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Vorteile für die Patienten

Kreuzlingen – Seit dieser Woche gehören die Santémed Gesundheitszentren zu 70 Prozent der Migros-Tochter Medbase. Dadurch will die Migros ihr Engagement im Gesundheitsbereich ausweiten.

Das Santémed-Gesundheitszentrum in Kreuzlingen. (Bild: Thomas Martens)

Das Santémed-Gesundheitszentrum in Kreuzlingen. (Bild: Thomas Martens)

Mit der Zusammenarbeit entsteht das grösste Netzwerk in der ambulanten medizinischen Grundversorgung der Schweiz. Ziel der Migros ist es gemäss einer Mitteilung, einen zuverlässigen und verantwortungsvollen Beitrag zur Prävention und medizinischen Grundversorgung in der Schweiz zu leisten.

Sowohl Santémed als auch Medbase haben die ambulante Grundversorgung, Spezialarztmedizin und Therapieleistungen im Angebot. Während Santémed zusätzlich auf die ambulante Chirurgie spezialisiert ist, liegen die Stärken von Medbase vor allem im Bereich der Sportmedizin. Diese breite Palette an Dienstleistungen aus einer Hand entspreche einem Kundenbedürfnis, denn das integrierte Versorgungsmodell umfasse eine moderne medizinische und therapeutische Infrastruktur und verbindee die Bereiche Prävention, Akutmedizin und Rehabilitation.

Angebot für alle
Dieses Modell beinhalte auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Medbase/Santémed und weiteren Institutionen (Kliniken, Spitäler, Spezialisten), um eine optimale Betreuung der Patienten anzubieten. Die Dienstleistungen stehen allen offen und sprechen die breite Bevölkerung an. Für Swica-Versicherte werde das bisherige Angebot, insbesondere auch der bevorzugte Zugang zu Behandlungsterminen, auf zusätzliche Gesundheitszentren ausgeweitet. Zudem könnten sie mit der Wahl speziell abgestimmter Versicherungsprodukte von Rabatten in der Grund- und Zusatzversicherungen profitieren.

Medbase arbeitet bereits seit über zehn Jahren eng mit den Migros Fitness- und Wellnessparks zusammen. Sie beschäftigt 270 Mitarbeitende an zwölf Standorten in der Deutsch-schweiz. Santémed betreibt 23 Standorte mit 600 Mitarbeitenden. Seit drei Jahren gibt es auch ein Gesundheitszentrum in Kreuzlingen. Der neue Leiter (seit 1. Juni) Günther Riedel sagte auf Anfrage, dass in Kreuzlingen in der nächsten Zeit alles beim Alten bleibe, sowohl die Ansprechpartner als auch das Firmenschild. «Für die Patienten ändert sich nichts.» Es gebe auch keinerlei Notwendigkeit dafür, schliesslich sei die Gruppenpraxis «gut ausgelastet». Wieviele Patienten dort behandelt werden, ist allerdings Betriebsgeheimnis.

Der Thurgauer Kantonsarzt Olivier Kappeler hat die Übernahme «zur Kenntnis genommen». Ihm zufolge überwiegen die Vorteile solcher Gruppenpraxen. «Hier können Synergien geschaffen und aktiv genutzt werden.» Die Verfügbarkeit für die Patienten werde erhöht, Weiterweisungen sowie Abklärungen könnten auch in der Gruppe veranlasst werden und für die beteiligten Ärzte würden Teilzeitsarbeitsmodelle erleichtert.

Im Rahmen des Gesetzes
Dass der Krankenversicherer Swica mit Santémed selbst zum Leistungserbringer wurde und seinen Versicherten prämienbegünstigte Angebote machte, ist vielen niedergelassenen Ärzten sauer aufgestossen. Kappeler kann die Kritik nachvollziehen, bestätigt aber: «Die Swica hat sich im gesetzlichen Rahmen bewegt.»

Diese Kritik war es auch nicht, was die Swica letztlich veranlasste, die Mehrheit an Santémed abzugeben. «Hauptgrund ist, dass wir mit der Migros schneller wachsen können, vor allem in der Westschweiz und im Tessin», so eine Mediensprecherin. Mit der Migros stehe Santémed ein starker und finanzkräftiger Partner zur Seite.

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