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Packenden Cupfight in extremis gewonnen

Handball – In einer jederzeit packenden Duell zweier 1.-Liga-Spitzenteams setzte sich der HSC Kreuzlingen im Schweizer Cup knapp mit 33:30 (16:16) gegen den KTV Muotathal durch und qualifizierte sich für die 1/16-Finals. (Text: Markus Rutishauser)

(Bild: Gaccioli)

(Bild: Gaccioli)

«Das war ein Schuss vor den Bug im richtigen Moment», äusserte sich der Kreuzlinger Trainer kurz nach dem Schlusspfiff trotz des Sieges über die zuvor ebenfalls noch ungeschlagenen Innerschweizer durchaus selbstkritisch. Andy Dittert war mit dem Auftritt seiner Mannschaft in diesem Cupduell über weite Strecken nicht zufrieden. «Nach den drei Siegen in der Meisterschaft haben wohl einige Spieler gedacht, dass wir auch diesen Gegner locker schlagen können,» zeigte er sich primär von der Einstellung einiger seiner Akteure enttäuscht. «Wir sind eine Mannschaft, die nur über eine maximale Leistungsbereitschaft zu unserem Spiel finden kann.» Gerade in der Abwehr habe er diese Leidenschaft und den Einsatzwillen in den ersten 40 Minuten an diesem Abend jedoch komplett vermisst.

Fünftore-Rückstand wettgemacht
Tatsächlich zeigte der HSCK nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit, in der die Innerschweizer einen 7:11-Rückstand zum 16:16 wettmachen konnten, gerade nach dem Seitenwechsel eine phasenweise ziemlich uninspirierte Leistung, geprägt von vielen Einzelaktionen und Fehlern. Muotathal nützte die Kreuzlinger Schwächen konsequent aus und zog, angeführt von ihrem starken Torhüter Florian Oechslin und dem wurfgewaltigen ehemaligen NLA-Spieler Lukas Huwiler (Stäfa und Altdorf), bis auf 18:23 weg. Ein Weckruf? Ja und Nein. Diesen Fünftore-Rückstand machten die Kreuzlinger zwar mit einem Kraftakt innerhalb von gut sechs Minuten wieder weg, kassierten dann aber postwendend gleich wieder zwei Gegentreffer in Überzahl (!) zum 25:27. Dieses Auf und Ab setzte sich bis zur 55. Minute und dem 29:29 fort. Dann liessen bei den Innerschweizer plötzlich die Kräfte nach. Zudem bewies Trainer Dittert ein gutes Händchen und übertrug mit Pascal Schweikhardt sowie Jonas Göhringer genau jenen jungen Spielern mehr Verantwortung, welche die Partie schliesslich mit ihren Treffern entschieden. Und auch Torhüter Beco Perazic konnte sich just in der matchentscheidenden Endphase deutlich steigern. Muotathal stemmte sich in den letzten 100 Sekunden mit einer Manndeckung zwar nochmals vehement gegen das Cup-Aus, wurde am Ende für seinen couragierten Auftritt aber nicht belohnt. Stattdessen durften sich die Kreuzlinger eine «standing ovation» der begeisterten Zuschauer abholen, welche in diesem Cupspiel voll auf ihre Kosten kamen.

Steigerung erforderlich
Für den HSC Kreuzlingen war das 33:30 der fünfte Sieg im fünften Pflichtspiel der Saison. Zwei Partien im Cup und drei in der 1.-Liga-Meisterschaft wurden gewonnen. In den 1/16-Finals winkt ein attraktiver Nationalliga-Club oder dann die Chance, sich gegen ein gleichklassiges Team erstmals für die Achtelfinals zu qualifizieren. In der Meisterschaft geht es für die Thurgauer am 17. Oktober, um 19.30 Uhr, mit dem Auswärtsspiel beim Tabellendritten SG TV Appenzell weiter, der sich im CH-Cup ebenfalls für die nächste Runde hat qualifizieren können. «In Appenzell müssen wir wieder viel engagierter auftreten – und zwar jeder einzelne Spieler. Wir sind leistungsmässig noch lange nicht dort, wo ich mit der Mannschaft hin möchte.»

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