/// Rubrik: Leserbriefe

Ein Geschenk auf Zeit

Leserbrief – Die Stadt Kreuzlingen schenkt meiner Familie und mir sechs Franken im Monat. Was für ein grosszügiges Geschenk! (Charis Kuntzemüller-Dimitrakoudis mit Familie, Kreuzlingen)

Nach Finanzplan ausgewiesen nur auf Zeit! Sechs Franken im Monat haben selbstverständlich ihren Wert! Einen von vier Jetons für Autoscooter am Jahrmarkt, einen von vier Eintritten in der abgelehnten Schwimmhalle oder einen lecker grossen Kaffee mit «Schümli «für mich. Uns allen fehlen aber dadurch fast zwei Millionen Franken in der schlafenden Stadtkasse! 1.8 Millionen! Unseren Jeton kann die Stadt gerne haben, denn wir wünschen uns ein lebenswertes und lebendiges Kreuzlingen! Darum Nein zum städtischen Budget 2016!

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4 thoughts on “Ein Geschenk auf Zeit

  1. Bruno Neidhart

    Ein „lebenswertes und lebendiges Kreuzlingen“ schafft man tatsächlich nicht, wenn Ihnen „sechs Franken im Monat „geschenkt“ werden. (Für Begüterte könnte der Betrag vielleicht dabei etwas grösser ausfallen – es sei gesagt!). Aber besonders für letztere Gruppe gilt eben auch: Um „Lebenswertes und Lebendiges“ zu schaffen bräuchte es schon etwas mehr Mut. Eine knappe Mehrheit der Gesellschaft hatte diesen Mut zum Beispiel bei der von Ihnen zitierten „Schwimmhalle“ verlassen. Dafür gegenüber ein „Stadthaus“ auf der zentralen Stadtwiese vor der Klosterkirche als Kompensation bauen? Man sollte schon genau überlegen, was eine Stadt tatsächlich „echt lebendig und lebenswert“ macht. „Mut“ gehört sicher dazu. Ist die Kreuzlinger Gesellschaft „mutig genug“? Ist Steuern senken „mutig? Ist ein Rückzug in die private Sphäre vielleicht das grosse Glück? Reicht also der Begriff „Schlafstadt“ als Zukunftsprojekt aus? Oder sollte eine Stadtgesellschaft doch einiges mehr beinhalten und anstreben, als „Steuersenkung“? Diese Frage wirft wohl Ch. K-D. auf.

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  2. Alexander Salzmann, Bezirkspräsident FDP

    Werte Charis

    Nachdem die TG-Gemeinden in den letzten 10 Jahren viele, viele Steuerprozente ihre Bürger entlastet haben und wir Kreuzlinger nicht, ist es kein Untergang der Stadt, wenn wir dies zumindest teilweise auch machen. Der städtische Steuerfuss wäre dann immer noch überdurchschnittlich, aber nicht mehr rekordverdächtig hoch. Und natürlich ist es keine Steuersenkung nur auf Zeit, sondern hoffentlch eine dauerhafte. In den Budgets haben wir immer nur von ausgabefreudigen Schwerpunkten, nie von Verzicht lesen können. Es braucht beides und nicht nur das eine. Ich bin ja nicht in der Stadtverwaltung und habe daher keinen Einblick, wo da gespart werden könnte. Daher tut uns allen die Steuersenkung gut, denn es eröffnet uns den Blick aufs Wesentliche. Wenn das Budget so durchkommt, ist das eine indirekte Aufforderung an der Stadtrat, der ja bekanntlich nur eine kleinere Steuersenkung wollte, mit der Verzichtsplanung, von der seit Jahren immer nur gesprochen wird, anzugehen – und konkret zu kommunizieren. Es wäre ja schön, von sich aus einfach mal damit zu beginnen, und nicht erst in einer wirtschaftlichen Flaute mit wegbrechendem Steuersubstrat.

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  3. Indira Marazzi

    Ein lebenswertes und lebendiges Kreuzlingen wird aber auch nicht durch unnötige Steuererhebung bei den Bürgern erzeugt. Vielmehr ist es auch das Ziel, dass die Verwaltung keine Steuergelder auf Vorrat eintreibt und diese auch mit Bedacht einsetzt. Statt jedes Jahr noch mehr in die Sozialhilfe rein zu pumpen und Personalkosten zu erhöhen ist auch mal sparen angesagt. Zudem wird Kreuzlingen deswegen auch nicht aus dem Dornröschenschlaf geweckt, wenn man den Steuerfuss belässt. Deshalb ein JA zum Budget 2016.

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    1. Frischknecht Ernst

      Frau Marazzi: Was soll Ihre Ausdrucksweise „noch mehr Geld in die Sozialhilfe pumpen“?
      Sie unterstellen den Verantwortlichen, dass sie ungerechtfertigt Geld an Sozialhilfe-Empfänger ausschütten; dabei wissen Sie sehr genau, dass solche Gelder nach klaren Rechtsgrundsätzen und entsprechenden Richtlinien abgegeben werden. Ein solches Pauschalurteile ist völlig abwegig und zeigt, wie Sie offensichtlich auf populistische Art und Weise unseren Sozialstaat diskreditieren wollen.

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