/// Rubrik: Stadtleben

Alles für die Familie

Kreuzlingen – Die Familienhilfe unterstützt Mütter und Väter in allen Lebenslagen mit ihren Kindern. Vor sieben Jahren als Pilot- und Pionierprojekt im Thurgau gestartet, ist die Fachstelle heute ein fester Bestandteil im Schulwesen.

Fünf Familienhelferinnen und vier Coaches der Familienhilfe unterstützen Mütter und Väter. (Bild: ek)

Fünf Familienhelferinnen und vier Coaches der Familienhilfe unterstützen Mütter und Väter. (Bild: ek)

«Die Eltern wollen das Beste für ihr Kind und wir wollen das Beste für die Familie», erklärt Ulrike Wolf, warum ihr Angebot der Familienhilfe seit Anfang an auf viel Zuspruch und Vertrauen gestossen ist. Mit ihrem Unterstützungsangebot helfen sie Mütter und Väter kostenlos, welche in Erziehungsfragen und in der Gestaltung der Schulwoche noch Nachholbedarf haben.

«Das können Kleinigkeiten sein, wie vergessene Turnkleider, Probleme beim gemeinsamen Einkaufen mit dem Kind oder Streit beim ins Bett bringen», erklärt Patricia Ulshöfer. Sie ist seit 2007, als das Pilotprojekt initiiert wurde, als Familienhelferin dabei. Diese haben alle selbst Kinder und kennen die Situationen aus eigener Erfahrung. «Unser neuster Zuwachs kann z. B. auch Türkisch sprechen», freut sich Wolf. Ethnische Herkünfte seien jedoch nicht ausschlaggebend bei Hilfegesuchen. «Die Gründe dafür sind so vielseitig wie die involvierten Menschen», so Wolf. Ulshöfer etwa hat dutzende von Familien besucht und Einblick in verschiedenste Kulturkreise erhalten. «Das Ziel ist es dabei nicht, die Familien einer Norm anzupassen, sondern der Lebenslage angepasste Lösungen für den Alltag zu finden», sagt die Mutter einer Tochter. «Oft muss man gar nicht viel tun oder sagen. Zuhören und Präsenz zeigen genüge meist», erzählt sie. Vor allem alleinstehende Mütter seien oft isoliert und ohne Kontakt zu anderen Leuten. «Die Anonymität steigt mit der Grösse der Stadt», beobachtet Wolf, «wo früher ein gemeinsamer Dorfverein war, ist heute das individualisierte Tablet.» Diesem Phänomen versucht die Familienhilfe entgegenzuwirken. Mit Tipps und Tricks für den Familienalltag, dem praktischen Umgang mit Hausaufgaben oder der Freizeitgestaltung der Kinder. Um das Vertrauen dafür zu schaffen, unterstehen die Helferinnen der Schweigepflicht.

Auf die Beine bringen
Normalerweise dauert eine solche Begleitung vier bis zwölf Monate und werde laufend neu evaluiert. Falls die Probleme die Kompetenzen der engagierten Mitarbeiterinnen übersteigen, würden weitere Fachperson miteinbezogen. Meist können die Erzieher nach der begleiteten Zeit jedoch selbstständig ihren Pflichten nachkommen. Die Kosten für die Dienstleistung werden von der Schulgemeinde und der Stadt Kreuzlingen geteilt. Dafür steht ein jährliches Budget von 40000 Franken zur Verfügung, welches jedoch nicht immer ausgeschöpft wird. Mittlerweile sei das Angebot bei Kindergärtnern und Primarlehrern bekannt und von ihnen erhalten sie auch meistens Tipps, wo Hilfe von Nöten ist. Ihre Unterstützung würden sie aber gerne noch früher einbringen, bei Müttern von Kleinkindern oder Babys. «Hier sind wir auf die Hilfe von Kinderärzten oder den Eltern selber angewiesen», so Wolf.

Kontakt:
Schulberatung Kreuzlingen:
071 677 10 09 / 071 677 10 08
Paar-, Familien- und Jugendberatung: 071 626 02 02

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