/// Rubrik: Stadtleben | Topaktuell

20 Jahre Willkommenskultur

Kreuzlingen – Das Flüchtlingscafé an der Freiestrasse 28A feierte am Mittwochabend sein 20-jähriges Bestehen. Sogar Regierungsrätin Cornelia Komposch war gekommen, um die Arbeit des Vereins AgaThu (Arbeitsgruppe für Asysuchende Thurgau) zu honorieren.

Das Flüchtlingscafé an der Freiestrasse 28A feierte am Mittwochabend sein 20-jähriges Bestehen. Sogar Regierungsrätin Cornelia Komposch war gekommen, um die Arbeit des Vereins AgaThu (Arbeitsgruppe für Asysuchende Thurgau) zu honorieren. (Bild: zvg)

Das Flüchtlingscafé an der Freiestrasse 28A feierte am Mittwochabend sein 20-jähriges Bestehen. Sogar Regierungsrätin Cornelia Komposch war gekommen, um die Arbeit des Vereins AgaThu (Arbeitsgruppe für Asysuchende Thurgau) zu honorieren. (Bild: zvg)

Agathu-Präsident Karl Kohli durfte ausserdem Mitglieder des Stadtrats, den Stadtschreiber, den Gemeinderatspräsidenten und die evangelische Kirchenpräsidentin unter den Gästen begrüssen. «Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit zwischen Empfangszentrum, Stadt und Agathu», lobte er und dankte auch den verschiedenen Service-Clubs, die zum Ausbau des Kaffee-Treffs beitrugen.

In den Räumen rechts vor dem Bahnübergang erhalten Bewohner des Kreuzlinger Asylzentrums eine Anlaufstelle. Es gibt Kaffee und Tee, Internet und immer ein freundliches Lächeln. Dass die Zustände schon mal chaotischer waren, konnten die Anwesenden einem Bericht von Vroni Zimmermann entnehmen. Sie kümmerte sich schon um Asylsuchende, bevor 1988 das Empfangszentrum in der Stadt eröffnet wurde. Damals gab es engagierte Bürger, welche die Armen in ihren Häusern aufnahmen und für sie kochten. Die Aktivisten vom Flüchtlingscafé mussten von Beginn an gegen Vorurteile in der Bevölkerung kämpfen, aber auch die Zustände im Asylzentrum liessen damals zu wünschen übrig. «Sie haben Asylsuchende im Winter nachts auf der Strasse gelassen, die sind fast erfroren», erinnerte sie sich. «Aber wir haben gemeckert, diskutiert, versucht zu helfen und die Lage verbessert.»

Der Verein AgaThu ging 1993 aus dem Verein Fremde & Wir hervor. Heute kümmern sich über hundert Freiwillige im Café um Menschen, die wegen Krieg aus ihrer Heimat flüchten mussten. Sie bieten Kinderbetreuung an und haben mit dem Projekt «Beat» (wir berichteten) auch ein Freizeitangebot auf die Beine gestellt. Das Wesentliche sei aber immer noch die Atmosphäre im Café, erinnerte Leiterin Dominique Knüsel. «Die Flüchtlinge sollen für einen kurzen Moment ihren schweren Alltag vergessen können.»

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