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Schnuppertage an der PMS

Kreuzlingen – 219 Jugendliche besichtigten an vier Tagen die Pädagogische Maturitätsschule Kreuzlingen.

«Ich wollte schon von klein auf Lehrer werden», sagt Timo Bruggmann aus Stettfurt. «Und weil man hier optimal auf’s Studium vorbereitet wird, würde ich gerne an die PMS gehen.» So entschieden sind bei weitem nicht alle Jugendlichen, die kurzfristig den Campus in Kreuzlingen bevölkern. Sie prüfen zunächst in Probelektionen, ob ihnen die Atmosphäre an der Schule gefällt und sie sich für die Unterrichtsinhalte erwärmen können. Neben Mathe oder Französisch steht auch Unbekanntes auf dem Stundenplan der Schnupperschüler: «Was ist eigentlich PP?», fragt ein Mädchen herum. Psychologie und Pädagogik gehören zu den Themen, die nur an der PMS als Fach behandelt werden. Wer hier seine Matura macht, bekommt gleichzeitig eine Grundausbildung für das Pädagogik-Studium. Absolventen steigen gleich ins 3. Semester an der PH ein.

Rektor Lorenz Zubler und das Ehepaar Binotto erklären die PMS und den Konvikt. (Bild: zvg)

Rektor Lorenz Zubler und das Ehepaar Binotto erklären die PMS und den Konvikt. (Bild: zvg)

Die feste Absicht, später selbst Kinder zu unterrichten, ist nicht der einzige Grund, weshalb sich so viele Schülerinnen und Schüler für die PMS interessieren. Ein kleiner Teil von ihnen kommt extra wegen der Kunst- und Sportklasse. Talentierte Musiker, bildnerische Gestalter oder hervorragende Sportler können neben der Schule intensiv trainieren oder sich auf ein Studium an einer Musik- oder Kunsthochschule vorbereiten. Siebzig der derzeit 560 Gymnasiasten sind deshalb hier. Chiara Stricker gehört dazu. Die Schwimmerin trainiert zweimal täglich. Durch Wettkämpfe oder Trainingslager versäumt sie einiges an Unterricht, doch über eine Internet-Plattform kann sie den Stoff selbständig nachholen. «Es ist zwar anstrengend, aber es lohnt sich», sagt sie den jungen Interessenten, die sich am Info-Basar an ihrem Stand einfinden. Ihrer Kollegin Nina Buholzer geht es als Tänzerin genauso. «Wenn man etwas gerne macht, dann ist es in Ordnung, wenn man viel Zeit dafür investiert.»

Die dritte Besonderheit der PMS ist der Konvikt. Hier leben 120 Jugendliche während der Woche direkt auf dem Schulgelände. «Das ist schon spannend», sagt Masha Strässli aus Münchwilen. Sie ist eine von fast siebzig Teenagern, die sich am Nachmittag die Doppelzimmer ansehen. «Viele schauen nur aus Neugier herein», sagt Monika Binotto, die Konviktleiterin. «Die Gelegenheit hat man ja nur selten.» Probleme, die Plätze zu belegen, hat sie aber nicht. «Meist geht es auf. Bisher haben wir noch immer eine Lösung gefunden, wenn es einmal mehr Bewerber als Betten gegeben hat.»

Nicht jeder der 219 Interessenten wird auch an der PMS aufgenommen. Zum einen, weil sich die Schülerinnen und Schüler zum Teil für eine andere Schule oder eine Lehre entscheiden, zum anderen, weil nicht jeder die Aufnahmeprüfung besteht. In Deutsch, Mathematik und Französisch müssen die Bewerber ihre Kenntnisse in einer schriftlichen Arbeit beweisen. Wenn sie nicht mit «4» oder besser abscheiden, müssen sie zusätzlich noch in eine mündliche Prüfung. «Über die Hälfte der Bewerber aus der zweiter Sekundarklasse besteht den Test», sagt Prorektor Bernhard Weber. «Aus der dritten Sek sind es etwas weniger.»

Anmeldeschluss für die Aufnahmeprüfung ist der 28. November.

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