/// Rubrik: Leserbriefe

Junge und Erwerbstätige werden laufend überstimmt

Leserbrief – Der Ständerat hat diese Woche – ungeachtet jeder Demografie und jeder Ökonomie – einen fulminanten Ausbau der AHV beschlossen. (Marcel Schuler, Ermatingen)

(Bild: pixelio)

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Auf den ersten Blick sieht eine Erhöhung um 70 Franken pro Monat moderat aus. Was sind schon 70 Franken? Der Jahresbetrag einer Rentenerhöhung von 840 Franken hätte manchen wohl mehr beunruhigt. Auf die Zahl aller Rentner hochgerechnet, reden wir aber nicht mehr von ein paar Franken, sondern von Milliarden zusätzlichen Ausgaben.

Da die AHV Renten der heute Pensionierten durch die Erwerbstätigen bezahlt werden, ist das Verhältnis zwischen Rentnern und Aktiven entscheidend. Weil wir zusehends älter werden, haben die Jungen für immer mehr Leute im Ruhestand aufzukommen. Die Entwicklung auf unser Vorsorgesystem ist dramatisch: Als die AHV 1948 eingeführt wurde, standen einem Rentner mehr als sechs Erwerbstätige gegenüber, die für seine AHV einzahlten. Heute sind es 3,3 Aktive, in zwanzig Jahren, 2035, sind es bloss noch 2,3. Ungeachtet dieser Fakten und im Irrglauben kurz vor den Wahlen noch Wähler zu gewinnen, haben sich die Ständeräte dennoch für Mehrausgaben zulasten der nächsten Generationen und eine Verschärfung des Generationenkonflikts entschieden, um die erste Säule auszubauen.

Dies zeigt zwei Probleme auf: Erstens denkt eine Mehrheit in Bundesbern zuerst an ihre Wiederwahl statt an die Zukunft. Zweitens hat die Jugend keine Stimme im Parlament, womit sie ersterem auf Augenhöhe begegnen könnte. Da nun die nächsten Wahlen anstehen, ist für es mich aus diesem Grund wichtig, auch den Jungen Rechnung zu tragen und diese symbolisch bei den Nationalratswahlen auf den Wahlzettel zu schreiben. Ich habe mich deshalb für die Jungfreisinnigen Bodensee (Liste 18) entschieden, welche sich mit Herzblut für «Mehr Freiheit und Weniger Staat» einsetzen.

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