/// Rubrik: Kultur

Willkommen zur neuen Spielzeit

Konstanz – In der Spielzeit 2015/2016 präsentiert sich das Theater Konstanz als ein Haus mitten in der Stadt, es mischt sich ein, bezieht Position und vergisst darüber eines nicht: das Theaterspielen. (Theater Konstanz)

Stadttheater Konstanz. (Bild: zvg)

Stadttheater Konstanz. (Bild: zvg)

Seit 408 Jahren steht das Theater im Herzen der Stadt Konstanz. Es ist das älteste dauerhaft bespielte Theater in Deutschland und nicht wegzudenken aus dieser Stadt. 2015/2016 stehen etliche Klassiker auf dem Plan. Und das ist kein Zufall. Die Theaterliteratur gibt uns verlässliche Antworten auch auf das heutige Leben, nicht nur in dieser Stadt: «Man kann nicht Herren zweier Diener sein» und «Unrecht Gut gedeiht nicht». Es geht um Recht und Unrecht, um Macht und Ohnmacht, um Moral und Werte – im Öffentlichen wie im Privaten. Das Theater schaut hinter die Idylle, deckt auf und legt den Finger auf Wunden – frische wie verschorfte.

Was wird gespielt?
Gleich zur Spielzeiteröffnung zeigt die bildgewaltige Inszenierung von Jacques Offenbachs Operette «Orpheus in der Unterwelt» auf, wie Freiheit von gesellschaftlichen Zwängen und Moralvorstellungen begrenzt wird. «Medea» (7. November), in der Regie von Max Pross, stellt den Mythos «Mutterliebe» auf den Prüfstand. Nicht fehlen darf in dieser Spielzeit Goethes «Faust» (27. November) als Inbegriff des suchenden, masslosen und modernen Menschen.
Tabus und Abgründe präsentiert Regisseurin Michaela Dicu, wenn sie «Dracula» (5. Dezember) nach Bram Stoker zu neuem Leben erweckt. Stefan Eberle zeichnet für «Die Präsidentinnen» (23. Januar) verantwortlich. Von einem weiteren österreichischen Autor, Thomas Bernhard, gelangt «Ritter, Dene, Voss» (29. Januar) in der Regie von Oliver Vorwerk zur Aufführung. Was ist Recht, was Gerechtigkeit wird bei «Der zerbrochne Krug» (19. Februar) gefragt. Und dann natürlich «Der Diener zweier Herren» (18. März), inszeniert von Johanna Schall. Ebenfalls ein Klassiker, passend zur Spielzeit: «Ein Volksfeind» (29. April) von Henrik Ibsen, in der Regie von Dietrich W. Hilsdorf – nach wie vor brisant als Politthriller und gnadenlose Satire auf Medien und Politik.

Auch in der Spielzeit 15/16 verlässt das Theater seine angestammten Spielstätten, etwa beim Puppentheaterfestival vom 6. bis 8. Mai oder bei einem Stück hoch oben auf dem Säntis. Und am 24. Juni verwandelt das Theater Konstanz den Konstanzer Münsterplatz abermals in eine spektakuläre Bühne. Gezeigt wird bei den «Münsterfestspielen» in der Regie von Herbert Olschok «Der Name der Rose» nach Umberto Eco. Danach gibt es ein Wiedersehen mit dem Konzilstück «Konstanz am Meer. Ein Himmelstheater» von Theresia Walser und Karl-Heinz Ott.

Start am Theaterfest
Gestartet wird in die neue Spielzeit traditionell mit dem Theaterfest und drei Premieren – «Orpheus in der Unterwelt», «Das Mass der Dinge» und «Miss Sara Sampson» – am Wochenende vom 25. bis 27. September.

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