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Das versteht jedes Schwein

Kreuzlingen – Am kommenden Sonntag findet die Vernissage zur neuen Sonderausstellung «Schwein gehabt» um 11 Uhr im Museum Rosenegg statt. Darin wird dem Ursprung von Sprichwörtern und Redensarten witzig, unterhaltend und belehrend auf den Grund gegangen.

Nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern ausserhalb der Box musste Roger Cotting für die Ausstellung «Schwein gehabt» denken. Rund 20 Sprichwörter hat er dafür im Museum Rosenegg künstlerisch aufbereitet.(Bild: ek)

Nicht mit dem Kopf durch die Wand, sondern ausserhalb der Box musste Roger Cotting für die Ausstellung «Schwein gehabt» denken. Rund 20 Sprichwörter hat er dafür im Museum Rosenegg künstlerisch aufbereitet. (Bild: ek)

«Ein Sprichwort ist ein kurzer Satz, der sich auf lange Erfahrung gründet», lautet die Definition des Don Quijote Autors Miguel de Cervantes zu Redensarten. Dass die Sätze dabei veralten, der Erfahrungsschatz dennoch überliefert wird, zeigt die ab Sonntag, 18. Oktober, im Museum Rosenegg zu sehen und lesende Ausstellung «Schwein gehabt».

Darin wird einer Vielzahl von Redensarten, welche im Mittelalter ihren Ursprung haben, auf die Spur gegangen. Die Sonderausstellung zu den Sprichwörtern begleitet darum auch stellenweise die Dauerausstellung «Ländliches Leben im späten Mittelalter».

«Es war keine einfache Aufgabe, das Thema interessant zu veranschaulichen», sagt Museumleiterin Heidi Hofstetter. Seit gut einem Jahr tüftelt und arbeitet sie zusammen mit ihrem Museumsteam und auswärtiger Hilfe von Roger Cotting und Peter Schmidlin an der Sonderausstellung. Entstanden sind drei Themenbereiche, welche sich durch die Rosenegg ziehen.

Deftige Sprache
Im ersten Teil werden altertümliche Sprichwörter mit ihren jeweiligen historischen Objekten veranschaulicht. Für «etwas auf dem Kerbholz haben» wurde eigens ein mittelalterliches Kerbholz aus dem Berner «alpinen Museum der Schweiz» ausgeliehen. Dieses diente früher als Vertragswerk und symbolisiert auch heute noch sprichwörtlich die Schuld. Aber auch alte Schustersleisten oder eine Goldwaage sind zu sehen.

Im Obergeschoss geht’s in den zweiten Teil, welche sich dem Gemälde «die niederländischen Sprichwörter» von Pieter Bruegel widmet. Das 1559 entstandene Werk beinhaltet über 100 mittelalterliche Redensarten. Mittels Vergrösserungen und erklärenden Plakaten werden die Details unter die Lupe genommen. «Dabei geht es nicht immer zimperlich zu», sagt Hofstetter mit Blick auf die teils vulgäre Ausdrucksweise.

Einen ganz besonderen Ansatz verfolgte Roger Cotting im dritten Teil: «Einfach nur Text aufzuhängen wird eintönig, ich wollte das Thema in künstlerischer Form aufbereiten», so der Ehrenpräsident der Narrengesellschaft Emmishofen. Entstanden sind Illustrationen aber auch Skulpturen, welche witzig, unterhaltend aber auch belehrend sein sollen. So gibt es etwa ein Huhn mit Blindenstock oder einen durch die Wand gebrochenen Kopf zu sehen.

Redensartenforscher
Am kommenden Sonntag, 18. Oktober, um 11 Uhr findet die Vernissage statt. Der Redensartenforscher Dr. Rolf-Bernhard Essig reist dafür aus Bamberg an, um einen unterhaltenden Vortrag über Sprichwörter und ihren Ursprung zu halten.    Emil Keller

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