/// Rubrik: Kultur

Bewegendes Stück Zeitgeschichte

Gottlieben – Am Dienstag, 27. Oktober, 20 Uhr, heisst es wieder «Literatur am Dienstag» im Bodman-Literaturhaus. Werner Rohner liest aus «Das Ende der Schonzeit».

Der Autor, fotografiert von Christoph Öschger. (Bild: zvg)

Der Autor, fotografiert von Christoph Öschger. (Bild: zvg)

So hat man das noch nicht gelesen: Eine zärtliche, bedrückende und befreiende Geschichte vom Sterben der Mutter, erzählt von ihrem jungen Sohn. Dieser ist noch ein Teenager, als die erste Brustoperation ansteht. Jahre später, als die Ärzte schon Entwarnung gegeben haben, tauchen Metastasen auf und die Mutter wird sterben. Sie hat ihren Sohn allein aufgezogen, er muss ihr nun eine Stütze sein. In Werner Rohners Roman erzählt dieser Sohn ruhig und doch sehr bewegend von dem Wunsch zu fliehen, von der Überforderung, von Ekel und tiefer Zuneigung. Das Buch zeichnet das Bild einer Zeit, in der sich die Erwartungen an Frauen und Männer, Eltern und Kinder verändern. Das ist nicht einfach, aber es ist zu schaffen, und manchmal ist es sogar schön, scheint uns dieser Roman zu sagen.

Auch der Vater kommt vor in Werner Rohners «Das Ende der Schonzeit». Er tritt allerdings erst nach dem Tod der Mutter ins Leben des Sohnes und übergibt ihm, zum Kennenlernen, eine Akte, die der Staatsschutz über ihn angelegt hat. Mit dem Portrait dieses Vaters und seiner Akte erzählt Werner Rohner ein Stück Zeitge­schichte.

Die Moderatorin Mona Vetsch hat «Das Ende der Schonzeit» als «schönstes Debüt des Jahres» bezeichnet.

Werner Rohner wurde 1975 in Zürich geboren. Er hat am Literaturinstitut in Biel studiert. Von ihm sind Theaterstücke in der Gessnerallee in Zürich und der Kaserne Basel aufgeführt worden. Für «Das Ende der Schonzeit» wurde er mit Werkbeiträgen vom Kanton Zürich und von der Pro Helvetia unterstützt. Er hat in Wien, Zürich, Los Angeles, Berlin, Rom und Biel an diesem Buch geschrieben.

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