Schulleitung ähnlich ist. Das Betreuungsangebot soll zudem pädagogisch und inhaltlich aufgewertet werden, was beim räumlichen Angebot gewisse Anpassungen notwendig macht.

Schule und Stadt finanzieren
Für das einjährige Pilotprojekt und die flächendeckende Tarifanpassung haben die Schulgemeinde und die Stadt Kreuzlingen einen maximalen Kredit von zusammen 300000 Franken gesprochen. Der Finanzbedarf bei einer flächendeckenden Einführung an allen Schulen kann noch nicht gesichert ermittelt werden, dürfte sich aber in Anlehnung an das Pilotprojekt in der Grössenordnung von jährlich zusammen 800000 Franken bewegen.

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