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Fischereiforum suchte nach Lösungen

Meersburg – Am Wochenende fand das Fischereiforum des Landesfischereiverbandes Baden-Württemberg statt – eine Informationsveranstaltung zum Thema Bodensee und dem Bodenseefisch als Lebensmittel.

Die Berufsfischer sorgen sich um ihre Zukunft. (Bild: zvg)

Die Berufsfischer sorgen sich um ihre Zukunft. (Bild: zvg)

Über 110 Personen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz kamen in Meersburg zusammen, um die hochwertigen Fachbeiträge anzuhören und über Probleme und Lösungen zu diskutieren. Die Themen haben eine Basis für einen gemeinsamen Meinungs- und Ideenaustausch für die Zukunft des Bodensees gegeben.

Das Leben der Menschen am Bodensee ändert sich, insbesondere in der Berufs- und Angelfischerei. Durch die Reduktion der Nährstoffe im See verändern sich das Wachstum der Fische sowie das ökologische Gleichgewicht. Die Referenten haben einen Einblick in diese komplexen Zusammenhänge gegeben und auch mögliche Lösungsansätze und deren Risiken aufgezeigt. Auch der Kormoran gefährdet den Fischbestand und dessen Zusammensetzung. Die Folgen von Vergrämungsmassnahmen und Bestandsveränderungen bei Kormoranen auf den Fischbestand wurden von Nikolaus Schotzko exemplarisch für die Fussacher Bucht dargestellt.
Auch die Zukunft der Fischerei wurde hinterfragt. Kritisch aufgezeigt wurden Spannungsfelder in der Fischerei, die durch Gesetzesanpassungen, interne Veränderungen sowie durch unqualifizierte Natur- und Tierschutzorganisationen aufgebaut wurden. Harald Dold ging auf diese Problemfelder ein.

Dr. Peter Wissmath gab in seinem Beitrag einen Einblick in Biologie und Lebensweise der Felchen. Er zeigte die in den Voralpenseen vorkommenden Felchenarten und deren Unterschiede. Gerade das Grössenwachstum und die Länge der Felchen hängt von vielen komplexen Faktoren ab. Er wies darauf hin, dass die Fischerei sich an diese geänderten Wachstumsverhältnisse anpassen müsse.

Die hohe Bedeutung des regionalen Bodenseefischs als Lebensmittel ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für die lokale Gastronomie. Dies zeigte Klaus Neidhart, bekannter Gastronom und Sternekoch aus Moos in seinem Vortrag. Für ihn ist der Felchen der Brotfisch. Lebensqualität mit Wildfisch aus dem Bodensee ist sein Ziel. Die Auswirkungen des zurückgehenden Nährstoffgehalts auf den Felchenertrag erklärte Prof. Dr. Reiner Eckmann in seinem Vortrag. Er erläuterte die daraus resultierenden Wechselwirkungen zwischen langsamerem Wachstum, kleinerer Körpergrösse und der Bestandsgrösse der fischereilich bedeutsamen Fischarten.

Der Bodenseefisch ist für den Wirtschaftszweig Tourismus und Gastronomie am Bodensee ein Magnet. Er ist ein hochwertiges, regionales, ökologisches Lebensmittel. Gut erkennbar ist dies auf vielen Werbebroschüren am See, in denen mit dem Bodenseefisch geworben wird. Auch für die Angelfischerei ist der Bodensee ein beliebtes Ziel. Sorge herrscht über den Fangrückgang und das drohende Verschwinden einer Jahrtausenden alte Berufstradition, der Berufsfischerei.
Damit die Fischerei am Bodensee für Angel- und Berufsfischer wieder eine Zukunftsperspektive bekommt, gibt es zweifelsfrei akuten Forschungs- und Handlungsbedarf. Diese wichtige Aufgabe kann nur gemeinsam von Fischern und Sachverständigen erfüllt werden. Es sind unkonventionelle Ideen gefragt und vielleicht könnte ein kompetentes Gremium unabhängiger Fachpersonen helfen.

Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg plant im kommenden Jahr eine Fortsetzung dieser erfolgreichen Veranstaltung.

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