/// Rubrik: Leserbriefe

St.Ulrich: Eine Auslegeordnung nach dem zweiten Pfarreigespräch

Leserbrief – Wir erinnern uns: An der ersten Aussprache am 25. Febuar wurden die anstehenden Probleme um Pfarrer Jehle und die Kirchenführung erst unter «Übrigens» zur Diskussion freigegeben. Die Kirchenleitung versuchte damals den Ablauf nach Ihrem Gusto einzurichten. (Toni Räber, Kreuzlingen)

(Bild: pixelio)

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Neu und besser am Gesprächsabend vom 24. August galt die Regelung, von der Kirchenvorsteherschaft und der Dialoggruppe vereinbart: Umfassende Wortmeldungen werden nicht zu Ende diskutiert, sondern als Gesprächsthema in einer kleinen Vertretergruppe festgehalten. Dossiers von geschädigten und kritisierten Personen werden nicht geöffnet. Nun stehen weit mehr Anklagen, offene Wunden und bestehende Missstände als geahnt auf der zu bearbeitenden Liste.

Immer noch wundern sich Herr Jehle und die Kirchenvorsteherschaft, dass die gemeinsame Substanz verbraucht und das Vertrauen zerstört ist. Da sitzten sie erneut in der ersten Reihe – aber diesmal schweigend. Wenigstens folgen nicht mehr die braven Bemerkungen in der Presse, wie bereit man doch sei für ein offenes Gespräch.

Unübersehbar die Strategie der Kirchenvorsteherschaft, zu lesen anfangs Juli in der Lokalpresse: Drohgebärden und verbale Entgleisungen des Pfarreiratspräsidenten Martin Beck. Wohin Drohungen führen und wie sie jede Grundlage von Dialog zerstören, sehen wir jetzt.
Am 24. August wurden die Namen von unglimpflich angegangenen Mitarbeitern der Kirchgemeinde genannt, die nach langjähriger Mitarbeit undankbar bei Seite geschoben oder mit einem Maulkorb versehen worden sind. Sie wurden auch im Amt so behandelt, dass nur eine Flucht übrigblieb. Ein halbes Dutzend Namen sind es jetzt. Ist das erst die Spitze vom Eisberg?

Wenn eine Führung nach ausgebliebenem Erfolg still steht oder in der ersten Reihe vor sich hin schweigt, folgt ein klassisches Rückzugsgefecht, und das ist vom Schlimmsten. Offensichtlich ist dies auch in der nahen Vergangenheit in St.Ulrich so geschehen. Achtlos wird mit der «Keule» draufgegeben, auf alles, was sich bewegt oder nicht mehr bewegt. Immenser Schaden ist entstand an der Gemeinschaft, in den Seelen, den Menschen und an Vertrauen. Herrscher verlieren die Beherrschung und möchten so den eigenen Kragen retten, oder was von der «Weissen Weste» noch übrig geblieben ist.

Die grosse Frage ist doch, was folgt danach …? Wie soll es ausgerechnet die bestehende Crew schaffen und woher holen gerade sie die junge Generation für einen nachhaltigen Wiederaufbau? Zum dritten Herbst in Folge keine Früchte an den symbolträchtigen Reben, kein Brot wurde für die Gemeinschaft gebacken, und ein Präsident sieht zu, statt seine eigene Optik zu überprüfen.

Nach den Ausführungen von Herrn Ruedi Heim steht die Installation vom neuen Pastoralraum vor «einer Ampel auf rot». Unschwer erkennt man, dass die Karre bis zur Achse im Morast der Personalfrage stecken geblieben ist. Und wie im Leben heisst es «Aussteigen bitte» und schieben, diejenigen die können. Oder dann bitte ganz zur Seite treten … So gesehen kann die Kirchenvorsteherschaft nicht mehr mit dem gewohnten «Heim-Vorteil» rechnen.

Nun, die nächste Kirchgemeindeversammlung kommt. Die still leidenden Gläubigen werden zwar nur vereinzelt das Wort ergreifen, aber hoffentlich mit der inneren Stimme ihr Unbehagen bekunden. Jeder mache sich hoffentlich seine persönlichen Überlegungen – wer einen Riecher hat zum Hören der sehe … Nur eine neu gewählte Behörde, gestützt von der Mehrheit der ortsansässigen Gläubigen, kann eine für Kreuzlingen stimmige Lösung herbeiführen, als Geschenk, rechtzeitig auf Weihnachten.

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