/// Rubrik: Region

Grosse gemeinsame Projekte stehen an

Frauenfeld – Im Zentrum des jährlichen Treffens zwischen der Thurgauer und der St.Galler Regierung standen dieses Mal mit der Expo 2027 und Wil-West zwei grosse gemeinsame Projekte. Dabei informierten sich die beiden Exekutiven auf dem Klein Rigi bei Kradolf-Schönenberg gegenseitig über den Stand der Dinge und das weitere Vorgehen.

Die beiden Regierungen waren sich einig, dass die Expo 2027 ein wichtiges Projekt für die Wahrnehmung der Ostschweiz ist. «Mit der Jurierung und der Bestimmung des Siegerprojekts sind wir auf der Zielgeraden einer wichtigen Phase angekommen», resümierte der St.Galler Regierungspräsident Benedikt Würth. Die Thurgauer Regierungsrätin Carmen Haag, Präsidentin des politischen Ausschusses der Expo, erläuterte das weitere Vorgehen und wies auf die Präsentation des Siegerprojekts hin, die in Kürze erfolgen werde. Die Regierungen der beiden Kantone beschlossen, dass alle Projekteingaben, die es in die zweite Runde geschafft haben, in Form einer Ausstellung der Öffentlichkeit gezeigt werden sollen.

Regierungsrätin Carmen Haag orientierte im Weiteren um den aktuellen Stand im Projekt Entwicklungschwerpunkt Wil-West, bei dem es um die gemeinsame Entwicklung eines grenzüberschreitenden Areals im Westen der Stadt Wil geht. Ziel ist die Ansiedlung hochwertiger Arbeitsplätze auf diesem rund 95 Hektaren grossen Areal bei der A1. Der St.Galler Baudirektor Willi Haag bezeichnete das Projekt als «Muster einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Sinne des neuen Raumplanungsgesetzes». Es sei ein Beispiel für den sorgfältigen Umgang mit dem Boden.

Nicht zufrieden sind die beiden Regierungen mit dem momentanen Stand in Sachen Netzbeschluss. Gemäss diesem sollen rund 400 Kilometer national wichtiger Strecken ins Nationalstrassennetz aufgenommen und verschiedene Umfahrungsprojekte verwirklicht werden. «Der Netzbeschluss ist für die Realisierung der BTS/OLS und somit für den Kanton Thurgau zentral», erklärte die Thurgauer Baudirektorin Carmen Haag. Leider sei die baldige Inkraftsetzung des Netzbeschlusses derzeit wieder in der Schwebe. Auch Willi Haag drückte seinen Ärger über die jetzige Situation aus und warnte vor der Gefahr, dass dieser Entscheid auf den St.Nimmerleinstag verschoben werde.

Bezüglich der aktuellen Diskussion um einen Metropolitanraum in der Ostschweiz sprach der St.Gallen Volkswirtschaftsdirektor Benedikt Würth davon, dass die Ostschweiz hinsichtlich ihrer wirtschaftlichen Kraft und ihrem wirtschaftlichen Potenzial unter einem Wahrnehmungsdefizit leide. Nach dem Nein des Kantons Thurgau zu einer Metropolitanregion St.Gallen-Bodensee stehe nun eine neuer Ansatz im Raum. Mit der Vierländerregion Bodensee soll die Zusammenarbeit grenzüberschreitend mit den deutschen, österreichischen und liechtensteinischen Nachbarn gefördert werden. Der Thurgauer Regierungspräsident Jakob Stark signalisierte, dass sich der Thurgau ein Mitmachen in diesem Verbund vorstellen könne. Vorerst müsse jedoch der gegebene Rahmen mit Inhalt gefüllt und das Kosten-/Nutzenverhältnis abgewogen werden.

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