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Die Früchte eines Förderpreises

Kreuzlingen – Zum 30-jährigen Bestehen des Adolf Dietrich-Förderpreises hat die Thurgauische Kunstgesellschaft eine Ausstellung mit 16 Preisträgern zusammengestellt. Die Vernissage findet heute Freitag, um 19.30 Uhr im Kunstraum Kreuzlingen statt.

Gastkuratorin Christina Müller und Kurator Richard Tisserand. (Bild: ek)

Gastkuratorin Christina Müller und Kurator Richard Tisserand. (Bild: ek)

«Zu Beginn wurden die Preisträger noch total unkompliziert per Stimmabgabe gekürt und das Preisgeld von 6000 Franken zwischen zwei Kunstschaffenden aufgeteilt», erzählt Richard Tisserand, Kurator des Kunstraums Kreuzlingen. Für die Ausstellung «30 Jahre Adolf Dietrich-Förderpreis» hat er die alten Protokolle der Thurgauischen Kunstgesellschaft durchstöbert, um die Geschichte des Preises mittels einer Ausstellung lebendig wiederzugeben.

Die Auszeichnung sei ein wichtiger Schritt für die Thurgauer Kunstszene gewesen, davor gab es nichts Vergleichbares. «Der Preis war auch als Art Stipendium gedacht», so Tisserand. Seit damals hat die Auszeichnung stetig an Prestige gewonnen, heute ist sie mit 15000 Franken dotiert und alle Künstler mit regionalem Bezug können sich auf die Ausschreibung bewerben. Finanziert wird der Preis aus den Nachlassrechten des Berlinger Malers Adolf Dietrich, welche die Thurgauer Kunstgesellschaft verwaltet.

Die Entwicklung nachvollziehen
16 der 18 ehemaligen Preisträger konnten nun für die Jubiläumsausstellung gewonnen werden. «Das war keine einfache Aufgabe», erklärt Tisserand, welcher den Preis 1984 selbst erhielt. Zur Unterstützung und um den Blick von aussen zu wahren, hat er Christina Müller als Gastkuratorin mit ins Boot geholt.

Zusammen haben sie die ehemaligen oder immer noch aktiven Künstler aufgesucht und mit ihnen Gespräche geführt. «Wir wollen nicht nur die Namen an der Wand hängen sehen, durch die Ausstellung sollen die Künstler vorgestellt und greifbar gemacht werden», so Müller. Deshalb hätten die Künstler mit Ideen und der Hängung einen grossen Teil zur Ausstellung beigetragen.

Etwa die Hälfte der Werke sind aus der Zeit der Preisvergabe, die andern sind aktuell und wurden teils speziell für die Ausstellung erstellt. «So sieht man auch schön die Veränderung, welche die Künstler hinter sich haben», so Tisserand. So verschieden die Preisträger, so verschieden sind auch ihre Werke. Von Fotografien über Gemälden zu Eisenskulpturen und Tierplastiken gibt es einiges zu bestaunen im Kunstraum. Und im Tiefparterre wird mit Videoinstallation und einem beleuchteten Vorhang gearbeitet. Zu sehen ist dies alles bis zum 25. Oktober, heute Abend um 19.30 Uhr findet die Vernissage und am Sonntag, 18. Oktober ein «Konzert vor Kunst» statt.

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