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Dossier: Alles zum Konstanzer Bäder-Brand

Konstanz – In unserem Dossier haben wir alle Pressemitteilungen zum Brand im Konstanzer Schwaketenbad gesammelt.

Pressemitteilung der Stadtwerke Konstanz vom 4. Juli:

Schwaketenbad komplett abgebrannt
Das Konstanzer Schwaketenbad ist komplett abgebrannt. Das Feuer war aus bislang unbekannter Ursache am Samstagvormittag ausgebrochen. Die Feuerwehr hatte es dann schnell gelöscht. Doch der Brand schwelte weiter. Am späten Nachmittag brach erneut Feuer aus und das Gebäude wurde ein Raub der Flammen. Die Höhe des Schadens steht bislang nicht fest. «Wir wollten das Bad mit einem neuen Restaurant und einem Kursbecken noch attraktiver machen. Dieses Unglück ist bitter für die Stadt Konstanz», sagte Oberbürgermeister Uli Burchardt, der sich vor Ort ein Bild vom Schaden machte.
Als das Feuer im Bereich des Daches ausbrach, waren nur wenige Gäste im Bad. Sie wurden evakuiert und versorgt. Verletzt wurde keiner der Badegäste. Die Betroffenen konnten aus Sicherheitsgründen erst nach einiger Zeit ihre Wertsachen aus den Spinden holen. «Es tut uns leid, dass einige Badegäste von dem Unglück betroffen waren. Aber wir sind sehr froh, dass niemand verletzt wurde», sagte Dr. Norbert Reuter, Geschäftsführer der Bädergesellschaft Konstanz (BGK).
Das Schwaketenbad wurde 1980 gebaut. Es war in der ganzen Region sehr beliebt dank Sport- und Nichtschwimmerbecken, Kleinkindbereich, Sprungturm und Riesenrutsche.

Trümmer blieben übrig. (Bild: klz)

Trümmer blieben übrig. (Bild: klz)

Pressemitteilung der Freiwillige Feuerwehr Konstanz vom 4. Juli:

Dachstuhlbrand im Schwaketenbad Konstanz
Am Samstagmorgen um 11.35 Uhr meldeten Bauarbeiter von der Baustelle am Schwaketenbad, das Flachdach wird saniert, dass es zu einem Feuer im Dachstuhl gekommen ist. Die  anrückenden Kräfte der Feuerwehr stellten bereits auf der Anfahrt ein massives Feuer aus dem Dachstuhl fest. Daraufhin wurde die Alarmstufe erhöht und weitere Kräfte aus dem Stadtgebiet alarmiert. Die Bediensteten des Bades konnten ca. 50 Badegäste unbeschadet aus dem Bad ins Freie bringen. Kurzfristige war noch eine Person vermisst, diese hatte sich in ihre nahegelegene Wohnung zurückgezogen. Der mitalarmierte Rettungsdienst kümmerte sich um die nur mit Badekleidung bekleideten Badegäste.
Die Feuerwehr setzte mittlerweile auf der Südseite des Bades zwei Drehleitern zur Bekämpfung und Eindämmung des sich rasch ausbreitenden Feuers ein. Im Bereich des Haupteinganges auf der Nordseite ging eine Löschgruppe mit tragbaren Leitern unter Atemschutz über ein Flachdach vor. Die eingesetzten Strahlrohre zeigten rasch Wirkung. Das Feuer konnte eingedämmt werden. Das gesamte Bad war verraucht. Die Badegäste konnten nicht an die Umkleideschränke und somit nicht an Ihre Kleidung, Schlüssel und sonstiges. Sie mussten ca. drei Stunden warten bis die Feuerwehr unter Atemschutz die Kleiderschränke öffnete und die Utensilien heraus brachte.
Die ab 13.30 Uhr beginnenden Nachlöscharbeiten gestalteten schwierig, da in dem etwas älteren Dachgeschoss des Schwaketenbades vermutlich Asbest verbaut ist. Entsprechend vorsichtig wurde unter Atemschutz und Schutzkleidung vorgegangen. Bei Sommertemperaturen von 36 Grad benötigten die Einsatzkräfte viele Getränke, damit der Wasserhaushalt im Gleichgewicht gehalten werden kann. Ein örtlicher Getränkehändler konnte kurzfristig Getränke liefern.
Im Einsatz waren die Feuerwehr, der Sanitätsdienst und die Polizei . Die Kreisbrandmeisterin der Oberbürgermeister sowie die Fachabteilungen der Stadt waren ebenfalls vor Ort. Die Schadensursache wird von der Polizei untersucht.
Über die Schadenshöhe kann derzeit noch nichts ausgesagt werden. Zum Zeitpunkt der Meldung war der Einsatz noch am Laufen.

