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«Ein Opfer seines Erfolgs»

Kreuzlingen – Die Arbeit von Walo Abegglen im Seemuseum wird vom Stiftungsrat hoch gelobt. Das Museum sei in besserem Zustand als je zuvor und zeige endlich sein Potenzial auf. Jetzt muss ein Nachfolger gefunden werden. (Kurt Peter)

Walo Abegglen (li.) und Jürg Schlatter erläutern die Hintergründe. (Bild: kp)

Walo Abegglen (li.) und Jürg Schlatter erläutern die Hintergründe. (Bild: kp)

Walo Abegglen hat seine Stelle als Museumsleiter per 31. Oktober gekündigt. Dies wurde bereits letzte Woche gemeldet, gestern nun fand eine Medienkonferenz mit dem Leiter und Jürg Schlatter, Stiftungsratspräsident, statt. «Die Gründe für das Ausscheiden von Walo Abegglen sind in der Pressemitteilung dargelegt worden. Uns als Stiftung ist es ein Bedürfnis, den Wert der Arbeit hervorzuheben», erklärte Schlatter. Das Museum stehe besser als je zuvor da, zeige nun auch sein Potenzial auf, meinte er. Leider könne die Stiftung keine höheren Stellenprozente anbieten. «Walo Abegglen ist das Opfer seines eigenen Erfolgs».

Stelle wird ausgeschrieben
Schlatter bezeichnete das Seemuseum als «Mehrspartenbetrieb», der neben dem Museum, den Sonderausstellungen, dem Café und den Veranstaltungen auch Räume zur Vermietung anbiete. «Diese Aufgaben binden Ressourcen, daher ist der Schritt von Walo Abegglen, so sehr er uns auch trifft, nachvollziehbar», sagte Schlatter. Der Stiftungsrat müsse nun nach einer Nachfolgeregelung suchen. Dabei stehe eine Zwischenlösung im Mittelpunkt.

Der neue Museumsleiter soll mit höheren Stellenprozenten ausgestattet werden und bis 2017 im Amt sein. Danach hofft Schlatter auf die Umsetzung der Museumskonzepte, die derzeit in Arbeit sind und nach den Sommerferien dem Stadtrat vorliegen sollen. In diesem Bericht würden auch die verschiedenen Szenarien und Höhen der Stellenprozente diskutiert, fix sei aber noch nichts. Neben dem Seemuseum sind auch das Rosenegg und das Planetarium mit Konzepten beschäftigt.

Betrieb und Bestand sichern
«Unser sehr sportliches Ziel ist es, die Stelle bis 1. November zu besetzen», erklärte Schlatter, diese werde ausgeschrieben. Wichtig sei ihm die Unterstützung durch die Stadt, die «eine Professionalisierung in den kommenden Jahren zulassen muss». Nur damit könne Bestand und Betrieb nachhaltig gesichert werden. Walo Abegglen unterstützte diese Aussage: «Durch Tatbeweis ist die politische Bereitschaft zu erbringen, bessere Rahmenbedingungen für das Seemuseum zu schaffen». Bei seiner Entscheidung zwischen Museum und Schule habe ihm «die museale Perspektive gefehlt».

Doch die Bedingungen seien leider nicht zu ändern, so dass sein Abgang ausschliesslich aus strukturellen Gründen stattgefunden habe. «Es gab keine persönlichen Verwerfungen mit dem Stiftungsrat», betonte Abegglen. Schliesslich sei er zu Einsicht gelangt, «dass sich ein Betrieb mit diesem Zuschnitt so nicht führen lässt». Dabei verwies er auch auf die hohe Zahl von 30 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Auch diese seinen einzuteilen, hätten Fragen, müssten begleitet werden.

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