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Tierseuchenverdacht bei ausgesetztem Geflügel

Frauenfeld – Bei den am 12. Oktober in einem Waldstück zwischen Happerswil und Buch gefundenen 150 Tieren der Hühnergattung besteht Tierseuchengefahr. (Veterinäramt des Kantons Thurgau)

Zirka 140 Hühner wurden im Wald ausgesetzt. (Bild: Kantonspolizei Thurgau)

Die Tiere wurden im Wald ausgesetzt. (Bild: Kantonspolizei Thurgau)

Nach wie vor nicht bekannt ist, wer die Tiere ausgesetzt hat. Sie wurden auf Anweisung des Veterinäramtes in Zusammenarbeit mit dem Thurgauer Tierschutzverband an einem geeigneten Ort tierschutzkonform untergebracht. Es handelt sich um 150 schlachtreife Mastpoulets.

Möglicherweise stammen sie aus dem Ausland, so besteht grundsätzlich Tierseuchenverdacht. Es ist von einem grossen Risiko auszugehen. Zudem könnte es sein, dass sich die Täterschaft der Tiere aufgrund allfälliger vorbestehender Krankheiten oder Tierseuchen entledigen wollte. Aus diesem Grund wurden die Tiere abgesondert und eine amtstierärztliche Überwachung angeordnet, so wie sie bei jedem Geflügelimport in die Schweiz durchzuführen ist, um die Verschleppung von Tierseuchen und Krankheiten zu vermeiden.

Diese beinhaltet die Entnahme von Blutproben bei zehn Tieren, die auf Newcastle-Krankheit untersucht werden. Bis zum Vorliegen des Untersuchungsresultates befinden sich die Tiere unter entsprechend strenger Aufsicht und es ist unbefugten Personen verboten, die Stallungen zu betreten.

Die Tiere konnten sich über Nacht erholen und ihr Zustand ist grundsätzlich zufriedenstellend. Drei Tiere mussten aufgrund ihres beeinträchtigten Allgemeinzustands eingeschläfert werden. Es ist jedoch aus oben genannten Gründen weiterhin höchste Aufmerksamkeit angezeigt.

Wie geht es nach Vorliegen der Untersuchungsresultate weiter?
Diese Tiere wurden eigens zum Zwecke der Fleischgewinnung gezüchtet. Das Ziel bei Masthybriden besteht darin, dass sie nach dem Schlupf so viel Körpermasse zulegen, um innerhalb von etwa fünf Wochen Schlachtreife zu erlangen. Werden Tiere mit solcher Genetik nach Erreichen der Schlachtreife noch weiter am Leben gelassen, wachsen sie ungehindert weiter und erleiden eine hochgradige Überbelastung der Gelenke und Knochen. Dies führt unweigerlich zu tierschutzrelevanten Zuständen. Es besteht das Risiko, dass sich die Tiere aufgrund ihres übermässigen Gewichtes schlichtweg nicht mehr auf den Beinen halten können. Somit steht fest, dass die Tiere nach Vorliegen der Untersuchungsergebnisse zu töten sind. Ob sie einer Verwertung zugeführt werden können, hängt von den Untersuchungsergebnissen ab.

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