Asbestwarnung. (Bild: klz)

Asbestwarnung. (Bild: klz)

Pressemitteilung des Oberbürgermeisters in Verbindung mit dem Landratsamt und der Feuerwehr Konstanz vom 6. Juli:

Information für die Bürger
Wie bereits gemeldet, kam es gestern in Teilen des Stadtgebietes Konstanz bis hin nach Allensbach aufgrund des Brandes im Schwaketenbad zu massiven Rauchbelästigungen. Die verbreitete Meldung, Türen und Fenster zu schliessen, ist zurückgenommen.
Die Feuerwehr nahm noch am gestrigen Abend intensive Messungen dieser Rauchgase vor. Mit einem speziellen Fahrzeug wurden sogenannte Messgitter an der Einsatzstelle und in den betroffenen Stadtteilen durchgemessen. Es konnte festgestellt werden, dass in den Stadtteilen eine erhöhte Konzentration von Co (Kohlenmonoxyd) vorhanden war. Diese lag weit unter der Gefährdungsgrenze. An der Einsatzstelle selbst war der Wert etwas höher, jedoch ebenfalls nicht gefährlich erhöht.
In Schwaketenbad, welches Ende der 70iger Jahre erbaut wurde, ist standardmässig Asbest verbaut worden. Die Messungen ergaben weiter, dass eine Asbestbelastung der Bevölkerung durch Asbestteilchen ausgeschlossen werden kann. Im näheren Umfeld der Brandstelle ist eine Asbestbelastung nicht aus zu schliessen. Vorsorglich werden die Sportstätten im Schwaketental sowie der im näheren Brandbereich gelegene Waldkindergarten für die nächsten Tage geschlossen werden. Hier sollen Untersuchungen auf eine eventuelle Asbestbelastung durchgeführt werden. Informationen hierzu werden zeitnah den Betroffenen mitgeteilt.
Wenn niedergegangene grössere Russteile gefunden werden, können diese ohne weiteres verpackt in einer Mülltüte entsorgt werden.

Löscharbeiten. (Bild: zvg)

Löscharbeiten. (Bild: zvg)

Pressemitteilung der Polizeidirektion Konstanz vom 6. Juli:

Grossbrand im Schwaketenbad/Ursache noch unklar
Nach dem Grossbrand des Schwaketenbades am vergangenen Samstag, bei dem ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden ist, haben die Staatsanwaltschaft Konstanz und Beamte der Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Das Feuer im Bereich der Dachkonstruktion wurde am Samstagmorgen, gegen 11.30 Uhr entdeckt und von der Feuerwehr Konstanz, die mit einem Grossaufgebot ausrückte, zunächst erfolgreich bekämpft. Im Zuge der Suche nach noch vorhandenen Glutnestern entzündete sich der Dachstuhl gegen 18.30 Uhr erneut. Dabei breitete sich das Feuer schlagartig im Gebäude aus und zerstörte das gesamte Schwaketenbad.
Mehrere Teams der Kriminalpolizeidirektion Friedrichshafen und des Kriminalkommissariats Konstanz haben am Montagmorgen die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, nachdem erste Überprüfungen bereits unmittelbar nach dem Brand eingeleitet wurden. Ihre Arbeit konzentriert sich derzeit zunächst auf die Feststellung und Befragung von Zeugen. Der Brandplatz selbst kann momentan noch nicht betreten werden, da zunächst Schadstoffmessungen durch das Gewerbeamt erfolgen müssen. Ausserdem sind Untersuchungen des einsturzgefährdeten Gebäudes durch einen Statiker erforderlich. Sobald ein gefahrloses Betreten des Brandplatzes möglich ist, werden Kriminaltechniker und ein von der Staatsanwaltschaft Konstanz beauftragter Sachverständiger die Brandstelle untersuchen. Die Brandursache ist derzeit noch unklar. Ob ein Zusammenhang mit den durchgeführten Dacharbeiten besteht, kann derzeit nicht gesagt werden. Es handelt sich dabei um eine von mehreren möglichen Optionen, denen die Ermittler nachgehen.

