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Klare Front bei den Kandidaten

Kreuzlingen – Zum ersten Podium der Ständerats-Kandidaten Brigitte Häberli, Roland Eberle und Klemenz Somm kam es am Dienstag an der PH in Kreuzlingen. Dabei gerieten vor allem Herausforderer Klemenz Somm und Amtsinhaber Roland Eberle aneinander.

EVP-Podium zur Ständeratswahl 2015 (v.r.): Klemenz Somm (GLP) machte unter Moderation von Jürg Schorro neben den Amtsinhabern Brigitte Häberli (CVP) und Roland Eberle (SVP) eine gute Figur. (Bild: Thomas Martens)

EVP-Podium zur Ständeratswahl 2015 (v.r.): Klemenz Somm (GLP) machte unter Moderation von Jürg Schorro neben den Amtsinhabern Brigitte Häberli (CVP) und Roland Eberle (SVP) eine gute Figur. (Bild: Thomas Martens)

Es sind augenscheinlich zwei, die sich zwar menschlich respektieren und achten, politisch jedoch meilenweit auseinander liegen und völlig gegensätzliche Positionen einnehmen. Die politische Rivalität zwischen Roland Eberle und Klemenz Somm jedenfalls flammte bei der Podiumsdiskussion auf Einladung der EVP Thurgau desöfteren auf, schliesslich machte Somm bereits als junger Kantonsrat 2004 bis 2006 dem damaligen Thurgauer Finanzdirektor Eberle das Leben schwer. Und vor kurzem erst stichelte Somm in Sachen Kartause Ittingen, deren Stiftungsratspräsident Eberle ist.

Grosse Unterschiede
Die Unterschiede konnten beim Podium nicht grösser sein. Auf der einen Seite der mit allen Wassern gewaschene Polit-Profi der SVP, Roland Eberle (62), und CVP-Ständerätin Brigitte Häberli (57). Sie hatte in Eberle in den vergangenen vier Jahren Legislaturperiode offenbar einen Seelenverwandten gefunden, denn meist waren die beiden Kantonsvertreter in Bern einer Meinung. Auf der anderen Seite der 15 Jahre jüngere, gerne polarisierende Unternehmer und grün-liberale Kantonsrat Klemenz Somm.

EVP-Moderator Jürg Schorro aus Landschlacht verstand es, allen Kandidaten genügend Raum für ihre Positionen zu geben, auch wenn einige Punkte auf seiner Liste aus zeitlichen Gründen nicht behandelt werden konnten. So kreiste die Diskussion um bundespolitische Reizthemen wie Energiewende, Rentenreform 2020 und Masseneinwanderung.

Die Fronten traten dabei klar zutage. Während Somm einen sofortigen Atomausstieg forderte und auf die Energiewende setzt, verwiesen Eberle und Häberli auf den bereits beschlossenen Ausstieg, dessen Ende aber noch nicht in Sicht ist. Bei der Rentenreform mit einem höheren Eintrittsalter für Frauen (65 Jahre) und steigenden Ausgaben möchte Somm zur Finanzierung von 1. und 2. Säule die Lohnkosten im Gegensatz zu den beiden amtierenden Ständeräten nicht erhöhen. Der Kreuzlinger Unternehmer schlug stattdessen eine Abgabe auf fossile Energieträger vor. Dies lehnten Eberle und Häberli entschieden ab und präsentierten sich als Wohlstandswahrer.

«Wieviel Leute verträgt eine Fläche?» Diese Frage steht für Roland Eberle im Zentrum der Flüchtlingsdebatte. Brigitte Häberli verwies auf die Kriterien im Asylgesetz und Klemenz Somm zog eine scharfe Trennung zwischen berechtigter Skepsis und Fremdenhass: «Die SVP hat ihren rechten Rand nicht im Griff», sagte er unter Beifall der Gäste und auch mit Zustimmung von Eberle, der Hetzparolen verurteilte.

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