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Historische Erfolge fürs Swiss Karate Team

Karate – Das Swiss Karate Team kehrt nach historischen Erfolgen am Wado World Cup 2015 in Nagoya aus Japan zurück.

Die nach Japan gereiste Delegation bestand aus sieben Athleten und Athletinnen, fünf Coaches, einem Schiedsrichter und einer kleinen, aus Eltern und Freunden bestehenden Fangemeinde. Die von den Athleten erbrachte Leistung während der harten, monatelangen physischen und psychischen Vorbereitung sowie der unbrechbare Teamgeist wurden von herausragenden Turnier-Performances und Medaillensiegen gekürt. Unglücklicherweise sahen sich einzelne SportlerInnen mit grossem Lospech konfrontiert.

Starke Japaner
So mussten Jason Witzig (Cadet Men Individual Kata), Chiara Kurer (Junior Women Individual Kata), Mukhuntan Premraj (Junior Women Individual Kata) und Gandheban Premraj (Senior Men Individual Kumite -67kg) gleich in der ersten Runde gegen die stark favorisierten Athletinnen und Athleten des japanischen Teams antreten. Die ausserordentlichen Kata-Darbietungen von Witzig, Kurer und Premraj wurden mit Staunen und begeistertem Applaus gutiert. Leider schienen die jeweiligen Gegner, allesamt Mitglieder des heimischen Teams, unbesiegbar. Auch Mukhuntans älterem Bruder Gandheban Premraj gelang es trotz bewundernswertem Einsatz und Kampfgeist nicht, seinen japanischen Gegner im Kumite zu knacken. Deutlich besser verlief es für ihn allerdings im Kata-Wettbewerb, in welchem es ihm gelang, sich souverän bis ins Viertelfinal durchzukämpfen. Im Duell um den Einzug ins Halbfinale musste er sich dann aber dem dreimaligen Weltmeister Takuya Furuhashi aus Japan geschlagen geben.

Mirjana Milosevic, Kim Grob (2.v.r.) und Massimo Salvati Silber (2.v.l.) mit Reto Kern (3.v.l.). (Bild: zvg)

Mirjana Milosevic, Kim Grob (2.v.r.) und Massimo Salvati Silber (2.v.l.) mit Reto Kern (3.v.l.). (Bild: zvg)

Bronze für Milosevic
Auch Mirjana Milosevic  gelang es, alle nicht-japanischen Athletinnen im Kata-Wettbewerb deutlich zu schlagen. Erst im Halbfinale traf sie auf eine heimische Sportlerin, vorlar zwar die Begegnung, aber sicherte sich den hochverdienten dritten Platz und somit die Bronze-Medaille. Die Kumite-Wettbewerbe verliefen erfolgreicher für das Schweizer Team. So gelang es Kurer und dem jungen Premraj die erste Runde jeweils souverän zu gewinnen. Leider wurde den beiden in der zweiten Runde ein Weiterkommen verwehrt, da sie sich ihrer harten Gegnerin aus Kazachstan bzw. seinem flinken Gegner aus England geschlagen geben mussten.

Dafür bewiesen Kim Grob, Massimo Salvati und Mirjana Milosevic, dass auch die japanischen Wettkämpferinnen und Wettkämpfer nicht unschlagbar sind. Alle drei zeigten sich in den ersten Runden souverän und konnten sich für die Halbfinals qualifizieren. Salvati gelang es, in einem dramatischen Viertelfinal seinen japanischen Gegner mit einem blitzschnellen Fauststoss kurz vor Schluss zu besiegen und sich somit die Bronze-Medaille zu sichern. Leider schaffte er es im Halbfinal dann nicht, den unglaublich flinken und taktisch sehr gut aufgestellten Franzosen und späteren Weltcup-Sieger zu schlagen. Kurze Zeit später versetzte der junge Kim Grob alle in Erstaunen und Begeisterung, als er dank seiner Lockerheit und seinen hervorragenden Beintechniken seinen Halbfinal-Gegner (ebenfalls ein Japaner) vorzeitig nach Hause schickte und ins Final einzog. Im Kampf um den Weltcup-Sieg, angefeuert durch Vertreter verschiedenster Nationen und mit unglaublichem Kampfgeist, zeigte sich Grob von seiner besten Seite und versuchte mit allen Mitteln, den äusserst stabilen und abgeklärten Japaner in seine Schranken zu weisen. Dies wollte ihm an jenem Tag unglücklicherweise nicht gelingen. Nichtsdestotrotz bleibt nichts anderes übrig, als dem jungen Grob zu seiner herausragenden Leistung und seiner hochverdiente Silber-Medaille zu gratulieren und ihn zu loben. Die sprichwörtliche Kirsche auf dem Sahnehäubchen blieb dem Schweizer Team bis zu letzt verwehrt.

Kreuzlingerin verursacht Begeisterungsstürme
Das Warten hatte sich aber gelohnt, als Mirjana Milosevic,  die ihr Halbfinal mit einem überragenden 9:0- Sieg über ihre japanische Gegnerin bereits vorzeitig beendet hatte, Schweizer Sportgeschichte schrieb. In einer emotionalen und dramatischen Finalbegegnung, gelang es der jungen Athletin aus Kreuzlingen als allererste Vertreterin des Schweizer Wadokai-Karate einen Weltcup-Sieg zu erringen und ihr Team sowie die Zuschauer aus aller Welt in Extase zu versetzen.

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