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Nordamerikanische Goldruten – Von der Wunsch- zur Problempflanze

Kreuzlingen – Als Zierpflanzen nach Europa importiert ist die nordamerikanische Goldrute seit 1950 zunehmend aus den Gärten in die freie Natura verwildert. Entsprechend gross sind die Schäden in Naturschutzgebieten. Pro Natura bietet am Samstag einen Informationsrundgang an.

Gerade jetzt blühen die verwilderten amerikanischen Goldruten in Auen und Waldlichtungen, entlang von Flüssen und Bächen, Eisenbahndämmen und Strassenböschungen und färben diese goldgelb. Die schönen Blütenmeere stellen beim genaueren Hinschauen ein teures und ökologisch bedrohliches Problem dar. Die invasiven Neophyten verbreiten sich rasant, verdrängen wertvolle einheimische Pflanzen und bilden Monokulturen. Zwar ist der Verkauf und das Neupflanzen von amerikanischen Goldruten und anderer invasiven Arten verboten, die weitere Ausbreitung kann aber nur durch arbeits- und kostenintesives Bekämpfen durch Kanton, Gemeinde und gemeinnützige Organisationen, wie Pro Natura Thurgau eingeschränkt werden.

Trotz bekannter Probleme sind leider nach wie vor Problempflanzen wie z.B. Kirschlorbeer oder der Sommerflieder im freien Handel erhältlich und werden in Gärten ausgepflanzt, während sie in unseren Wäldern und Naturschutzgebieten zunehmend seltene Pflanzenarten verdrängen.

Die amerikanische Goldrute. (Bild: zvg)

Die amerikanische Goldrute. (Bild: zvg)

Die Früchte, der eigentlich auf den Siedlungsraum beschränkten Pflanzen werden durch Vögel aus dem Garten in die Natur getragen, der Wind verteilt die Samen oder Gartenabfälle werden falsch entsorgt. Obwohl die Gefahr der Verbreitung mit entsprechenden  Vorsichtsmassnahmen, wie dem Entfernen und korrekten Entsorgen der Blütenstände vor der Samenreife eingeschränkt werden kann, ist der beste Weg, die unkontrollierte Verbreitung zu verhindern und die daraus resultierende teure Bekämpfung zu vermeiden, diese Pflanzen weder in den Verkauf zu bringen noch auszupflanzen.

Es gibt ausreichend einheimische Alternativpflanzen um nicht auf problematische Exoten angewiesen zu sein. Als Ersatz für Goldruten bietet sich z.B. das Johanniskraut an, Kirschlorbeer kann durch gemeinen Liguster oder Stechpalmen ersetezt werden. Der Kanton Thurgau und auch Pro Natura haben dazu Informationsbroschüren bereitgestellt. Auch Gärtner sind eine gute Anlaufstelle um sich beraten zu lassen.

Standaktion & Neophyten Rundgang in Kreuzlingen
In diesem Rahmen der Aktionstage «Arten ohne Grenzen» findet am 29. August in Kreuzlingen folgende Aktion statt. Wir laden sie dazu herzlich ein:

was?      Die Gefahr durch invasive Neophyten im Garten!
– Bekämpfung und Alternativen
– Beantwortung von Fragen durch fachkundige Ansprechpartner
wann?   Samstag, 29. August, von 0900 bis 1200 Uhr
wo?       Wochenmarkt Kreuzlingen, Boulevard und Ecke Marktstrasse

Um 14 Uhr laden wir sie zu einem praktischen Rundgang zu von Neophyten belasteten Standorten in Kreuzlingen ein. Treffpunkt vor dem avec Shop am Hauptbahnhof Kreuzlingen.
Anmeldung zum Rundgang erwünscht:
Email: exkursionen-tg@pronatura.ch
Web
Telefon: 071 422 48 23

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