/// Rubrik: Region | Topaktuell

Bundespräsident Gauck in Konstanz

Konstanz – Hoher besuch am Sonntag in Konstanz. Zum Auftakt des kommenden Gedenkwochenendes fand in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck im ehemaligen Benediktinerkloster, dem heutigen Inselhotel, ein Ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an den böhmischen Reformator Jan Hus statt. Hus wurde vor 600 Jahren am 6. Juli vom Konstanzer Konzil als Ketzer verurteilt und verbrannt.

Bundespräsident Joachim Gauck (Zweiter von rechts) neben Oberbürgermeister Uli Burchardt (re.). (Bild: zvg)

Bundespräsident Joachim Gauck (Mitte). (Bild: zvg)

Der ökumenische Gottesdienst zum Gedenken an Jan Hus fand unter der Mitwirkung von Synodalsenior Joel Ruml, Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder, Tschechien, und Bischof Theodor Clemens, Herrnhuter Brüdergemeine, Bad Boll, sowie Prälatin Dagmar Zobel, Evangelische Landeskirche in Baden, Freiburg, statt. Geleitet wurde er von der Ökumenischen Projektgruppe Konstanzer Kirchenkonzil.

Joel Ruml, ging in seiner Predigt auf den christlichen Wahrheitsbegriff ein. Er hob die herausragende Bedeutung der Wahrheit für Jan Hus hervor, dessen Überzeugung, «dass das Leben im allgemeinem mehr als ein eigenes Leben ist». Die Verteidigung seiner «Wahrheit» führte dazu, das der Prager Prediger sein Leben auf den Scheiterhaufen liess. Sie machte ihn letztendlich aber eben auch zu einer «Persönlichkeit, derer man nach 600 Jahren gedenkt». «Die befreiende Wahrheit», so Ruml, definiert sich durch «die Festigkeit und Sicherheit einer Sache, sowie die Beständigkeit und Treue einer Person».

Lehre daraus ziehen
Ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Berliner Mauer steht das Gedenken an Jan Hus 2015 im «Jahr der Gerechtigkeit» im Fokus des gemeinsamen tschechisch-deutschen Erinnern und im Gedanken der Versöhnung. «Jan Hus hatte sich für grundlegende Reformen der damaligen Kirche eingesetzt, geriet damit aber auf tragische Weise in machtpolitische Konflikte seiner Zeit und bezahlte dies mit seinem Leben. Dieses traurige Beispiel zeigt die Gefahren auf, wenn Religion und Politik zu eng miteinander verwoben sind, und hat damit auch für heute grosse Bedeutung. Die Lehre, die wir daraus ziehen können, ist, dass unsere kooperative Trennung von Staat und Kirche ein enormer Gewinn für die Religionsfreiheit ist und beiden Seiten gleichermassen gut tut», sagte im Vorfeld Peter Friedrich, baden-württembergischer Minister für den Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten.

Oberbürgermeister Uli Burchardt betonte, dass die Erinnerung an Jan Hus der Stadt Konstanz auch 600 Jahre nach seinem tragischen Tod auf dem Konstanzer Konzil ein wichtiges Anliegen ist, «das Menschen unterschiedlicher Länder und unterschiedlicher
Konfessionen zusammenbringt».

Die Konzilstadt Konstanz erinnert im Rahmen des Jubiläums «600 Jahre Konstanzer Konzil 2014 – 2018» im zweiten Jubiläumsjahr an den böhmischen Reformator Jan Hus. Rund 100 Jahre vor dem Wirken Martin Luthers wurde der Prager Theologe von dem Konstanzer Konzil als Ketzer verurteilt und am 6. Juli 1415 auf dem Scheiterhaufen verbrannt. In den kommenden Tagen wird mit zahlreichen Gedenkveranstaltungen, Gottesdiensten und Konzerten an den Prager Theologen gedacht, die «Taborer Woche» ein tschechischdeutsches Kulturprogramm umrahmt das Gedenken.

Share Button

One thought on “Bundespräsident Gauck in Konstanz

  1. Johannes

    Nicht unser Präsident, sicherlich sind eins zwei glücklich wenn so ein möchtegern auftaucht und gelder zusichert jedoch kann man nicht alles im leben kaufen und verdient hat er das amt des präsidenten auf keinen fall…

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.