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Besser gerüstet sein, wenn das Wasser knapp wird

Frauenfeld – Wegen der lang anhaltenden Trockenperiode und den überdurchschnittlich hohen Temperaturen musste der Regierungsrat des Kantons Thurgau diesen Sommer einmal mehr ein Wasserentnahmeverbot für verschiedene Fliessgewässer im Kanton aussprechen. Nun hat er ein Projekt genehmigt, das Massnahmen gegen Wasserknappheit entwickeln soll.

Aus dem Bodensee darf weiterhin Wasser entnommen werden. (Bild: archiv)

Aus dem Bodensee darf weiterhin Wasser entnommen werden. (Bild: archiv)

Die Trockensommer 1976, 2003, 2011 und 2015 haben gezeigt, dass es im Kanton Thurgau zu Engpässen bei der Wassernutzung für die landwirtschaftliche Bewässerung, den Gemüseanbau, für Obstkulturen und den Futteranbau kommen kann. Das Projekt «Entwicklung von Instrumenten zur Früherkennung von Lösungsansätzen für die Thurgauer Land- und Ernährungswirtschaft beim Umgang mit Wasserknappheit» sieht deshalb vor, mit Hilfe bestehender bzw. zu adaptierender Instrumente, vorhandene Informationen innerhalb des Kantons ämterübergreifend aufzubereiten und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Es sollen klimaadaptierte Nutzungsstandorte in den Thurgauer «Wasser»-Regionen festgelegt werden, um in Zukunft verfügbare Wasserressourcen gezielter verteilen zu können.

Trockenphase frühzeitig erkennen
Ziel des Projekts ist es zum einen, die Produktion landwirtschaftlicher Produkte wie Futtermittel, Gemüse- und Obstbau den veränderten Standorteignungen anzupassen. Zum anderen soll durch eine wasserwirtschaftliche Situationsanalyse die frühzeitige Erkennung bei Trockenheitsphasen erreicht werden, um Fehlentwicklungen zu verhindern. Dies soll mit Kriterien für die Verteilung und Vorgehensweisen bei Wasserknappheit geschaffen werden. Im Sinne der Informationszentralisierung ist es ausserdem das Ziel, auf einer Plattform die notwendigen Informationen zum Zustand und den steuernden Organisationen jederzeit zugänglich zu machen.

Um diese Ziele zu erreichen, werden Wasserangebot und Wasserbedarf ermittelt. Dazu wird etwa bei den Landwirtschaftsbetrieben erhoben, welche Menge Wasser sie saisonal aus dem Oberflächen- bzw. Grundwasser pumpen und zur Bewässerung ihrer Kulturen benötigen. Um anschliessend eine Situationsanalyse zum Wasserangebot und Wasserverbrauch machen zu können, wird eine Übersicht der Dargebots- und Nutzungsverhältnisse erstellt – sowohl für ein Durchschnitts- wie auch für ein Extremjahr. Daraus werden wiederum Regeln und Instrumente zur Einschränkung entwickelt, um Ausnahmesituationen künftig besser bewältigen zu können.

Der Regierungsrat will mit der Genehmigung unterstreichen, welch wichtigen Beitrag das Projekt im Bereich der Klimaanpassungsstrategie für den Kanton Thurgau leistet. Die Projektkosten belaufen sich insgesamt auf 175’000 Franken, wobei der Bund 70’000 Franken beisteuert und der Kantonsanteil 105’000 Franken beträgt. Das Projekt soll bis Mitte 2017 abgeschlossen sein.

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