Pressemitteilung der Stadtwerke Konstanz vom 6. Juli:

Sofortmassnahmen nach Brand des Schwaketenbads
Die Fassungslosigkeit ist gross bei der Bädergesellschaft Konstanz (BGK), nachdem am Samstag das Schwaketenbad abgebrannt ist. «Das ist für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganz schwer zu verdauen», sagt Geschäftsführer Robert Grammelspacher. «Unser Dank gilt aber zunächst allen Beteiligten für ihren aufopferungsvollen, langen Einsatz: den Feuerwehren aus Konstanz, Kreuzlingen, Singen, Radolfzell, Allensbach und Reichenau, dem THW, den Maltesern, dem Rettungsdienst des DRK, den beteiligten Behörden, der Polizei und dem PTSV. Wir sind auch sehr froh, dass es keine grösseren Verletzungen gegeben hat. Unseren Mitarbeitern im Bad danke ich ebenfalls, sie haben sehr umsichtig und professionell gehandelt und sich sofort um die Badegäste gekümmert», so Grammelspacher. Um den Schwimmbetrieb in der Stadt bestmöglich aufrechtzuerhalten, werden einige Sofortmassnahmen ergriffen. Kunden, die dringende Fragen haben, steht eine Hotline der Stadtwerke zur Verfügung: Unter der Nummer 07531 803-7000 geben Mitarbeiter an den Werktagen von 7.30 Uhr bis 17.30 Uhr Auskünfte.
Was die Pläne für den Ersatz des Schwaketenbads betrifft, wird alles hierzu Erforderliche so rasch wie möglich in die Wege geleitet. «Sicher ist: Wir wollen das Bad wieder aufbauen. Den Gemeinderat informieren wir am 9. Juli über den Sachstand und die mögliche weitere Vorgehensweise.»
Die Bädergesellschaft wird alle betroffenen Mitarbeiter weiter beschäftigen. Geschäftsführer Dr. Norbert Reuter: «Das ist keine Frage für uns.» Die BGK sind froh, die Mitarbeiter auch in den Bädern einsetzen zu können, die nun längere Öffnungszeiten haben werden. Zu den Sofortmassnahmen, die ergriffen werden, zählen längere Öffnungszeiten des Freibads der Bodensee-Therme. Sie werden am Dienstag bekanntgegeben. Als Option geprüft wird eine Tragluft-Halle über dem 50-Meter-Becken, um auch in der kalten Jahreszeit Schwimmen zu ermöglichen. «Das ist eine unserer derzeitigen Ideen», so Grammelspacher.
Im Hallenbad am Seerhein laufen bereits vorbereitende Arbeiten zu einer stärkeren Nutzung und zur Verlängerung der Öffnungszeiten. «Es steht spätestens in vier Wochen der Bevölkerung offen», kündigt Robert Grammelspacher an. Allerdings sind die Kapazitäten begrenzt, so wird es bisher schon von Montag bis Samstag durchgehend durch Vereine und Schulen genutzt. Um Kleinstkindern auch weiter das Baden zu ermöglichen, werden die Beschränkungen des Mindestalters in der Bodensee-Therme aufgehoben. Die Eltern werden aber auf die Gefahren für unter drei Jahre alte Kinder hingewiesen. Das Personal der Therme steht beratend zur Seite.
Wann wieder Schwimmkurse angeboten werden können, ist offen. Die Bädergesellschaft ermittelt derzeit die möglichen Kapazitäten in anderen Einrichtungen. Die Bädergesellschaft wird mit den betroffenen Vereinen, Schulen und der Universität bald Gespräche führen.
Wer einen Bäderpass oder Mehrfachkarten hat, bekommt den jeweiligen Betrag zum Zeitwert erstattet, dies trifft auch auf die bereits bezahlten Beträge für Schwimm- und Fitnesskurse zu. Die Kunden bekommen die Rückerstattung ab Donnerstag an der Kasse im Hallenbad am Seerhein. Alternativ können sie auch an die Kasse der Bodensee-Therme.

