/// Rubrik: Stadtleben

«Gespräch in sehr ausfälligem Ton»

Kreuzlingen – Viele Kirchgemeindemitglieder verstehen nicht, warum die Dialoggruppe ihre Teilnahme am Gesprächsabend absagte. In einer Pressemitteilung erklärt die Gruppe ihre Beweggründe.

Warum die Dialoggruppe sich vom Gesprächsabend St. Ulrich vom 12. Juni
2015 distanziert hat:

  • Alois Jehle hat das Datum, ein dicht belegtes Wochenende, von sich aus
    kurzfristig festgesetzt.
  • Er hat auch den Gesprächsleiter, seinen langjährigen Freund Bruno Capelli,
    für diesen «neutralen» Abend selbst bestimmt.
  • Unsere Forderung nach einem klaren Konzept, nach Sachlichkeit und
    Unvoreingenommenheit wurde nicht erfüllt. Der Abend vom 12. Juni war aber
    in der Einladung stets als sachlich und objektiv angekündigt. Jehle musste
    zugeben, dass kein entsprechendes Konzept existiert.
  • Die ausführlichen Gespräche mit der Kirchenvorsteherschaft, mit Alois Jehle
    und mit dem Pfarreirat fanden am 24. März, am 9. April und am 2. Juni statt.
    Sie endeten jeweils in einer Sackgasse von Dementis, Belehrungen, von
    priesterlichem Monolog und von persönlichen Beschuldigungen. Es bestand
    seitens Behörde kaum Interesse an der Sache oder an Lösungen.
  • Vor und zwischen diesen Treffen gab es regen Mail-Austausch sowie
    mehrere persönliche Gespräche mit Mitgliedern der KV.
  • Von Beginn an führte Martin Beck das persönliche Gespräch in sehr
    ausfälligem Ton.
  • Wir haben die KV am 24. April schriftlich aufgefordert, eine Lage-Analyse
    vorzunehmen und Folgerungen zu formulieren. Ihre Antworten darauf fehlen
    bis heute.
  • Am Gespräch vom 2. Juni wollte Jehle uns die Rolle für den
    Gesprächsabend befehlen und uns Aufträge erteilen. Mit autoritärer
    Bestimmtheit versuchte er uns Pflichten vorzuschreiben. Wir sollten weitere
    Namen betroffener Personen nennen und alles mitteilen, was wir wissen.
  • Jehle wendete inzwischen die Maulkorb-Methode an. Dies ist belegt. Damit
    wurde es für uns noch klarer: Wir werden den Dialog nicht mehr nach den
    Vorstellungen und Einfädelungen Jehles führen, sondern nur noch mit
    neutraler Moderation und mit Bistumsvertretung.

Diese und andere Gründe führten dazu, dass wir uns vom falsch deklarierten
Gesprächsabend distanzierten. Die weiteren Argumente sind auf unserer Homepage
zu finden unter «Dialog mit der Pfarreileitung».
www.dialoggruppe-kreuzlingen.com

 

Update 6. Juli 2015
Der Präsident des Pfarreirats St. Ulirch, Martin Beck, verlangt diese Gegendarstellung zur Pressemitteilung der Dialoggruppe.

Unter der Überschrift  «Gespräch in sehr ausfälligem Ton», 01.07.2015, Kreuzlinger Zeitung, online,  wird eine Anschuldigung der «Dialoggruppe» gegen mich als namentlich erwähnte Person veröffentlicht, und sogar im Titel verwendet. Leider ist der Text der Dialoggruppe schon sprachlich reichlich unklar; es entsteht – fälschlicherweise – der Eindruck, es hätten mit mir mehrere persönliche Gespräche stattgefunden. Dem ist nicht so. An persönlichen Gesprächen hatte ich genau zwei, beide mit der gleichen Person, und beide Gespräche liegen Monate zurück, haben also mit der Nichtteilnahme am Ausspracheabend vom 12. Juni sicher nichts zu tun. Ausfällig oder gar beleidigend geworden bin ich bei diesen Gesprächen nicht; aber Klartext gesprochen habe ich durchaus. Angesichts des forschen Auftretens der Dialoggruppe war und ist das auch notwendig. (Martin Beck, Kreuzlingen)

 

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4 thoughts on “«Gespräch in sehr ausfälligem Ton»

  1. Bruno Neidhart

    1414-18 wurde in Konstanz anlässlich eines Kirchenkonzils theologisch heftig gestritten. 2015 scheint Kreuzlingen an der Reihe zu sein. 1415 wurde Jan Hus verbrannt. Soweit sollte es in Kreuzlingen nicht kommen: Die Aufklärung („kritische Vernunft“, usw.) begann Ende des 17. Jahrhunderts.

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  2. schudi

    War bisher sehr skeptisch mit dieser Dialggruppe. Verstehe nun was die wollen und warum niemand hingegangen ist. Hab meine meinung nun geändert und finde es nun gut wenn sich endlich etwas bewegt. Dialoggruppe ihr habt meine Stimme.

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  3. Maria Bader

    Warum findet nicht endlich die offizielle Pfarrwahl statt? Pfarrer Alois Jehle wurde von der Kirchgemeindeversammlung noch nicht gewählt, sondern meines Wissens von der Kirchenvorsteherschaft angestellt ohne Absegnung (Wahl) der Kirchengemeinde. Einzig für die Synode fand eine Wahl statt.
    Das Gesetz über die Organisation der Katholischen Landeskirche des Kantons Thurgau (http://www.rechtsbuch.tg.ch/frontend/versions/948) bestimmt im § 7 Amtsdauer und Bestätigungswahl für kirchliche Ämter.
    Abs. 2 schreibt deutlich vor, dass der Pfarrer einer Bestätigungswahl durch die Kirchgemeinde unterliegt. Diese gilt als stillschweigend vollzogen, sofern nicht ein Fünftel der Stimmberechtigten bis spätestens ein Jahr vor Ablauf der Amtsdauer schriftlich deren Durchführung verlangt. Die Amtsdauer beträgt vier Jahre(§7 Abs.1). Nach § 67 steht der Kirchgemeinde u.a. die Befugnis zur Wahl des Pfarrers zu.
    Sollte die Kichenvorsteherschaft etwa darauf spekulieren, dass die Kritiker die Frist versäumen und damit Pfarrer Jehle in seinem Amt stillschweigend legitimiert wird?
    Sollte ich mich irren, was die Wahl angeht, soll dies bitte entschuldigt sein, da ich nicht die Unfehlbarkeit des obersten Hirten der römisch-katholischen Kirche besitze.

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    1. Brunetti

      Frau Bader, Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Vielleicht findet ja ein Jurist der Dialoggruppe ebenfalls durchaus erfolgversprechende Ansatzpunkte um eine seriöse Pfarrwahl durchzusetzen.

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