/// Rubrik: Region

Hunderte demonstrieren gegen Menschenhandel

Konstanz – Über zweihundert Teilnehmer haben am Samstag beim «Walk for Freedom» ein Zeichen gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution gesetzt.

Hunderte Teilnehmerinnen setzen beim jährlichen Konstanzer Walk for Freedom ein Zeichen gegen Menschenhandel. (Bild: christianroth.ch)

Hunderte Teilnehmerinnen setzen beim jährlichen Konstanzer Walk for Freedom ein Zeichen gegen Menschenhandel. (Bild: christianroth.ch)

Sie sind schwarz gekleidet, tragen hohe Schuhe und Schirme. Schweigend laufen die über 180 Frauen in einer Reihe durch die Konstanzer Innenstadt. Organisator des Konstanzer Walk for Freedom war Kehrtwende 21. Die Aktionsgruppe unterstützt mit diesem «Lauf für Freiheit» den weltweiten Aufruf der Kampagne A21. Die Absatzschuhe stehen als Symbol dafür, dass viele Opfer von Menschenhandel Zwangsprostituierte sind. Opfer haben keine Stimme, daher schweigen auch die Demonstranten.

In Konstanz sind am vergangenen Samstag über 200 Teilnehmer aus der ganzen Region und auch aus dem Schweizer Grenzgebiet zusammen gekommen, um «für die Freiheit anderer zu laufen». Ein Team aus dreissig Männern hat Informationsmaterial an interessierte Passanten verteilt. Viele seien laut Veranstalter von sich aus gekommen, um Fragen zu stellen. Fast 2000 Flyer seien während dem Walk for Freedom verteilt worden.

Die zunehmende Aufmerksamkeit der Gesellschaft sei ein erster Schritt, um etwas gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution in Deutschland tun zu können.

Moderne Sklaverei ist eine weltweite Realität, die auch Deutschland betrifft. Experten gehen von insgesamt 27 Millionen Männern, Frauen und Kindern, die heute immer noch in Sklaverei gefangen sind, aus. Neueste Zahlen sprechen bereits von 30 Millionen. Durch den Walk for Freedom will A21 den Diskurs anregen, um weltweit die Möglichkeiten zur Versorgung von Opfern und die Strafverfolgung der Täter zu verbessern.

Der Walk for Freedom hat am 17. Oktober in 26 Ländern an über 200 Orten stattgefunden. Auch in Konstanz und sieben anderen deutschen Städten gingen zeitnah zum EU-Tag gegen Menschenhandel (18. Oktober) Hunderte auf die Strasse: in Augsburg, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Heidelberg, Köln und Stuttgart.

A21-Gründerin Christine Caine: «Der Walk for Freedom spielt eine entscheidende Rolle im Kampf gegen Menschenhandel. Es geht darum, Aufmerksamkeit auf diese Ungerechtigkeit zu lenken und Menschen zu bewegen, etwas dagegen zu tun.»
Viele Menschen werden das Thema jetzt weiter tragen oder nächstes Jahr wieder am «Lauf für Freiheit» teilnehmen.

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