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Mülltrennung wird optimiert

Region – Was in Deutschland seit rund 25 Jahren in etwas anderer Art per «Gelber Sack» funktioniert, wurde nun auch im Thurgau eingeführt – die Sammlung von Plastikmüll aus Haushalten.

So sehen die neuen Säcke für Kunsstoffabfälle aus. (Bild: zvg)

So sehen die neuen Säcke für Kunsstoffabfälle aus. (Bild: zvg)

Die Abfallzweckverbände ZAB und KVA Thurgau lancierten Anfang Oktober gemeinsam das neue Angebot. Diese flächendeckende und einheitliche Kunststoffsammlung in gut 100 Gemeinden ist erst- und einmalig in der Schweiz. Die Sammlung gemischter Verpackungskunststoffe ist als Ergänzung zu den bestehenden Sammlungen für PET- und Plastikflaschen gedacht, um eine noch grössere Menge Kunststoff in den Recyclingkreislauf zurückzuführen.

Während beispielsweise für Glas- oder PET-Flaschen bereits beim Verkauf eine sogenannte «vorgezogene Entsorgungsgebühr» (VEG) erhoben wird, erfolgt die Finanzierung der gemischten Kunststoffsammlung wie beim Kehricht über eine Sackgebühr. Damit werden insbesondere die Sammellogistik, die Sortierung, die Zuführung des verwendbaren Materials in die Wiederverwertung sowie die thermische Behandlung der nicht verwertbaren Reststoffe und Verschmutzungsanteile finanziert. Zehn Säcke je 60 Liter kosten zehn Franken weniger als Kehrichtsäcke gleicher Grösse. KVA-Chef Peter Steiner erhofft sich eine hohe Sammelquote im Thurgau. Die Säcke sind durchsichtig, ein Missbrauch für Abfälle anderer Art soll damit verhindert werden.

Anders als beim Kehrichtsack erfolgt die Materialrücknahme über ein Bringsystem. Wenn der Sammelsack gefüllt ist, kann man ihn an verschiedenen Rückgabestellen zurückbringen, beispielsweise Regionale Annahmezentren (RAZ) oder Werkhöfe von Gemeinden.

Lediglich zehn Prozent der jährlichen Kunststoffabfälle in der Schweiz werden heute stofflich verwertet und als Rezyklat wieder in Produktionsprozesse zurückgeführt. Es besteht daher ein nicht ausgeschöpftes Potenzial für eine stoffliche Verwertung. Auch unter ökologischen Gesichtspunkten macht eine Separatsammlung von Kunststoffen Sinn. Erhältlich ist der neue Sack in allen Postfilialen, in den regionalen Annahmezentren (RAZ) und in ausgewählten Gemeinden. Das Angebot soll je nach Bedürfnis ausgebaut werden. Weitere Infos sowie die Verkaufs- und Rücknahmestellen finden sich unter www.kuh-bag.ch.

Diese Stoffe kommen rein
Gesammelt werden alle Kunststoffverpackungen und Getränkekartons, die in einem Haushalt anfallen. Auch Blumentöpfe, Eimer und Kanister sind geeignet. Damit es bei der stofflichen Verwertung keine Qualitätseinbussen gibt, sollten die Verpackungen entleert sein und keine Lebensmittelabfälle enthalten. Ungeeignet sind Spielzeuge, Rohre oder Schläuche.

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