/// Rubrik: Stadtleben

TKB-Anlegerforum im Zeichen der Geldpolitik

Kreuzlingen – Langfristig denken, die Nerven bewahren und das Anlageportfolio diversifizieren. Das die Ratschläge der Expertenrunde an die Besucher des dritten Anlegerforums der TKB. Rund 600 Gäste begrüsste die TKB zu den Fachreferaten in Kreuzlingen.

Heinz Huber, Vorsitzender der Geschäftsleitung der TKB. (Bild: zvg)

Heinz Huber, Vorsitzender der Geschäftsleitung der TKB. (Bild: zvg)

Im laufenden Jahr sei es nicht einfacher geworden, Anlageentscheidungen zu treffen. Das sagte Heinz Huber, Vorsitzender der Geschäftsleitung der TKB, in seinen einleitenden Worten am Anlegerforum in Kreuzlingen. Mit der Aufhebung des Mindestkurses habe die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu Beginn des Jahres die Herausforderung noch erhöht. Umso wichtiger sei es, einen starken und verlässlichen Partner in Anlagefragen an der Seite zu haben.

Der Frankenkurs als Fieberthermometer der Krise
Die Entwicklung der Wechselkurse und die Geldpolitik standen im Zentrum des Referats von Aymo Brunetti. Der Frankenkurs sei «ein Fieberthermometer der Krise in Europa», sagte der Wirtschaftsprofessor und ehemalige Chefökonom des Bundes. Die aktuelle Entspannung zeige sich in der Aufwertung des Euro. Allerdings drohten dem Schweizer Franken weitere Aufwertungsschübe, namentlich beim nächsten Aufflammen der Griechenlandkrise – «und das kommt bestimmt», so der Ökonom. Brunetti wies auf die ausserordentliche Geldpolitik der Zentralbanken aus aller Welt hin. Seit der Finanzkrise 2008 befänden sich diese im Ausnahmezustand. Die aggressiven Zinssenkungen, die über Jahre währende Nullzinspolitik, die massive Erhöhung der Geldmenge durch den Ankauf von Anleihen durch Zentralbanken: Eine solche Situation sei noch nie dagewesen. Doch, so der Ökonom, müssten die Notenbanken wieder in den Normalmodus finden; und das sei eine heikle Gratwanderung. Setzten die Notenbanken zu spät an, drohe eine Überhitzungsgefahr, seien sie zu früh, bestehe die Gefahr, die Wirtschaft abzuwürgen.

Nicht alle Eier in den gleichen Korb legen
Die US-Notenbank werde wohl als erste den Leitzins anheben, sagte Karel Ehmann, Leiter Portfolio Management bei der TKB. Die SNB aber könne sich frühestens bewegen, wenn die Europäische Zentralbank erste Schritte in Richtung Normalisierung der Geldpolitik mache. Da die Finanzmärkte die Leitzinserhöhung in den USA erwarteten, dürfte diese keine grossen Ausschläge herbeiführen. Und was rät der Anlageexperte in Zeiten von Negativzinsen und Märkten im Banne der aussergewöhnlichen Geldpolitik? «Auf jeden Fall, nicht alle Eier in den gleichen Korb zu legen», sagt Ehmann in der Podiumsdiskussion auf die Frage von TV-Moderator Reto Brennwald, der durch die Veranstaltung führte. Mit einem langfristigen Anlagehorizont – und genügend starken Nerven, um auch einmal einen Einbruch auf den Märkten hinzunehmen – lohne sich die Investition in Aktien. Auch wenn das Preisniveau mangels Alternativen im Moment eher hoch sei.

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