Das Bad wurde Raub der Flammen. (Bild: zvg)

Das Bad wurde Raub der Flammen. (Bild: zvg)

Pressemitteilung der Stadt Konstanz vom 6. Juli:

Lehrbuchhafter Einsatz der Feuerwehr/Feuerwalze aus Gasen macht Löschbemühungen zunichte
Eine erste Analyse des Brandes des Schwaketenbads zeigt, dass das verheerende Ausmass des Feuers sich aus dem Ausgasen von brennbaren Teilen der Baustoffe ergeben hat. Gegen die sich daraus entwickelnde Feuerwalze hatte die Feuerwehr keine Chance.
«Es handelt sich beim Brand im Schwaketenbad um einen klassischen Schwimmbadbrand. Sein verheerendes Ausmass ergibt sich daraus, dass sich die Gase in der Dachkonstruktion des Gebäudes ungehindert ausbreiten können und sich daraus ein riesiger Brandherd entwickelt. Den kann die Feuerwehr unter diesen Bedingungen nicht mehr unter Kontrolle bekommen», fasst Uwe Jordan, der stellvertretende Leiter der Feuerwehr. das Geschehen zusammen. Ähnliche Brände waren in den letzten Jahren in Gladenbach (Landkreis Marburg- Biedenkopf), Nordhorn, Fichtelberg und Herne zu verzeichnen.
Jordan betont, dass die Feuerwehr bei dem Brand absolut korrekt und lehrbuchmässig vorgegangen sei. «Bei einem Brand gibt es zwei Wege der Brandbekämpfung: von innen und von aussen. Nachdem die Flammen nach Ausbruch des Brandes zunächst eingedämmt werden konnten war die weitere Bekämpfung des Brandherds nur von aussen möglich. Eine Bekämpfung von innen war nicht möglich, da durch die Wasserbecken keine geeigneten Hilfsmittel in Stellung gebracht werden konnten. Auch musste die Explosions- und Einsturzgefahr des Gebäudes berücksichtigt werden.»
Um Zugriff auf die Brandnester zu erhalten wurde das Dach geöffnet. «Diese Dachöffnung stand in keinem kausalen Zusammenhang mit dem Feuer», betont Jordan. Vielmehr zeigen die Bilder vom Einsatz, dass sich das Feuer erst eine ganz Weile nach der Dachöffnung ausbreitete. Im Hohlraum des Daches hatte sich aus dem Brand mehrerer brennbarer Baustoffe ein hochentzündliches Gasgemisch entwickelt, das sich über die gesamte Dachfläche ausbreitete. Die Restglut hatte dann das Gasgemisch entzündet. Dass das Feuer sich derart schnell ausbreiten konnte, liegt an der Bauart solcher Badkonstruktionen: durch den weit ausladenden, die ganze Schwimmhalle überragenden Dachbereich ergibt sich ein einziger, riesiger Brandabschnitt. Gegen die Feuerwalze, die sich aus den Gasen entwickelte, hatte die Feuerwehr keine Chance.

Pressemitteilung der Stadt Konstanz vom 6. Juli:

OB Burchardt: «Ich bin stolz auf unsere Feuerwehr»
Am Tag nach dem verheerenden Brand des Schwaketenbads hebt Oberbürgermeister Uli Burchardt die überragende Arbeit der am Einsatz beteiligten Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr hervor. «Die Feuerwehr hat beim Einsatz am Wochenende einen super Job gemacht hat. Die Männer und Frauen der Löschzüge haben ein beispielloses persönliches Engagement gezeigt. Viele von ihnen haben an diesem heissen Tag bis zur völligen Erschöpfung gegen die Flammen gekämpft. Ich bin sehr stolz auf Ihre Arbeit!»
Zugleich äusserte der Oberbürgermeister sein Unverständnis über anonyme Kommentatoren auf den Südkurier-Seiten und auf Facebook, die mit ihren Äusserungen versuchen, die Arbeit der Feuerwehr zu diskreditieren. «Es ist beschämend, dass sich Leute für die Fakten überhaupt nicht interessieren und dass es ihnen offenbar nur darum geht, im Schutz der Anonymität die Arbeit der Feuerwehr schlecht zu reden», so der Oberbürgermeister. Eine erste Analyse des Brandes hat ergeben, dass die Feuerwehr absolut korrekt und nach Lehrbuch vorgegangen ist. Gegen die Feuerwalze, die sich aus den Gasen entwickelte, hatte sie letztlich aber keine Chance.

