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Die Schweizer Kauflust im SWR Fernsehen

Konstanz – «Zur Sache Baden-Württemberg!» macht am Donnerstag, 2. Juli, um 20.15 Uhr die Einkaufstouristen in der Grenzregion zum Schwerpunktthema – IHK-Hauptgeschäftsführer Hochrhein-Bodensee Claudius Marx live im Studio.

Schlange am Konstanzer Autobahn-Zoll. (Bild: zvg)

Schlange am Konstanzer Autobahn-Zoll. (Bild: zvg)

Schweizer reisen zu regelrechten Hamsterkäufen über die Grenze. Sie kaufen alles: Essen, Kleidung, Wohnungen, Häuser, Ackerland. Doch sie bringen nicht nur Franken, sondern auch Verkehrschaos, überfüllte Geschäfte und genervte einheimische Kunden. Das landespolitische Magazin «Zur Sache Baden-Württemberg!» macht in dieser Woche die Schweizer Kauflust zum Schwerpunktthema. Ein Beitrag schildert die Situation in den Städten Konstanz und in Tengen. Live im Studio wird Claudius Marx, Hauptgeschäftsführer IHK Hochrhein-Bodensee, zu Gast sein.

Weil der Franken um 20 Prozent aufgewertet wurde und Schweizer Kunden an der Grenze die Umsatzsteuer zurückerstattet bekommen, erleben die Händler in der Region Hochrhein-Bodensee einen wahren Ansturm aus dem Nachbarland. Die Folge: In der Region steigen die Preise und haben mancherorts fast Schweizer Niveau erreicht. So ist für Käufer aus der Region teuer, was für Schweizer ein Schnäppchen ist. An den Ladenkassen soll es schon zu Handgreiflichkeiten gekommen sein.

«Ja, wir werden von den Schweizern überrannt», sagt Claudius Marx. Der Hauptgeschäftsführer der IHK Hochrhein-Bodensee spricht gar von «Beissreflexen im öffentlichen Raum» und davon, dass sich einige Schweizer derzeit so verhielten, «wie wir Deutsche gerne im Urlaub auftreten». Dabei macht die Einkaufslust aus der Schweiz nicht vor Lebensmitteln und Kleidung halt. Wegen des Interesses an Land und Immobilien wird es zusehends schwierig, bezahlbaren Wohnraum in Konstanz zu finden. Selbst erlesene Grundstücke mit Seeblick liegen mehr und mehr in Schweizer Hand.

«Die Schweizer kaufen uns leer», sagt auch Landwirt Stefan Leichenauer aus Tengen an der Grenze zur Schweiz. Seine Felder sind inzwischen von Schweizer Bauern umzingelt. Das ärgert ihn: Seine Schweizer Kollegen kassierten in Deutschland EU-Subventionen und könnten günstig produzieren, ihre Produkte verkauften sie allerdings teuer in der Schweiz, sagt er. Weil er diesen Ärger schon mehrfach öffentlich machte, liegt er im Clinch mit den Schweizern. Dabei fühlt sich Stefan Leichenauer von der Politik im Stich gelassen.

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