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Starke Kreuzlinger Ruderer

Rudern – Der Armadacup wird zurecht auch Engadiner der Ruderer genannt: Neun Kilometer Streckenlänge, wo die Aare zum Wohlensee gestaut wird. Knapp 260 Teilnehmer jeder im schmalen acht Meter langen Einerboot. Massenstart, d.h. jeweils 25 Ruderer nebeneinander in zwölf Reihen, kurvenreiche Strecke mit Seegras und Untiefen – und alle wollen gewinnen.

(Von links nach rechts) Ruedi Bätscher, Nico Stahlberg, Paul Stahlberg, Patrik Weissgerber. Das Bild entstand in der Dopingsperrzone, wo Nico für drei Stunden nach dem Rennen verweilen musste und die Tests über sich ergehen lassen musste. (Bild: zvg)

(Von links nach rechts) Ruedi Bätscher, Nico Stahlberg, Paul Stahlberg, Patrik Weissgerber. Das Bild entstand in der Dopingsperrzone, wo Nico für drei Stunden nach dem Rennen verweilen musste und die Tests über sich ergehen lassen musste. (Bild: zvg)

Ruedi Bätscher, Paul Stahlberg und Patrik Weissgerber sowie natürlich der Elitesportler Nico Stahlberg vom Kreuzlinger Ruderclub wollen sich das auch antun. Das Teilnehmerfeld ist dieses Jahr wieder besonders international und hochkarätig besetzt. Nebst Nico Stahlberg bilden weitere CH-Elite-Ruderer sowie bekannte Namen aus CRO, GER, POR, EST, NZL, EST, CZE, NOR, BRA, UK usw. die Startreihe 1. Die Startplätze bzw. Startreihen sind das Resultat der Platzierungen der letzten Jahren. Paul Stahlberg hat sich durch seine vielen Teilnahmen über die Jahre einen Startplatz in Reihe 4 verdient. Patrik Weissgerber darf in Reihe 7 Stellung aufnehmen, nachdem er 2014 noch in der hintersten Reihe 12 eingeteilt war. In Reihe 10 wird Ruedi Bätscher starten als einer, der zum ersten Mal teilnimmt – die Regeln sind klar und hart wie das Rennen selbst.

Im Verlauf des Morgens treffen die Ruderer und ihre Boote ein. Gemäss einem detaillierten Zeitplan wassern die Teilnehmer nach und nach am Ziel ein. Diejenigen der hinteren Reihen zuerst. Denn es gilt, die ganze Strecke von neun Kilometer vom Start her den Flusslauf runter bis zum Start beim Wehr zu rudern. Was aber eigentlich ganz gut ist, denn damit ist man gerade eingerudert und kann sich nochmals die Strecke einprägen. Insbesondere gefährliche oder schwierige Passagen werden analysiert. Wo sind Untiefen oder wo steht netterweise der Strommast mitten im Fluss. Wobei erstaunlich ist, dass es ohne weiteres möglich ist, in der Hitze des Gefechts einen riesigen Strommasten zu übersehen. Im besseren Fall findet man einfach nicht die Idealinie und verliert unnötig Zeit.

14 Uhr – Schuss. Der Startschuss knallt und das Rauschen, wenn fast 300 Ruderer im jeweils acht Meter langen Boot gleichzeitig eine möglichst guten Start hinlegen wollen, bringt den See förmlich zum Kochen. Das Gedränge und Geschiebe ist selbstverständlich am Anfang am schlimmsten. Jeder will so rasch und eng wie möglich um die erste 90 Grad Rechtskurve kommen. Schon in der ersten Kurve kommt es zum grossen Durcheinander … Boot an Boot … die Hektik vieler verschlimmert die Sache nur. Aber ein paar Sekunden und wahrscheinlich auch Schrammen später können sich die Boote wieder voneinander lösen. Jede weitere Kurve ist genauso hart umkämpft und fordert Ihre Opfer.

Nico Stahlberg hat heute das Glück nicht auf seiner Seite und wird eines der Opfer. Im harten Kampf um die erste Kurve kentert er mit seinem Skiff an dritter Stelle liegend. Die Siegchance sind damit selbstverständlich vertan. Aber es zeugt von wahrer Grösse und eben Können, dass er wieder in sein Boot einsteigt und eine gewaltige Aufholjagd startet und immer noch eine fantastische Zeit von 39.21.78 rausholt und damit Rang 27 der Kategorie Männer (Gesamtrang 70) belegt. – Paul Stahlberg erreicht eine beeindruckende Zeit von nur knapp über 40 Minuten (40.34.44) und damit Rang 4 der Kategorien Masters D/E (Gesamtrang 90). Ruedi Bätscher, der als erster Präsident des Ruderclub Kreuzlingen am Armadacup teilnimmt, fährt ein souveränes und besonnenes Rennen, bei 56.28.14 bleibt bei ihm die Uhr stehen, das bedeutet Rang 11 in den Kategorien Masters F/G (Gesamtrang 252). Patrik Weissgerber kann sich wieder ein paar Ränge nach Vorne schieben. Er belegt letztlich Rang 10 der Kategorien Masters B/C (Gesamtrang 146) mit einer Fahrzeit von 43.22.68.

Neun Kilometer können ganz schön lange und hart sein. Zusammenstösse, Sandbänke, viele Kurven und Seegras machen einem das Leben schwer. Aber schliesslich haben alle die gleichen Voraussetzungen. Das Erlebnis ist gerade deswegen so einmalig. Die Ruderer aus Kreuzlingen sind 2016 wieder dabei, das Training für den Armadacup 2016 ist lanciert.

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