Pressemitteilung deArchitekturforums KreuzlingenKonstanz vom 8. Juli:

Regionale, grenzüberschreitende Lösung für die Bädersituation
Durch den Brand des Konstanzer Schwaketenbades ist das Schwimmangebot ausgeschaltet. Statt nun eine schnelle Lösung ohne Diskussionen und Gestaltungsbeirat zu suchen, erwartet das Architekturforum KonstanzKreuzlingen (AKK) eine Neukonzeption der Bäder beider Städte um eine nachhaltige und durchdachte Lösung zu finden.

Das Schwimmangebot des Schwaketenbades ist nach dem Brand vom vergangenen Samstag ausgeschaltet. Durch Notmassnahmen versuchen die Konstanzer Stadtwerke als Betreiber der Anlage, temporär auf die schwierige Situation zu reagieren. Als überhastetes Vorgehen empfindet es das Architekturforum KonstanzKreuzlingen, wenn einzelne Stimmen bereits fordern, schnell eine Lösung zu finden. Und dies ohne Diskussion und ohne Gestaltungsbeirat. Die Bädergesellschaft gab über die Presse bekannt: «Was die Pläne für den Ersatz des Schwaketenbades betrifft, wird alles hierzu Erforderliche so rasch wie möglich in die Wege geleitet. Sicher ist: Wir wollen das Bad wieder aufbauen.»
Als deutsch-schweizerisches Forum weist das AKK darauf hin, dass auch auf Schweizer Seite zum Thema Schwimmbäder eine Not- und Ausnahmesituation herrscht, nachdem der Neubau einer Schwimmhalle in Kreuzlingen durch die Stimmberechtigten abgelehnt wurde. Seit der letzten Gemeinderatssitzung ist bekannt, dass die Stadt die Lösung für ein Schwimm- und Sportbad im Gebiet Seezelg sucht. Für das Architekturforum liegt nichts näher, als die jetzt in Konstanz nötige Neukonzeption des Schwaketenbades mit Kreuzlingen abzustimmen, um für die Region eine durchdachte und nachhaltige Lösung der Bäder-Situation zu erarbeiten. Das Unglück bringt die Chance, neu über die gemeinsame Bäderlandschaft nachzudenken. Daraus kann sich ein Mehrwert für die beiden Gemeinden ergaben. Der Kreuzlinger Stadtpräsident Andreas Netzle kündigte in den Medien an, dass das Thema Bäderplanung beim nächsten Treffen beider Städte sicher diskutiert werde. Das Architekturforum stellt sich zur Verfügung, an der öffentlichen Meinungsbildung konstruktiv mitzuwirken. Denn nichts wirkt sich auf die Freizeitqualitäten mittel- und langfristig schädlicher aus, als ein unbedachtes und überhastetes Vorgehen.

Pressemitteilung des Konstanzer Gemeinderats vom 10. Juli:

