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Die Defizitgarantie deckeln

Kreuzlingen – Am kommenden Donnerstag behandelt der Gemeinderat die neue Vereinbarung zwischen Stadt und Alterszentrum. Maximal 90 Prozent eines jährlichen Defizits will die Stadt tragen, nie höher als 3'00'000 Franken pro Jahr. Ausserdem soll es einen Baubeitrag von drei Millionen Franken für die Sanierung geben.

Der Neubau der Pflege- und Demenzabteilung kommt gut voran. (Bild: sb)

Der Neubau der Pflege- und Demenzabteilung kommt gut voran. (Bild: sb)

Die alte Vereinbarung zwischen Stadt und Alterzentrum Kreuzlingen (AZK) ist 43 Jahre alt, nicht mehr zeitgemäss und muss erneuert werden. Seit zwei Jahren wird daran bereits gearbeitet, teilte Stadträtin Dorena Raggenbass im Vorfeld  der Gemeinderatssitzung vom 3. September mit. Unter anwaltlicher Aufsicht schraubten die Verantwortlichen an der Defizitgarantie, sie war bislang ohne Deckelung vertraglich zugesichert. Neu geregelt ist zudem das Mitspracherecht und die Kündigungsfrist. Der Vertrag soll für die nächsten 40 Jahre «verheben», so Raggenbass.
Nachdem die Genossenschaftsversammlung ja zum Vorhaben sagte, ist nun der Gemeinderat dran. Eine mögliche Volksabstimmung könnte am 29. November stattfinden.

Die Genossenschaft errichtete das AZK vor mehr als 40 Jahren. Heute ist es in Kreuzlingen fest verankert. Die Geschäftsleitung musste die vertraglich festgelegte Defizitgarantie nur in den Anfangsjahren in Anspruch nehmen, etwas über fünf Millionen Franken flossen dabei. Auch Münsterlingen beteiligt sich an der Defizitgarantie, liess Stadträtin Raggenbass wissen. Der Betrag werde aber über die Einwohnerzahl berechnet.

Der Baubeitrag von drei Millionen Franken ist für die Sanierungs- und Umbauarbeiten der Alten- und Pflegeabteilung gedacht. Dabei handelt es sich um die zweite Etappe der ehrgeizigen, aber nötigen Bauvorhaben des AZK. Kurz vor der Fertigstellung steht der Neubau der Pflege- und Demenzabteilung (Erste Etappe). Noch als Grobkonzept und ohne Kostenschätzung existiert der Plan, die 60 Alterswohnungen des AZK zu sanieren.

Sanierung unumgänglich
«Die Sanierung ist unumgänglich, um den heutigen Anforderungen zu entsprechen», so Stadträtin Raggenbass. «In betrieblicher, hygienischer und sicherheitstechnischer Sicht.»  Die Kosten dieser zweiten Etappe belaufen sich auf rund 16 Millionen Franken. Auch Cafeteria, Mehrzwecksaal und Küche erhalten eine Vergrösserung und Optimierung.
Die Vorhaben beeinflussen den Finanzplan des AZKs. Bis inklusive 2018 rechnet der Vorstand mit einem jährlichen Defizit von durchschnittlich 165’000 Franken. 90 Prozent davon will die Stadt mit der Defizitgarantie tragen, das wären 148’500 Franken pro Jahr im Schnitt.
«Durch Zustimmung kann der Gemeinderat sein Bekenntnis zum Alterszentrum ausdrücken», so Stadträtin Raggenbass. «Der Stadtrat hat es bereits getan.»

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