Rat: Dank an Feuerwehr und Hilfskräfte
Erklärung des Gemeinderats der Stadt Konstanz zum Brand des Schwaketenbades
In der Sitzung am 9. Juli 2015 gab der Konstanzer Gemeinderat zum Brand des Schwaketenbades am 4. Juli 2015 folgende Erklärung im Wortlaut ab:
«Der verheerende Brand des Schwaketenbades bedeutet einen grossen Verlust für die Stadt Konstanz und ein bitteres Unglück für alle Nutzer. Der Gemeinderat wird alles dafür tun, um einen schnellen Wiederaufbau des bei Familien wie bei Sportlern so beliebten Bades zu ermöglichen.
Der Gemeinderat der Stadt Konstanz bedankt sich sehr herzlich bei den Männern und Frauen der Feuerwehr für ihren grossartigen Einsatz, mit dem sie versucht haben, das Schwaketenbad zu retten. Bei grosser Hitze und unter schwierigsten Bedingungen haben sie mit einem einzigartigen und bis an die persönlichen Grenzen reichenden Engagement gegen die Flammen gekämpft. Auf diese herausragende Leistung der Männer und Frauen kann die Feuerwehr sehr stolz sein.
Der Gemeinderat bedankt sich ganz herzlich auch bei den Feuerwehren der Städte Kreuzlingen, Radolfzell und Singen sowie der Gemeinden Reichenau und Allensbach. Sie haben die Konstanzer Feuerwehr in vorbildlicher Weise unterstützt. Dies war eine grosse Hilfe und ein schönes Zeichen der Solidarität.
Und schliesslich gilt der herzliche Dank des Gemeinderats auch den zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Helferinnen und Helfern der beteiligten Hilfsorganisationen, Vereine und Einrichtungen: des Technischen Hilfswerks, des Deutschen Roten Kreuzes, des Malteser Hilfsdienstes, der Polizei, des Post-Telekom Sportvereins, der Stadtwerke und der Bäder-Gesellschaft. Ihr Engagement war ein sehr wertvoller Beitrag im Rahmen der Löscheinsätze an diesem schwierigen Tag.»

Pressemitteilung der Stadt Konstanz vom 15. Juli:

Sportanlagen nach Brand im Schwaketenbad wieder freigegeben
Obst und Gemüse sollte vor Verzehr gewaschen werden

Nach dem verheerenden Brand am Schwaketenbad wurden vorsorglich die unmittelbar angrenzenden Einrichtungen gesperrt, da die Gefahr von gesundheitsschädlichen Verbrennungsprodukten bestand. In der Hauptsache waren die Wollmatinger Halle, die Tennisanlage des PTSV Konstanz sowie das Sportzentrum Wollmatingen betroffen.
In enger Abstimmung mit dem Amt für Stadtplanung und Umwelt hat das für den Betrieb der Sportanlagen zuständige Sportamt unverzüglich das Institut HPC AG aus Radolfzell beauftragt, Proben aus den Anlagen zu prüfen.
Die mittlerweile vorliegenden Ergebnisse sorgen für eine endgültige Entwarnung. In der Untersuchung des Instituts heisst es: «Die Untersuchung der Wollmatinger Sporthalle sowie des Sportzentrums Wollmatingen ergaben keine Hinweise auf gesundheitsgefährdende Verbrennungsprodukte in Form von Asbest, Dioxinen und Furanen oder Polycyclischen Aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK, BaP).
Die Sportanlagen können auf Basis der Untersuchungsergebnisse mit sofortiger Wirkung wieder für die öffentliche Nutzung freigegeben werden.
Gemüse und Obst aus den umliegenden Kleingartenanlagen sollte trotz der vorliegenden unbedenklichen Analysenergebnisse vor dem Verzehr gewaschen werden. Wenn niedergegangene grössere Russteile gefunden werden, können diese ohne weiteres verpackt in einer Mülltüte mit dem Hausmüll entsorgt werden.»

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One thought on “Dossier: Alles zum Konstanzer Bäder-Brand

  1. Peter Zimmermann

    Chance für regionale Bäderplanung

    Das Wollmatinger Bad, das Schwaketenbad, ist abgebrannt. Die Wollmatinger hatten jahrzehntelang auf ihr Bad warten müssen. Dann bekamen sie es endlich. Natürlich muss das Wollmatinger Bad wieder aufgebaut werden, an Ort und Stelle. Wie kommen die Herrschaften der AKK auf die Idee, dass der Wiederaufbau des Wollmatinger Bades irgendwelche Kausalitäten zur Bädermisere in Kreuzlingen hätte. Wenn Konstanz den Bädernotstand in Kreuzlingen beseitigen will oder soll, dann bitte ohne Verknüpfung mit dem Wiederaufbau des Wollmatinger Bades. Übrigens waren auf dem Parkplatz vor dem Bad häufig nicht wenige TG-Autos zu finden, also wohl doch attraktiv. War halt gemütlicher als die ennet der Stadtgrenze liegenden Bäder. Und wird es auch wieder werden.

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